Zehn-Minuten-Takt bei der S-Bahn machbar - Wirtschaftsministerium am Zug 

Zusätzlich 20 Sprinterzüge

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Der S-Bahnhof Fürstenfeldbruck könnte ab Dezember Wendebahnhof für die Express-S-Bahn werden

Fürstenfeldbruck – Der Einsatz zusätzlicher „Express-S-Bahnen“ (Sprinter) zwischen Fürstenfeldbruck und München ist grundsätzlich möglich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die der Landkreis in Auftrag gegeben hat. So könnte bis zum viergleisigen Ausbau der S-Bahnstrecke, der frühestens im nächsten Jahrzehnt abgeschlossen sein wird, ab Dezember dieses Jahres zumindest im Berufsverkehr zwischen der Kreisstadt und der Landeshauptstadt bereits ein Zehn-Minuten-Takt realisiert werden.

 Der Planungsausschuss des Kreistags befürwortet das knapp zwei Millionen-Euro-Projekt einstimmig. Die Entscheidung liegt nun beim bayerischen Wirtschaftsministerium. „Mit freundlicher, aber großer Spannung erwarte ich die Reaktion des Freistaates und wäre sehr enttäuscht, wenn es nicht ginge“, sagte Landrat Thomas Karmasin (CSU) bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie am 11. März im Landratsamt. 

Zu der im Vorfeld vom Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie ablehnenden Haltung meinte Karmasin: „Da lag dem Ministerium das fertige Gutachten noch nicht vor. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass in Zeiten von Wahlen doch etwas geht.“ Das von Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack und dem Geschäftsführer der Vieregg-Rössler GmbH Innovative Verkehrsberatung, Karlheinz Rößler, erarbeitete Gutachten kommt jedenfalls zu dem Ergebnis, dass mit relativ geringen Mitteln und unter Beachtung der bestehenden Infrastruktur, mit Ausnahme einer Bahnsteigerhöhung am Gleis eins des Brucker Bahnhofs, sowie unter Berücksichtigung des bestehenden Zugverkehrs, täglich zusätzlich 20 Sprinterzüge eingesetzt werden könnten.

 Nachdem in den nächsten Jahren weder mit einem Ausbau der S4-Strecke noch dem Bau der zweiten Röhre in München zu rechnen ist, könnten laut Machbarkeitsstudie von Montag bis Freitag in der Zeit von sechs Uhr bis neun Uhr sechs „Express-Züge“ eingesetzt werden, von neun Uhr bis 16 Uhr jeweils stündlich einer und von 16 Uhr bis 19 Uhr nochmals stündlich je drei. Die Züge würden in Fürstenfeldbruck abfahren, in Eichenau, Puchheim und Pasing halten und im Starnberger Flügelbahnhof enden. Aufgrund weniger Haltestationen würde sich die Fahrzeit auf 20 Minuten reduzieren. Entsprechende Züge der ET 420-Serie (4. Generation) könnte man von der Deutschen Bahn AG aus Stuttgart erhalten. Die sind zwar mit breiteren Türen ausgestattet, haben allerdings keine Klimaanlage. Der Hauptgrund, warum nicht mehr Sprinterzüge eingesetzt werden können, ist die Aufnahmekapazität des Starnberger Flügelbahnhofs, erläuterte Bodack, und ein paar Weichen würden auch noch fehlen. Den Einsatz der Sprinter hält der Experte aber für wirtschaftlicher und umweltfreundlicher. Die Erhöhung des Bahnsteigs am Gleis eins im Brucker Bahnhof würde ca. 300.000 Euro kosten. Die Gesamtkosten für das Projekt würden sich nach dem Trassenentgelt der Deutschen Bahn AG richten, informierte Verkehrsexperte Rößler. Er schätze den Betrag auf 1,8 Millionen Euro für die von den Sprintern im Jahr etwa 300.000 zurückgelegten Streckenkilometern. 

 Kreisrat Hubert Ficker (CSU) betonte, dass auch die Pendler aus dem westlichen Landkreis davon profitieren würden. Sternförmig steuern die Busse aus dem Landkreis arbeitstäglich den Brucker Bahnhof an. Durch eine relativ kleine Anpassung des Busbetriebs würde die Verbindung noch attraktiver werden. Und nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Konversion des Fliegerhorstes mit einem neuen Stadtviertel mit zusätzlichen Arbeitsplätzen und Anwohnern, ergänzte Kreisrätin Karina Werner (SPD). Als ein erfreuliches Ergebnis bezeichnete Landrat Thomas Karmasin die Vorstellung der Studie. Auch wenn es sich nur um eine Übergangslösung handle, müsse die Politik mit Nachdruck jetzt darauf drängen, dass die Realisierung möglichst schnell erfolgt.

 Dieter Metzler

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