Kriminal- und Verkehrsstatistik 2015

Noch heile Welt in Germering

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Zogen Bilanz aus 2015 (von links): Polizeihauptkommissar Andreas Ruch, Erster Polizeihauptkommissar Jürgen Dreiocker und Polizeioberkommissar Erich Heinz.
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Germering – „Bei uns ist die Welt noch in Ordnung“, schlussfolgerte Polizeioberkommissar Andreas Ruch beim Pressegespräch zur Verkehr- und Kriminalstatistik für 2015 im Germeringer Dienstbereich. Er und seine Kollegen Jürgen Dreiocker und Erich Heinz stellten die Zahlen zu Unfällen und Verbrechen vor.

2052 Straftaten erfasste im letzten Jahr die Polizeiinspektion Germering, zuständig für Germering, Alling und Gilching. Dies bedeutet ein Zuwachs von zwölf Fällen. „Besonders freut uns der Anstieg der Aufklärungsquote“, sagte Ruch. Denn 62,6 Prozent der Straftaten konnten aufgeklärt werden, damit stieg die Aufklärungsquote um 4,7 Prozent. So kommt die Germeringer Polizei dem Durchschnitt von 64,4 Prozent im Präsidium Oberbayern Nord näher.

1040 Tatverdächtige konnten ermittelt werden. Davon waren 31,2 Prozent Ausländer. Im Präsidium Oberbayern Nord liege laut Ruch diese Quote bei 32,4 Prozent. „Wir können sagen, die Erwachsenen sind braver geworden, die Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden dafür böser“, fasste er die Statistik zu den Altersgruppen zusammen. Zwar gingen die Gewalttaten bei Jugendlichen zurück, jedoch häufen sich Festnahmen wegen Drogenbesitzes. Vor allem Marihuana sei im Umlauf.

Weniger Wohnungseinbrüche dank Prävention

„Positiv ins Auge sticht, dass wir deutlich weniger Diebstähle verzeichnen konnten“, erzählte Jürgen Dreiocker. 83 weniger Diebstähle als 2014 gab es im letzten Jahr. Vor allem die Wohnungseinbrücke sind rückläufig. Als Grund nennt Ruch die Päventionsveranstaltungen. Wo Prävention ebenfalls geholfen hat: „Beim Enkel-Trick ist es meist nur bei Versuchen geblieben“, erzählte Ruch und dankte den Banken für die Zusammenarbeit.

Stattdessen sind vor allem Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit gestiegen, 43 an der Zahl. „Darunter fallen auch Streitigkeiten am Pfandautomaten oder Handgreiflichkeiten zwischen Fahrrad- und Autofahrer“, nannte er als Beispiele. „Bürger müssen also keine Angst haben, dass sie nicht mehr auf die Straße können“, betonte Jürgen Dreiocker.

Dazu führte er die Häufigkeitszahl (HZ) aus: Sie ist die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner und dient als Vergleichsgröße. Alling mit der HZ 1556 weist eine niedrigere HZ als der bayerische Durchschnitt auf. Germering mit der HZ von 3574 liegt sogar unter dem Landesschnitt und unter dem Präsidium-Schnitt Oberbayern Nord. Die Germeringer Kollegen schlussfolgern: „Bei uns leben die Bürger sicher.“

13 Straftaten mehr mit sexuellem Hintergrund stand ebenfalls in der Statistik. „Diese passieren überwiegend in den eigenen vier Wänden, Alkohol spielt eine große Rolle“, erklärte Dreiocker und widerlegte damit die Befürchtung, Asylbewerber würden vermehrt gegenüber Frauen handgreiflich werden. Explizit nannte Ruch 25 Fälle, bei dem Asylbewerber oder Personen, die sich illegal im Land aufhalten, straffällig wurden. Vor allem Körperverletzungen, die jedoch alle innerhalb einer Unterkunft passierten, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Diebstähle gehen auf das Konto dieses Personenkreises.

Verkehrsstatistik

1493 Unfälle geschahen 2015 im Dienstbereich der Germeringer Polizeiinspektion, dies stellte Erich Heinz, Polizeioberkommissar, in seiner Verkehrsstatistik vor. Dies sei ein neues Hoch, 2014 waren es 1350 Unfälle. 51 Prozent (762) davon waren Kleinunfälle, 35 Prozent (528) Unfälle mit schwerwiegender Ordnungswidrigkeit und 14 Prozent (203) waren Unfälle mit Personenschaden. „Erfreulich ist, dass trotz der gestiegenen Zahl an Unfällen, die Zahl der verletzten Personen sogar um zwei auf 203 gesunken ist“, schilderte Heinz.

Besonders betonte der Polizeioberkommissar die Unfallfluchten und die Unfälle unter Alkoholeinwirkung. Diese sind auf 422 gestiegen, 2014 waren es 324. „Im Schnitt können wir etwa ein Drittel davon aufklären“, gab er bekannt. Die Unfälle mit Alkoholeinwirkung sind dagegen von 17 auf zehn gesunken. „Der Druck der Kontrollen steigt“, gab Heinz als Begründung an. Allgemeine stichprobenartige Kontrollen prüfen Sicherheitsgurt, Geschwindigkeit und Alkoholwerte.

Als Unfallschwerpunkte nannte Heinz in Germering vor allem die Spange (St 2544) sowie die Ausfahrt Germering -Süd/Planegger Straße/Einfahrt Richtung Lindau. Die Unfälle dort steigen von Jahr zu Jahr an. Vor allem die Autofahrer, die von Planegg kommend auf die Autobahn abbiegen sind die Unfallverursacher. Meist übersehen sie den Gegenverkehr. Franz sieht das Problem darin, dass die Autofahrer über zwei Spuren abbiegen müssen. An einer Lösung werde bereits gearbeitet.

In Alling ist der Unfallschwerpunkt die gesamte Bundesstraße 2 im Gemeindebereich. „Die Länge dieses Abschnitts sorgt für viel Unfallpotenzial“, sagte Heinz. Zudem gab er die Ergebnisse der Geschwindigkeitskontrollen mit dem eigenen Lasermessgerät bekannt: 145,50 Einsatzstunden wurden dafür verwendet, 239 Verwarnungen verteilt und 98 Mal wurde ein Bußgeld erhoben.

Miriam Kohr

 

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