Patientenfürsorgepflicht verletzt

Betrunkene Pflegekraft

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Der polnische Pfleger kam seiner Fürsorgepflicht in keiner Weise nach und erhielt ein Hausverbot vom Neffen des pflegebedürftigen Mannes.

Nachdem die PI Germering erst am Freitag, 29. Juni, über eine polnische Pflegekraft berichtet hat, die das Konto ihres pflegebedürftigen Patienten abgeräumt hat, ist am 4. Juli erneut ein Vorfall aus dem Bereich der häuslichen Pflege Gegenstand des polizeilichen Presseberichts.

Germering - Der 39-jährige Krankenpfleger war seit vergangenen Sonntag, 1. Juli, als 24 Stunden-Pflegekraft bei einem 76-jährigen bettlägerigen Germeringer im Haus, nachdem der Neffe des 76-Jährigen eine Pflegedienstagentur aus Pocking für die Pflege seines Onkels beauftragt hatte. Dieser hätte sich um die Medikamentengabe, die Verpflegung und um die Wäsche des Patienten kümmern müssen. Am Dienstag, 3. Juli, kam der 67-jährige Neffe vorbei, um nach seinem Onkel zu schauen. Er fand den 76-Jährigen in seinem Bett liegend vor, das eingenässt war. Zudem hatte der Patient seit dem Tag zuvor seine Tabletten nicht bekommen, die er dringend einnehmen hätte müssen. Außerdem hatte der Pflegebedürftige laut der Aussage des Neffen nichts zu essen und zu trinken bekommen. Durch die fehlende Medikamenteneinnahme bekam der 76-Jährige beim Eintreffen seines Verwandten einen epileptischen Anfall. Der in der Folge umgehend verständigte Rettungsdienst brachte den pflegebedürftigen Mann zur Abklärung seines Gesundheitszustandes in ein Münchner Krankenhaus. 

Den Rausch ausschlafen

Den polnischen Pfleger fand der Neffe währenddessen im Bett in dessen Zimmer vor. Neben ihm lagen zwei leere Whiskeyflaschen, nach deren Genuss er nicht mehr in der Lage war, sich um seinen Patienten zu kümmern. Aufgrund seines hohen Alkoholisierungsgrades wurde für ihn ebenfalls ein Rettungswagen bestellt, welcher ihn aber nicht zur weiteren Versorgung mit in das Krankenhaus nahm. Dies hatte den Grund, dass der Pfleger lediglich stark betrunken war und keine anderweitigen Beschwerden aufwies. Nachdem die Angehörigen es nicht schafften den Mann aus dem Haus zu weisen, wussten sie sich nicht anders zu helfen, als die Germeringer Polizei zu verständigen, um das zuvor ausgesprochene Hausverbot durchzusetzen. 

3,66 Promille im Blut

 

Ein von den Polizisten anschließend durchgeführter Atemalkoholtest ergab den beachtlichen Wert von 3,66 Promille. Die Polizeibeamten nahmen den trinkfesten Pfleger samt seinem eilig gepackten Koffer zunächst mit auf die Dienststelle. Von dort wurde er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München II wieder entlassen. 

pi

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