Firma der Kiesgrube ist bereit für Kompromiss 

Plan B zur Rettung des Rothschwaiger Forstes

Gaben den aktuellen Stand der Dinge durch (von links): Oberbürgermeister Erich Raff, Landrat
Thomas Karmasin und Thomas Vilgertshofer und Thomas Ottl von der Firma Kiesgrubenrekultivierung Oberbayern.
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Pressekonferenz im Landratsamt zum Rothschwaiger Forst

Fürstenfeldbruck - Die Firma KRO Kiesgrubenrekultivierung Oberbayern beabsichtigt im Rothschwaiger Forst Kies abzubauen und hat dazu im Mai beim Landratsamt eine Genehmigung beantragt. Dies hat hohe Wellen geschlagen und wird mittlerweile in der Öffentlichkeit breit diskutiert. Auch ein Aktionsbündnis, darunter alle Stadtratsfraktionen, hat sich gegründet, um den Wald zu schützen. Mittlerweile gab es Gespräche mit der Firma – die Ergebnisse stellten Oberbürgermeister Erich Raff und Landrat Thomas Karmasin vor

Auf der einen Seite steht der Umweltschutz – der Wald, der mittlerweile als schützenswert gilt, weil dort in den letzten Jahren „16.000 Bäume gepflanzt wurden und zu einem wertvollen Lebensraum für viele Tierund Pflanzenarten geworden ist“, wie Oberbürgermeister Erich Raff eingangs nochmal erklärte. 2013, als die Stadt die Änderung des Flächennutzungsplans für das 17.6 Hektar große Gebiet im Wald freigab, sah dies noch anders aus. Deshalb steht auf der anderen Seite das Recht. „Das Recht auf Abbau besteht“, sagt Karmasin und betont ebenfalls dass die Entscheidung zum Bebauungsplan gelaufen sei.

Firma der Kiesgrube ist bereit Planungen zu verändern

Die Firma hat gleichzeitig mit der Genehmigung auch eine Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung beantragt. Diese ist laut Landratsamt gerade in vollem Gange. „Vieles deutet darauf hin, dass ein Recht auf Abbau besteht“, sagte Landrat Thomas Karmasin. So hofften alle auf eine politische Lösung. In Gesprächen mit dem Aktionsbündnis und dem Landratsamt waren die Geschäftsführer bereit für einen Kompromiss. „Wir sind bereit, die Planung zu verändern“, kündigte Thomas Vilgertshofer, Geschäftsführer bei KRO, an. Normalerweise wäre der Kies innerhalb von 15 Jahren in drei Bauabschnitten abgetragen worden und zwar von Osten nach Westen. Weil aber gerade im Teilstück im Osten der Wald besonders wertvoll ist, will man nun stattdessen im Westen mit der Abtragung beginnen.

17 Hektar Alternativgebiet wurde zuvor von der Stadt gegen den Wald getauscht

Statt mit dem zweiten und dritten Bauabschnitt zu beginnen, soll die Firma ein etwa 50 Hektar großes Alternativ-Areal östlich des Kieswerks für den Kiesabbau erhalten, das aktuell vor allem aus Ackerfläche besteht. Dieses war bis 2012 sogar als Kiesgrube eingezeichnet, wurde damals aber auf Wunsch der Stadt gegen den Rothschwaiger Forst getauscht. Abgebaut werden soll im Alternativgebiet in dreieckiger Form etwa 17 Hektar. Allerdings müssen hier die acht Grundstückseigentümer mitspielen, die ihre Grundstücke an die KRO Firma verkaufen oder verpachten müssten. Laut OB Erich Raff beginnen in den nächsten Tagen die Gespräche dazu. Er denke auch über eine Infoveranstaltung nach. Würden sich alle Eigentümer bereit erklären, müsse danach der Regionalplan wieder geändert werden.

Rund drei Hektar Wald würden innerhalb von zwei Jahren gerodet werden

„Das ganze kann zwei bis zweieinhalb Jahre dauern“, kündigt Raff an. Weil die aktuelle Kiesgrube im Frühling 2021 jedoch ausgeschöpft ist, wird ab diesem Zeitpunkt im Rothschwaiger Forst abgebaut. Rund drei Hektar würden laut Geschäftsführer Thomas Ottl innerhalb von zwei Jahren dort gerodet werden. „Sobald es grünes Licht für das alternative Gebiet gibt, werden die Arbeiten eingestellt“, versichert er weiter. Einziger Lichtblick für den Wald, ist ein Grundstücksbesitzer, der sich seit Jahren weigert einen rund 20 Meter breiten Streifen an die KRO zu verkaufen. Könnte dieser umgestimmt werden, bliebe dem Rotschwaiger Forst weitere eineinhalb Jahre.

Miriam Kohr

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