Weniger Unfälle, mehr Verletzte

Polizei Germering veröffentlicht Verkehrsunfallstatistik für 2020

Rettungskräfte stehen an einem verunfallten, schwarzen Auto.
+
Ein Todesopfer gab es 2020 laut Verkehrsunfallstatistik im Inspektionsbereich Germering – ein 22-Jähriger war im September auf der B2 kurz vor der Ausfahrt Germering-Nord mit seinem Opel gegen die Leitplanke geprallt und in den Gegenverkehr geraten.

Germering/Landkreis – Nach der Kriminalstatistik veröffentlicht die Polizeiinspektion Germering nun auch die Verkehrsunfallstatistik für ihren Dienstbereich, der Germering Puchheim, Eichenau, Alling und Gilching umfasst. Hier wurden im Jahr 2020 1.928 Verkehrsunfälle registriert. „Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle des Jahres 2020 im Zuständigkeitsbereich sind um 14,87 Prozent zurückgegangen“, informiert Polizeihauptmeisterin Sabine Hochholdinger von der PI Germering. Grund für den Rückgang sei vor allem die Corona-Pandemie.

Trotz Rückgang der Verkehrsunfälle stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 3,71 Prozent von 269 auf 279. Bei diesen wurden 285 (Vorjahr 291) Personen leicht, 34 (42) schwer und eine (0) Person tödlich verletzt. „Als schwer verletzt, gilt eine Person, die stationär mindestens 24 Stunden im Krankenhaus behandelt wird“, führt Holchholdinger die polizeiliche Definition aus.

Bei 592 (729) Unfällen wurde der Vorfall als schwerwiegender Verkehrsunfall mit Sachschaden aufgenommen. Die Polizei Germering bearbeitete zudem 475 (586) Verkehrsunfallfluchten, was einen Rückgang von 18,94 Prozent bedeutet. Von diesen konnten 170 (230) geklärt werden.

Die Art der Unfälle

Die Zahl der Unfälle, bei denen die Verursacher unter dem Einfluss von Alkohol standen, stieg um 28,27 Prozent und zwar von 21 auf 27 Unfälle. Dem gegenüber nahm die Anzahl der Unfälle von Personen unter dem Einfluss von Drogen um 80 Prozent ab. 2020 wurden noch fünf Unfälle verzeichnet, 2020 ein Verkehrsunfall. „Zu Schaden kamen bei diesen alkohol- und drogenbedingten Unfällen zwölf Personen, acht versuchten sich durch unerlaubtes Entfernen vom Unfallort dem kommenden Strafverfahren zu entziehen“, berichtet Hochholdinger.

Die Zahl der Schulwegunfälle, blieb auf dem gleichen Stand wie im Vorjahr, nämlich bei drei. In allen drei Fällen wurden auch Schüler verletzt. „Die Zahl der Wildunfälle sank deutlich im Vergleich zum Vorjahr von 143 auf 110“, betont die Polizeihauptmeisterin.

Die Unfall-Beteiligten

Die Beteiligung junger Erwachsener (18 bis 24 Jahre) am Unfallgeschehen sank um 8,78 Prozent von 148 auf 135 Unfälle. Hiervon verursachten sie jedoch 80 (68) Unfälle selbst. „Dies entspricht einer Steigerung um 17,64 Prozent“, führt Hochholdinger aus. Hauptunfallursachen liegen hier bei Vorfahrts- und Vorrangverstößen, ebenso Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren. Die Unfälle mit Senioren (ab 65 Jahre) sanken auf 240 (285). Dies ist in dieser Personengruppe ein Rückgang von 15,78 Prozent. Als Radfahrende stiegen hingegen die Unfälle in dieser Personengruppe um 19,51 Prozent an und zwar von 41 auf 49.

Fußgänger waren in 28 (26) Fällen an einem Verkehrsunfall beteiligt. „Hier wurden die meisten Fußgänger beim Abbiegen von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen“, schildert Hochholdinger.

Die Verkehrsunfälle, bei denen Motorräder beteiligt waren, stiegen um 30,30 Prozent an. Im Jahr 2019 waren es noch 33 Verkehrsunfälle, im Jahr 2020 hingegen 43 Unfälle. Hiervon setzten 21 Kradfahrer die Ursache für den Unfall selbst. „Hier sind die Ursachen vielfältig, von zu geringem Abstand, Wild auf der Straße, als auch Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit. In den Fällen, in welchen die Kradfahrer nicht den Unfall selbst verursachten, wurde ihnen vorrangig die Vorfahrt oder der Vorrang durch Pkw genommen“, erklärt Hochholdinger.

Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung stiegen von 25 auf 30 Unfälle. Hier liege die Hauptursache bei fehlerhaftem Abbiegen, Vorfahrtsverstößen und Fehlern beim Wenden und Rückwärtsfahren.

Tendenziell nahmen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Germering die Unfälle mit Beteiligung von Radfahrenden im Vergleich zum Vorjahr mit 2,73 Prozent lediglich leicht zu. Bei fast Dreiviertel der Unfälle, also bei 103, setzten die Radfahrer selbst die Ursache oder waren ohne Beteiligung eines weiteren Verkehrsteilnehmers“, sagt Hochholdinger. Dies entspricht einer Steigerung um 7,29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Unfallursachen

Als Ursache „Geschwindigkeit“ wurden im Jahr 2020 bei 23 (17) Verkehrsunfällen aufgenommen. Dies entspricht einer Steigerung um 35,29 Prozent. Die Verursacher waren in der Regel alleinbeteiligt. Vorrangig setzten die Ursache hierfür Pkw-Fahrer. „Eine Ursache für das Überschreiten von Geschwindigkeiten dürfte auch vor dem Hintergrund der Pandemie liegen. Während des Lockdowns waren die Straßen freier, wodurch Verkehrsteilnehmer auch schneller unterwegs waren“, erklärt Hochholdinger diese Entwicklung. Dies zeige sich auch in den Geschwindigkeitsmessungen. Trotz ungefährer gleicher Anzahl von Messungen gab es zwar weniger Gesamtbeanstandungen, jedoch die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße, welche mit einem Fahrverbot geahndet wurden, nahm stark zu.

red

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Kommentare