Wie sieht das Gröbenzell der Zukunft aus?

Wünsche der Gröbenzeller auf Bierdeckel und Tischdecken

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Auf den Plänen, die wie Tischdecken auf den Tischen lagen, konnten Bürger ihre Anregungen, Wünsche und Ideen niederschreiben.

Treffpunkte für die Jugend, einen Bahnhofsplatz auf beiden Seiten der Bahn oder sogar eine Fußgängerzone – so könnten sich die Gröbenzeller ihren Ort in Zukunft vorstellen. Diese Punkte jedenfalls nannten die Bürger bei der Planungswerkstatt zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK)

Gröbenzell - Rund 100 Gröbenzeller waren in den Mehrzwecksaal des Freizeitheims an der Wildmoosstraße gekommen, um mitzureden, wie sich ihr Ort entwickeln soll. Im Sommer 2017 fiel in der Gröbenbachgemeinde der Startschuss für das ISEK. Dieses Konzept ist rechtlich zwar nicht bindend, soll aber für die nächsten 15 bis 20 Jahre einen Rahmen vorgeben, wie sich die Gemeinde künftig aufstellen kann. 

Mit Analysen und Erfahrungen Ideen ergänzen

Eine erste Bürgerbeteiligung fand bereits im Juli 2017 statt. Danach wurden Bestandsaufnahmen gemacht, Analysen erstellt und erste Ziele definiert. Dabei durften nun auch die Bürger im Rahmen der Planungswerkstatt mitwirken. Ihre Aufgabe war es, die vorhandenen Analysen durch ihre Erfahrungen und Ideen zu ergänzen. Stärken und Schwächen Gröbenzells sollten aufgezeigt und Handlungsfelder erarbeitet werden. „Denken Sie dabei auch schräg und schrill“, forderte Bürgermeister Martin Schäfer die Teilnehmer auf. So kam wohl auch die Idee einer für eine Gemeinde wie Gröbenzell nicht unbedingt üblichen Fußgängerzone auf. Fast zwei Stunden werkelten die Bürger an den Plänen, die als Decken auf den Tischen im Mehrzwecksaal auslagen und mit allen möglichen Ideen beschrieben werden durften. 

Stand-Up Paddeln, Fahrradverbindungen und Erhalt der Bäume

Zum Schluss durften sie noch zusätzliche Wünsche und Anregungen auf einen Bierdeckel schreiben und in eine bereitgestellte gelbe Box einwerfen. Sowohl die beschrifteten Tischdecken, als auch die Bierdeckel müssen in den kommenden Wochen noch detailliert ausgewertet werden. In einer Zusammenfassung am Ende des Abends wurden aber bereits erste Schlagworte genannt, was den Gröbenzellern an ihrem Ort lieb und teuer ist und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Für den Gröbenbach wurde zum Beispiel eine Möglichkeit zum Stand-Up Paddeln ebenso in den Ring geworfen, wie der Erhalt der dortigen Bäume. Aber auch Fahrradverbindungen, die Sicherheit auf den Radwegen, eine vielfältige Versorgung in der Ortsmitte und Barrierefreiheit sind Themen, die die Bürger bewegten. 

Zuschüsse aus der Städtebauförderung

Die Ergebnisse der Planungswerkstatt fließen in einen Maßnahmenkatalog samt Prioritätenliste, Zeithorizont und Kostenschätzungen ein. Danach liegt es am Gemeinderat, die Maßnahmen mit entsprechenden Beschlüssen voranzutreiben. Welche Anregungen letztlich umgesetzt werden können, muss sich zeigen. Das hängt auch von den Finanzen ab. Immerhin kann die Gemeinde für im ISEK-Prozess erarbeitete Projekte auf Gelder aus der Städtebauförderung bauen. Zuschüsse von bis zu 60 Prozent der Kosten können laut Schäfer abgerufen werden. 

Andreas Daschner

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