Bundesweite Protestaktion 

Plastikfreies Picknicken im Bürgerpark in Gröbenzell

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Mitten im Bürgerpark Gröbenzell genossen Larissa Holmer, ihre Kinder und der Familienhund das gesellige Protest-Picknick gegen Plastik

Mitten im Bürgerpark Gröbenzell hat es sich Larissa Holmer auf einer rot-blau-karierten Decke gemütlich gemacht und verteilt frisch aufgeschnittene Melonenstücke an ihre Kinder. Zuvor hatten sie sich bereits an den vielen schmackhaften Leckereien, die ihre Mutter in praktischen Edelstahlboxen verstaut hatte, bedient.

Gröbenzell - Gleich nebenan werden ebenfalls Köstlichkeiten wie selbst gemachte Brotaufstriche in Glasbehältern aus den bunten Körben gezaubert und in der Mitte der Decke verteilt, damit auch wirklich jeder etwas abbekommt. Jedoch haben sich die Teilnehmer des Picknicks am vergangenen Sonntag nicht zufällig auf ihren mitgebrachten Decken und Stühlen niedergelassen. Mit ihrer Anwesenheit unterstützen sie den friedlichen Protest gegen Plastik, welcher im Zuge einer bundesweiten Aktion vom WWF ins Leben gerufen wurde, um auf die immer größer werdende Plastikflut aufmerksam zu machen. Die Organisation eines solchen Picknicks in Gröbenzell, ist dem Bund Naturschutz und der Initiative „Unverpackt“ zu verdanken. 

Plastik lauert in den Supermärkten überall 

Die 32-jährige Larissa setzt sich bereits seit Jahren mit der Vermeidung von Plastik auseinander und hat für sich selbst Alternativen in Form von selbst gemachtem Müsli und Edelstahltrinkflaschen gefunden. Deshalb fiel es ihr auch an diesem Tag nicht sonderlich schwer ihren Korb ganz ohne Verpackungsmüll zu füllen. „Es geht so einfach, man muss sich nur umstellen und einleben,“ erklärt die zweifache Mutter. Doch der Anfang fällt oft schwer, vor allem wenn im nächsten Supermarkt weiterhin eingeschweißtes Gemüse oder mehrfach verpacktes Obst warten und in den Regalen Plastikteller und Trinkhalme lauern.

Ariane Zuber steht Interessierten beim Umstieg mit Rat und Tat beiseite

Für den ersten Einstieg in ein Leben mit weniger Müll, steht Ariane Zuber, Erste Vorsitzende des Bund Naturschutzes mit Rat und Tat beiseite und führt Interessierten Strohhalme aus Glas und Bambus oder Obstbeutel aus Baumwolle vor. „Die meisten Menschen sind dankbar, wenn man ihnen Alternativen zu Plastik nennt,“ sagt Zuber. 

Manchmal fällt das Verzichten aber auch schwer

Plastikteller und -besteck, Trinkhalme oder Einwegdosen sucht man in dem geblümten Picknickkorb von Pascal Schwarz, Christina Eimer und Philip Eimer vergeblich. Stattdessen wird aus Glasschüsseln der frische Couscous Salat auf Porzellantellern verteilt. Seit Februar leben Pascal und Christina sogar zu Hause komplett ohne Plastik. Auf manche Dinge muss dann jedoch verzichtet werden. „Tofu ist leider fast immer verpackt, der fehlt mir,“ erzählt der 25-jährige Pascal. Obwohl der Verlust schmerzt, verzichtet er von nun an gerne darauf – alles, um dem lästigen Verpackungsmüll zu entgehen. Auch wenn die drei Freunde mit einem guten Vorbild vorangehen, wissen sie, wie schwer es vielen fällt, dem unnatürlichen Kunststoff den Kampf anzusagen. „Manche haben einfach keine Lust und verzichten aus Bequemlichkeit nicht auf Plastik, dabei ist es eine reine Gewohnheitssache,“ stellt die 21-jährige Christina abschließend fest. 

Julia Huß

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