Regionales Essen im Vordergrund

Regionales Essen, bio, Bürokratie: Landratskandidaten stellen sich den Fragen der Bauern

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Auf dem Podium (von links): Kreisbäuerin Karin Sepp, Kreisobmann Georg Huber, Thomas Bode, Ernestine Martin-Köppl, Christian Holdt, Thomas Karmasin, Sandra Meissner, Christoph Maier, Jan Halbauer.

Knapp zwei Stunden erhielten die sechs Herausforderer von Landrat Thomas Karmasin (CSU) beim politischen Frühschoppen im Bürgerhaus in Mammendorf Gelegenheit, ihre Meinungen zu aktuellen landwirtschaftlichen Themen zu äußern.

Mammendorf – Neben dem amtierenden und sich wieder bewerbenden Landrat nahmen Sandra Meissner (FW), Jan Halbauer (Grüne), Ulrich Bode (FDP), Christoph Maier (SPD), Christian Holdt (ÖDP) und Ernestine Martin-Köppl (Linke) an der Runde teil.

Viel zu besprechen

Landwirtschaft und Landratsamt haben regelmäßig Berührungspunkte, sagte Kreisobmann Georg Huber bei seiner Begrüßung, deshalb sei es für die Bauern wichtig, die Meinung der Bewerber um den Sessel im Landratsamt zu erfahren. Bevor BBV-Pressesprecher Markus Drexler in die Diskussion einstieg, stellte er alle Kandidaten vor. Dass es aktuell vieles zwischen Landwirtschaft und Politik zu besprechen gibt, das wurde bei diesem politischen Frühschoppen recht schnell deutlich.

Regionale Lebensmittel in Schulen

So sollte in den öffentlichen Einrichtungen, vornehmlich in den Schulen, regionales Essen ausgegeben werden. Maier meinte, die Qualität sollte entscheidend sein, nicht der Preis. Die Ernährungsstandards sind noch nicht da, wo sie sein sollten, kritisierte Halbauer, und für Meissner liegt das Problem daran, dass nicht richtig ausgeschrieben werde. Karmasin klärte auf, dass an sechs der Landkreis-Gymnasien frische Produkte verwendet werden, nur an einem Tiefkühlkost. Im Krankenhaus streiken leider die Krankenkassen aus Budgetgründen.

Bauen vs. Landwirtschaft

Einen großen Raum nahm die Problematik beim Flächenverbrauch ein. Karmasin sprach die Produktionsintegrierte Kompensation (PIK) an, ein Synonym für Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen. Das Naturschutzrecht fordert Ausgleichsflächen, das hat aber auch dazu geführt, dass wertvolle Produktionsflächen entzogen wurden. „Die Bauern werden mit Vertragsbestimmungen bombardiert“, kritisierte Holdt, und Bode meinte es sei leichter eine Bank zu führen, als einen Hof aufgrund der vielen Vorschriften. Es müsse mehr für die kleinen Bauern getan werden, forderte Martin-Köppl. Sie müssen mehr von Bürokratie entlastet werden. Meissner wünscht sich bei Entscheidungen die Ermessensspielräume wohlwollender zu händeln und den Bauern mehr Hilfestellung zu geben. Maier plädierte dafür effizienter zu Werke zu gehen, wertvoller mit den Flächen umzugehen und enger zu bauen, es müsse mehr Fläche für die Landwirtschaft übrig bleiben. Er forderte, endlich was zu tun und nicht nur zu reden. Halbauer schlug vor, in die Höhe zu bauen.

Mehr Rückhhalt

Ein großes Konfliktpotenzial besteht zwischen der immer dichter werdenden Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Nutzung. Einig waren sich die Kandidaten, dass die Menschen mehr Rückhaltung üben sollten, der Landwirtschaft mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung schenken sollten. „Ich kaufe lieber regional, als Bio von irgendwoher aus der Welt“, sagte Karmasin zum Thema Bio-Lebensmittel. Weitere Fragen beschäftigten sich mit dem Tierwohl, Baugenehmigungen im Außenbereich, Trink- und Abwasser, und dem landwirtschaftlichen Verkehr in der Region.

Dieter Metzler

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