Rückgang tödlicher Unfälle

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Viele Marterln stehen an den Straßenrändern und erinnern zum einen an die Unfallopfer, mahnen zum andern aber auch vorsichtigeres Fahren.

Landkreis - 82 Menschen starben auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord im vergangenen Jahr. Das sind zwölf Menschen oder 12,8 Prozent weniger als im Vorjahr, obwohl die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle von 43.183 gegenüber 40.551 im Vorjahr leicht anstieg.

Der erfreuliche Rückgang bei den Unfalltoten beruht nach Aussage des Polizeipräsidiums Nord in Ingolstadt in erster Linie auf einen Rückgang der Opfer bei den motorisierten Zweiradfahrern. Die Zahl der getöteten Motorradfahrer ging von 21 im Jahr 2011 auf 10 im Vorjahr zurück, das sind 52,4 Prozent.

Zum Zuständigkeitsbereich des Ingolstädter Polizeipräsidiums zählen die Landkreise Erding, Freising, Ebersberg, Dachau, Starnberg, Landsberg, Fürstenfeldbruck, Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen und Ingolstadt. Während in diesen zehn Landkreisen bei 24.409 Verkehrsunfällen innerorts 19 Menschen tödlich verunglückten, kamen außerhalb geschlossener Ortschaften bei 18.774 Verkehrsunfällen 63 Menschen um. Im Vorjahr waren es noch 94 Personen. 

Während die Unfälle unter Drogeneinfluss von 34 auf 27 sanken stiegen die Unfälle unter Alkoholeinfluss um 3,13 Prozent auf 658 Unfälle an. Dabei wurden 371 Personen verletzt und 14 Menschen fanden den Tod. 10,42 Prozent, das sind 4..500 der Verkehrsunfälle wurden von Fahranfängern im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verursacht. 2.116 Menschen erlitten Verletzungen, 21 Personen wurden getötet. Auffallend ist, dass die jungen Fahrer, die selbst nur etwa acht Prozent der Bevölkerung ausmachen, überproportional an schweren Verkehrsunfällen verwickelt sind.

Die Beteiligung von 26,4 Prozent an den Geschwindigkeits- und 32,7 Prozent an den Alkoholunfällen sind ein Beweis für die verhängnisvolle Risikobereitschaft der jungen Fahrer. Die häufigste Unfallursache bei den Motorradunfällen, die ebenfalls von 842 (2011) auf 737 (2012) um 12,5 Prozent zurückgingen, waren auch im vergangenen Jahr wieder zu hohe Geschwindigkeit, Fehler beim Überholen und fehlender Sicherheitsabstand. Auffallend ist immer noch die hohe Bereitschaft der Autofahrer nicht angegurtet zu fahren. 17 der 82 Verkehrstoten kostete dies das Leben, ein Zweiradfahrer kam um, weil er ohne Schutzhelm fuhr.

Ein breites Spektrum im Unfallgeschehen nahmen 2012 die Wildunfälle ein. Sie machten knapp 22 Prozent der Gesamtunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Nord aus. Besonders am Morgen und in den frühen Abendstunden geschehen Unfälle mit Wild. Insbesondere hoch war die Steigerung in den Landkreisen Starnberg (+39,9 Prozent) und Landsberg (+35,4 Prozent). Bei 99,5 Prozent (9.488) aller Wildunfälle handelte es sich um Kleinunfälle.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Nord ereigneten sich 105 Schulwegunfälle. Erfreulich, dass kein Schulkind im vergangenen Jahr auf dem Weg zur Schule getötet wurde. 121 wurden verletzt, 16 mehr als im Jahr 2011. Dagegen starben im Jahr 2012 bei 565 Verkehrsunfällen mit Fußgängerbeteiligung elf Personen. Trotz der in vielen Städten und Gemeinden unzureichenden Fahrradwege gingen die Radfahrunfälle um 2,69 Prozent zurück. Bei 1.774 Radunfällen wurden dennoch 1.475 Radler verletzt und neun Menschen getötet. 

Mit einem Verkehrssicherheitsprogramm, das Innenminister Joachim Hermann im Januar bei einer Pressekonferenz vorstellte, soll die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Personen bis 2020 um 30 Prozent gesenkt werden. Erreicht werden soll dies durch ein Strategiepaket, das aus den vier Säulen Information- Verkehrssteuerung- Fahrzeugausstattung, Wahrnehmung –Wahrnehmbarkeit, Infrastruktur-Verkehrsraumgestaltung sowie Recht und Verkehrsüberwachung besteht.

Dieter Metzler

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