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Polarforscher berichtet von seinen Erfahrungen am Südpol

Leben in absoluter Isolation

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Bei den derzeitigen Außentemperaturen ist es ratsam, sich warm anzuziehen. Jedoch hat kaum einer die Temperaturen, die am Südpol herrschen am eigenen Leib erlebt. Anders als Robert Schwarz. Demonstrativ betritt er am Mittwoch- abend, 16. Januar, die Bühne seiner ehemaligen Schule, dem Carl-Spitzweg-Gymnasium, in voller Wintermontur – von den dicken Handschuhen über die isolierte Winterjacke und eine Atemschutzmaske.

Germering - Der Enthusiasmus ist ansteckend. Am besten Sachen packen und gemeinsam mit Schwarz, dem Astrophysiker und Polarforscher, der die meisten Winter in Folge – mittlerweile 14 – am Südpol verbracht hat ins Flugzeug steigen und sich aufmachen in die Amundsen- Scott-Forschungsstation am anderen Ende der Welt. Bei seinem Vortrag „Leben im ewigen Eis“, erscheinen den Hörern sogar minus 80 Grad Celsius als unglaublich verlockend. Die Aula der Schule war bis auf den letzten Platz gefüllt. Neben wissbegierigen Schülern, Eltern und am Südpol interessierten Menschen waren auch viele ehemalige Lehrer und Schüler vor Ort – das wollte sich niemand entgehen lassen. Wer denkt, der Vortrag eines Astrophysikers sei langwierig und fad, hat nicht mit der Eloquenz und den beeindruckenden Bildern aufbereitet in einer PowerPoint Präsentation von Robert Schwarz gerechnet. 

Immer Unterhaltung geboten

Isolation und Dunkelheit, zwei Begriffe, die einem im Zusammenhang mit dem Südpol in den Kopf kommen, könne Schwarz vor Ort schnell ausblenden. „Ich habe so viel zu tun, da wird mir nicht langweilig. Arbeitstage von 16 bis 18 Stunden, besonders in den Sommermonaten, sind da keine Ausnahme“, so Schwarz. Auch wenn es für ein halbes Jahr dunkel wird, dann ist das Unterhaltungsprogramm in der Station groß, wenn der Polarforscher nicht gerade das Teleskop, an dem er seit mehreren Jahren arbeitet, von den Schneemassen befreien muss. Eine große Turnhalle, in der regelmäßig Volleyball gespielt wird, Musikinstrumente, die zur freien Verfügung stehen, massig DVDs für Filmabende und auch Aktivitäten, die draußen stattfinden, versüßen den Alltag der im Winter bis zu 50-köpfigen Crew bestehend aus Wissenschaftlern und Unterstützern wie Köchen, Ärzten und Mechanikern. Dennoch finden regelmäßig Trainingseinheiten statt für die unterschiedlichen Notfallteams – Schwarz ist beispielsweise noch Chirurgie-Assistent.

"300er Club"

Als Besonderheit nennt Schwarz dabei neben dem von ihn eingeführten Oktoberfest den „300er Club“. Fallen die Temperaturen auf minus 100 Grad Fahrenheit, gehen seine Bewohner in eine auf 200 Grad Fahrenheit aufgeheizte Sauna, bis sie dann – nur mit Schuhen bekleidet – um den geographischen Südpol laufen. Ein Ritual, an dem Robert Schwarz jedes Mal gerne teilnimmt, „für ein paar Minuten hält man das gut aus“. Wer sich das zutraut, wird in den Club aufgenommen. Der Pol, so verrät er weiter, verschiebt sich im Laufe eines Jahres um etwa zehn Meter.

Ende in Sicht?

Auch Amazon-Bestellungen könne man vom Südpol aus aufgeben, der Rekord lag bei zehn Tagen im Sommer – im Winter kann es jedoch vorkommen, dass man aufgrund der Wetterverhältnisse, bei denen die Flugzeuge nicht in völliger Dunkelheit landen können, bis zu achteinhalb Monate auf ein Päckchen warten müsse. Für alle Teenager ein Albtraum, Internet gebe es nur zehn Stunden lang am Tag, Telefonate können aber über ein Iridium-Telefon geführt werden. Bald soll es für ihn vorbei sein mit den Forschungen am Südpol, aber so ganz können die Zuhörer das Schwarz zum Ende seines Vortrags nicht abkaufen – dafür liebt er seinen Job zu sehr.

Claudia Becker

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