Was Puchheim von Kopenhagen lernen kann

"Radverkehr muss sexy sein"

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Bei der Podiumsdiskussion in der Alten Schule in Puchheim-Ort versuchten (von links) Udo Schiemann (Tiefbauamtsleiter bei der Stadt Puchheim), Heinrich Moser (Verkehrsclub Deutschland), Uta Wüst (Bürgermeisterin der Gemeinde Gräfelfing), Aurel Zimmermann (Green City Experience GmbH) und Bürgermeister Norbert Seidl Ansätze für ein ähnliches Radmodell wie in Kopenhagen finden.

Ein scheinbar alltägliches Bild in Kopenhagen: Eine ganze Reihe von Radlern wartet vor einer roten Ampel. Neben ihnen stehen die Autos, ebenfalls wartend. Als das Licht auf Grün umschaltet, setzt sich zunächst das Fahrradgespann in Bewegung und die Autofahrer warten geduldig ab – in Deutschland unmöglich, oder? In der Alten Schule in Puchheim wollten Udo Schiemann, Heinrich Moser, Uta Wüst und Aurel Zimmermann das herausfinden. Sie beschäftigten sich mit der Frage, inwieweit die wohl fahrradfreundlichste Stadt Europas Kopenhagen Vorbild für Puchheim sein kann und wie ein solches Konzept umgesetzt werden kann. Die Moderation übernahm Bürgermeister Norbert Seidl.

Fürstenfeldbruck - Gut gefüllt ist der Saal in der Alten Schule in Puchheim, nur wenige Plätze sind leer geblieben. Anlässlich des vierten Tages der Mobiltätswoche in Puchheim, geht es heute um die Frage, was kann ich aus der fahrradfreundlichsten Stadt Europas lernen – und vor allem: Funktioniert dieses Konzept auch in Puchheim. Dazu hat Bürgermeister Norbert Seidl zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Jeder der vier – eingeschlossen Seidl – hatte sich vor einiger Zeit selbst ein Bild vor Ort in Kopenhagen gemacht, nachdem sie mit der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) eine Tour durch die dänische Fahrradstadt unternommen hatten. Nun stand vor allem im Fokus, wie ein solches Konzept zwischen Zwei- und Vierrädern auch in Puchheim funktionieren kann. 

Zuständigkeiten sind eine Hürde

Diskussionsteilnehmer Aurel Zimmermann und Mitveranstalter der Tour war ebenfalls beim Podium anwesend, zu dem ebenfalls Heinrich Moser vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), Udo Schiemann, Tiefbauamtsleiter der Stadt Puchheim sowie die Bürgermeisterin der Gemeinde Gräfelfing, Uta Wüst geladen waren. Als erste Hürde für den Radverkehr machten die Teilnehmer die verschiedenen Kompetenzen im Radverkehr unter anderem bei Stadt und Landkreis aus. „Die Zuständigkeiten sind eine Hürde, aber die Gemeinde hat auch viele Möglichkeiten“, betont Heinrich Moser. 

Den Zugang zum Rad erleichtern

Problem sei, dass man sich zu den Prioritäten bekennen müsse und auch in den Planungen den Radverkehr berücksichtigen muss. Von Klagen hält er dagegen nicht viel. „Vermitteln, nicht klagen“, so die Devise. Doch nicht nur viele Baustellen machen es den Radlern schwer Fuß zu fassen, auch bräuchte es ausreichend Fahrradständer. So soll die Chancengleichheit und der Zugang zum Rad erleichtert werden. Daran knüpft Uta Wüst an: „Die Verkehrswende muss sexy sein“, sagte die Grä- felfingerin. Die Menschen würden keine Fahrräder wegen der Umwelt kaufen, sondern weil es Spaß macht, damit zu fahren. Das sehe man an den E-Bikes. Neben leicht schrägen Mülleimern und abgegrenzten Fahrradwege in Kopenhagen, müsse man sich in Puchheim und Deutschland vor allem auf eines konzentrieren: „Gegenseitige Rücksicht im Straßenverkehr“, sagte Udo Schiemann. Und da waren sich alle einig. 

Eine Fahrradbrücke über den Bahnhof?

Vier Bürger stellten im Anschluss Konzepte für den Radverkehr in Puchheim vor, bei dem die Diskussionsteilnehmer „bieten“ konnten – mit Schokoladen-Taler. Wem eine Idee gefiel, der setzte eine bestimmte Anzahl an Talern und bekam den Zuschlag. Besonders hart gekämpft – 21 Münzen – wurde bei der Überlegung, den Radverkehr mittels einer Brücke über die Bahngleise des Bahnhofs Puchheim zu bewegen. Doch auch alle anderen Vorschläge – Autofrei, Klimanotstand ausrufen und neuer Wegeplan – werden von der Stadt weiter verfolgt. 

Hamann

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