Kooperation mit Emmeringer Wehr?

Doch keine zweite Feuerwache in Bruck?

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Die Emmeringer Wache könnte nach Ansicht vieler Brucker Stadträte auch zu einer Kooperationsfeuerwache mit Fürstenfeldbruck ausgebaut werden.

Überraschend setzte der Planungs- und Bauausschuss auf seiner jüngsten Sitzung die Beratung über die Entwurfsplanung der zweiten Brucker Feuerwache an der Flurstraße aus. Auf Antrag Andreas Rothenbergers (BBV) entschied eine 12:3 Stimmenmehrheit, dass die Stadt mit der Gemeinde Emmering sowie der örtlichen Feuerwehr nochmal Gespräche aufnehmen soll, um zu prüfen, ob nicht doch eine Kooperation möglich wäre.

Im Februar 2017 beschloss der Stadtrat den Bau einer zweiten Feuerwache. Hintergrund ist, dass die Brucker Wehr von ihrem Standort in der Landsberger Straße aus nicht alle Stadtgteile innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zehn Minuten erreichen kann. Kritisch wird es vor allem im östlichen Stadtgebiet sowie am Fliegerhorst und der angrenzenden Flüchtlingseinrichtung. Ein Jahr später einigte man sich auf den Standort an der Flurstraße neben der Gärtnerei Würstle. Nun sollte im Planungs- und Bauausschuss über die ersten Entwürfe der neuen Feuerwache beraten werden – doch soweit kam es erst gar nicht. Stadtrat Anderas Rothenberger (BBV) beantragte, nochmals eine Kooperation mit der Emmeringer Feuerwehr zu prüfen. Diese decke „ohnehin bereits Biburg, die Erstaufnahmeeinrichtung sowie Teile des östlichen Stadtgebiets ab.“ 

Brucks Kommandant bezweifelt Einigung

Er habe mit dem Emmeringer Bürgermeister Michel Schanderl sowie dem dortigen Kommandanten Robert Klement telefoniert und beide hätten Gesprächsbereitschaft signalisiert. Zudem wird die Emmeringer Wache neu gebaut. Da könne man auch gleich zusammen „eine Kooperationsfeuerwache errichten“, so Rothenberger. Selbst wenn man eine Drehleiter sowie die Kosten für die Personalaufstockung finanziere, kämme man immer noch billiger, als knapp sechs Millionen Euro für einen Neubau auszugeben. „Natürlich haben wir mit Emmering im Vorfeld auch gesprochen“, so Brucks Kommandant Michael Ott, „aber denen wird es jetzt schon zu viel.“ Ott bezweifelt, dass es zu solch einer Einigung kommen wird und befürchtet, dass erneute Gespräche das Vorhaben nur weiter verzögern werden. Eine klare 12:3 Mehrheit sprach sich trotzdem dafür aus, nochmal Gespräche mit der Nachbargemeinde zu führen, bevor man die eigenen Planungen weiterverfolge.

Feuerwehrreferent Lohde: "Zweite Feuerwache notwendig"

 „Wir sollten uns die Zeit nehmen“, so Hans Schilling (CSU), es gehe einfach um viel Geld. CSU-Fraktionschef Andreas Lohde, der aus dienstlichen Gründen an der Sitzung nicht teilnehmen konnte, widerspricht dem vehement. In einem Gespräch mit dem Kreisboten betont der Feuerwehrreferent die Notwendigkeit einer zweiten Brucker Feuerwache. „Es geht nicht nur um eine Drehleiter oder zusätzliche Stellplätze“, erklärt Lohde, „sondern um die Übernahme des Brandschutzes innerhalb der gesetzlich vorgeschrieben zehn-Minuten-Frist. Mit Blick auf die anstehende Konversion des Fliegerhorstgeländes bemerkt Lohde, dass dieses von Emmering auch nicht innerhalb von zehn Minuten zu erreichen wäre. Zudem muss man bedenken, was auf die Emmeringer Wehr zu käme. In 2018 hatte die Brucker Feuerwehr circa 120 Einsätze östlich der Hauptstraße, die dann von den Emmeringern abzudecken wären.

Peter Fischer

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