Ausschuss diskutierte über neues Gewerbe entlang des Kugelfangs

Braucht es den Gehweg?

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Auf der freien Fläche links im Bild soll Gewerbe entstehen. Stadträtin Alexa Zierl scheiterte im Planungs- und Bauausschuss mit ihrem Antrag, den Gehweg und Grünstreifen vor den Gebäuden so zu gestalten, wie auf der anderen Straßenseite (rechts im Bild)

Auf 13.500 Quadratmetern soll entlang des Kugelfangs in Fürstenfeldbruck neues Gewerbe entstehen. Darüber, wie man in diesem Bereich Fußgänger, Radfahrer, Autos und Grünflächen unter einen Hut bekommt, waren sich die Stadträte im Brucker Planungs- und Bauausschuss nicht immer einig.

Fürstenfeldbruck - Das überplante Areal soll im Norden und Westen mit einem Grünstreifen von den benachbarten landwirtschaftlichen Feldern abgegrenzt werden. Auch entlang der Straße Am Kugelfang ist Grün geplant. Ob für das alles entsprechend Platz ist, bezweifelte Alexa Zierl (Partei & Frei). Die hat nämlich ausgemessen, dass die Straße sieben Meter breit ist – einen halben Meter mehr als sie in den Plänen eingezeichnet ist. 

Vorschlag Zierl: Gehweg auf der Westseite samt Grünstreifen

Zierl forderte, die Planung so anzupassen, dass die Gebäude einen Abstand von mindestens fünf Metern zur Straße haben – analog der bereits bestehenden Bebauung auf der Ostseite der Straße. Deren Gestaltung ist für Zierl ohnehin die Blaupause für die Erweiterung. „Wir sollten auch auf der Westseite einen Gehweg samt Grünstreifen anlegen“, sagte sie. Geplant ist bislang lediglich ein Grünstreifen, der bei Bedarf später zum Gehweg umgebaut werden kann. Für Georg Stockinger (FW) ist das ausreichend. Schließ- lich würden dort gerade einmal ein oder zwei Menschen pro Tag laufen.

Gehwege würden von Fahrzeugen als Parkplätze missbraucht werden

 „Ein Gehweg ist Verschwendung“, sagte er. Auch wenn durch neue Firmen weitere Fußgänger kämen, könnten diese auch die Straßenseite wechseln. Dem widersprach jedoch Vizebürgermeister Christian Götz (BBV). Er sieht von vornherein Bedarf für einen Gehweg. „Der Grünstreifen mit der Möglichkeit des späteren Ausbaus ist eine halbherzige Planung“, sagte er und unterstützte Zierls Vorschlag. Doch mit ihren Vorstellungen scheiterten Zierl und Götz an einem 3:12-Votum. Lediglich Christian Stangl (SPD) stimmte mit den beiden mit. Das begrüßte auch der ebenfalls anwesende Chef der Brucker Gewerbeentwicklungsgesellschaft Industha, Peter Lackerschmid. Nach seiner Erfahrung würden Gehwege in diesem Bereich nur als Parkplätze missbraucht. „Ohne Halteverbot und eine entsprechende Überwachung werden dort nur Fahrzeuge stehen“, sagte er. Weil der Kugelfang im weiteren Verlauf zum Radweg nach Maisach wird, regte Karl Danke (BBV) einen eigenen Radweg entlang der Straße an. 

55 Interessenten gibt es bereits

Markus Reize aus der Bauverwaltung verwies jedoch darauf, dass dort nur wenige Autos fahren werden. „Die Straße ist für Autos eine Sackgasse, weil sie beim Beginn des Radweges nach Maisach für Kraftfahrzeuge gesperrt ist“, erklärte er. Seiner Ansicht nach müssten Radfahrer mit den wenigen Fahrzeugen auch ohne eigenen Radweg zurecht kommen. Welche Firmen auf dem Areal angesiedelt werden, möchte Lackerschmid indessen in den nächsten Wochen so schnell wie möglich klären. Bei der Industha gebe es 55 Interessenten die einen Flächenbedarf von 155.000 Quadratmetern angemeldet hätten. 

Ausschuss segnet Entwurf ab

Je früher klar sei, wer am Kugelfang bauen will, desto besser könne man den Bebauungsplan auf die Bedürfnisse der Firmen abstimmen, so Lackerschmid. Der Ausschuss segnete den Entwurf schon einmal gegen die Stimme von Zierl ab. Ob deren Befürchtung, dass die Straße seinerzeit tatsächlich einen halben Meter zu breit gebaut wurde und es deshalb mit dem Abstand zur Fahrbahn eng werden könnte, wahr ist, soll im Verlauf des Verfahrens geprüft werden.

Andreas Daschner

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