Hauptversammlung der Polizeigewerkschaft Bruck

Polizei im Landkreis weiter unterbesetzt

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GdP-Landesvorsitzender Peter Schall (links) und GdP-Kreisvorsitzender Josef Fuksa ehrten den ehemaligen Lehrer der Polizeifachhochschule Berthold Partsch für 40-jährige Mitgliedschaft

Die Schließung der Polizeiinspektion Gröbenzell und die unbefriedigende Stellenbesetzung waren unter anderem die Themen bei der Versammlung der Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP). 30 Mitglieder und Gäste konnte der Vorsitzende der GdP, Kreisgruppe Fürstenfeldbruck, Josef Fuksa, zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Aktuell hat die Kreisgruppe 170 Mitglieder. Für 40-jährige treue Mitgliedschaft ehrten der anwesende Landesvorsitzende Peter Schall und Fuksa den 78-jährigen Berthold Partsch, einen ehemaligen Fachlehrer der Polizei-Fachhochschule.

Fürstenfeldbruck - Der 24-jährige Fuksa, der vor einem Jahr den Kreisgruppenvorsitzenden Stephan Dodenhoff ablöste, ging in seinem ersten Tätigkeitsbericht auf die Probleme bei der Auslieferung der neuen Uniform sowie auf die zahlreichen Qualitätsmängel ein. Als Erfolg bezeichnete Fuksa dabei, dass die von der GdP initiierte Mängelauswertung von der Projektgruppe an den Hersteller herangetragen wurde. Als weiteren Erfolg stellte Fuksa seine Kontaktaufnahme zu den beiden Rundfunkanstalten, BR 3 und Antenne Bayern heraus, als er zu den Kampagnen der beiden Sender „Rettungsgasse“ seine Erfahrungen als Autobahnpolizist einbrachte. Was vielleicht viele überrasche, meinte Fuksa, dass die GdP der Schließung der Polizeiinspektion Gröbenzell positiv gegenüberstehe, dafür gebe es jedoch logische Gründe, ohne darauf einzugehen. Was allerdings nicht nachvollziehbar sei, so Fuksa, das seitens der Behördenleitung gesagt werde, „man könne dadurch mehr Personal auf die Straße bringen.“ 

Landkreis Fürstenfeldbruck weiter unterbesetzt

Als er sich die Stellenbesetzung ansah, sei er doch überrascht gewesen, meinte Fuksa. Dass die Polizei unterbesetzt sei, sei allgemein bekannt. Der Landkreis Fürstenfeldbruck sei dabei sogar noch weiter unterbesetzt als normal. Im Präsidiumsbereich habe man eine Unterbesetzung von 3,4 Prozent, im Bereich Bruck sind es 13,2 Prozent beim Vergleich Soll-Ist-Stellen. Wenn man die Stellen noch dazu nehme, die Elternteilzeit und Krankenstände berücksichtigen, dann sei man präsidiumsweit bei 11,8 Prozent und im Landkreis, zu der die in München ansässige Autobahnpolizei mitrechnet, die aber organisatorisch zu Bruck gehört, gar bei 25 Prozent. Das sei eine doppelte Unterbesetzung gegenüber dem Präsidialbereich, so Fuksa. Ein untragbarer Zustand im Ballungsraum um München. 

Schall: Einsätze der Bundespolizei an der Grenze auf sechs Monate verlängert

Die Neueinstellungen bezeichnete Fuksa als Milchmädchenrechnung, denn das seien Einstellungen, um die Ruheständler der nächsten fünf, sechs Jahre aufzufangen. „Da hat der Dienstherr versagt. Ausbaden müssen es die kleinen Polizeibeamten.“ Der bayerische Landesvorsitzende Schall informierte anschließend die GdP-Mitglieder über das neue Polizeiaufgabengesetz, die neue bayerische Grenzpolizei, über den Nachtragshaushalt mit der Erhöhung der Ballungsraumzulage, einer monatlichen Zahlung für IT-Kräfte, sowie über die Personalstellen- und Beförderungssituation. Die Unterstützung der Bundespolizei an der Grenze wurde aktuell für sechs Monate verlängert, teilte Schall mit. Bei einer Rund-um-die-Uhr-Unterstützung seien das nicht eine Hundertschaft, sondern drei, stellte Schall dabei heraus. 

Jeder Bürgermeister will eine eigene Polizei in der Gemeinde

Die Auflösung der Polizeiinspektion Gröbenzell mache Sinn, meinte Schall, wenn man bedenke, dass sich im Umkreis von zehn, 20 Kilometern drei Polizeidienststellen befinden und darüber hinaus auch noch ein riesiger Investitionsrückstau bestehe, wo die Mittel stets im Landtag beantragt werden müssten. Die Gemeinden würden sich überbieten mit dubiosen Angeboten, so Schall. So soll sich das Gebäude in Olching in keinem guten Zustand befinden, oder ob man nicht doch in Gröbenzell eine Inspektion irgendwo bauen könnte und auch Puchheim habe sich angeboten. Jeder Bürgermeister würde gern eine eigene Polizei in seiner Gemeinde haben wollen.

Dieter Metzler

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