Porträt-Ausstellung von GröbenART in der Sparkasse – Das Wesen einer Person künstlerisch erfassen

„Behütete Tochter“, Aquarell, von Wilfriede Müller. Alle Fotos: Günter Schäftlein

Wie Vorsitzender Hans J. Hönninger in der Einladung anmerkte, waren auch die großen, anstehenden Renaissance-Ausstellungen in München und Berlin ein Anreiz, sich dem Thema „Porträt“ zu nähern. Das Ergebnis sind nun 71 Exponate, ausgestellt bis zum 2. Dez. im Kundenzentrum der Brucker Sparkasse - und in der Entstehung „nicht einfach, eher eine große Aufgabe.“

Mit „Punkt - Punkt - Komma - Strich, fertig ist das Mondgesicht“ war es nach Meinung des Vorsitzenden dabei nicht getan, obwohl diese kindliche Technik Eltern und Großeltern oft zu wahren Begeisterungsstürmen hinreissen. Hans J. Hönninger deutete die Porträtkunst in einem über 400jährigen Bogen von den Meisterwerken italienischer Porträtkünstler und der Deutschen Dürer, Cranach und Holbein bis zum auflösenden Surrealismus eines Joan Miro im 20 Jh. … Kritisch notierte der Norweger Edvard Munch 1889 in seinem Tagebuch zur menschlichen Abbildung: „Wir müssen aufhören, Interieurs mit Leuten zu malen, die Zeitung lesen oder Frauen, die stricken.“ Nicht ganz so programmatisch, aber auffällig vielseitig in den individuellen „Handschriften“ kamen die Porträtierungen der Gröbenzeller Freizeitkünstler in die Sparkasse, als Aquarell ebenso wie gemalt in Pastell, Acryl, Bleistiftzeichnung, Mischtechnik, Öl oder Lack auf Leinwand und Foto. Manchmal in konträrer Porträt-Auffassung gegenüberstehend wie die Bilder von Anneliese Kagerer und Michaela Friedrich: Hier die gewohnte klassische Segnungshuldigung von Papst Benedikt XVI. - dort ein Alterungsbildnis von „Adam und Eva“, nach dem Sündenfall. Anneliese Kagerer brilliert in ergänzenden Porträts u.a. von Franz Beckenbauer, Gerhart Polt und Placido Domingo. Michaela Friedrich gelang mit der Bleistiftzeichnung „Selbstbildnis“ eine Portion Selbstironie. Oder die Aquarelle „Tanja“ und „Josef genannt Sepp“, Enkeln von GröbenArt-Mitglied Charlotte Villoth, mit ihren 92 Jahren noch immer dabei und von erstaunlicher Kreativität. Die Fotografin Barbara Kreutner hatte zur Vernissage ihren Sohn Luca, 11, mitgebracht, den sie dreimal als Salvador Dali-Verschnitt porträtierte: „So a Gaudi oder die seltsame Verwandlung in Salvador Dali“. Die behinderte Mejra Küpper schuf bereits 2006 in Mischtechnik „Gesichter“ als eine fließende Geschichte des Ankommens. In Lack auf Leinwand offenbarte Astrid Maleki „Jugend“ in 2009; ein strenger Blick trifft den Betrachter hingegen mit „Das Gewissen“ aus 2011 in Öl auf Leinwand. Mit einem einzigen Sujet beteiligt sich Anne Winkler: „Im Auge des Betrachters“ in Pastell. Agnieszka Jagodzindka-Kapfer stellt vier Motive als „Porträt 1-4“ aus. Die gleiche Anzahl gelungener Aquarelle nach Vorlagen gelang Wilfriede Müller, u.a.mit „Humorist“ und „Behütete Tochter“. Noch nie hatte sie sich vorher mit diesem speziellen Metier befasst. Schließllich Hans J. Hönninger: Mit insgesamt 21 Arbeiten bestritt er einen wesentlichen Ausstellungsanteil, darunter „Pablo“ und „Alte Dame mit Motorradbrille“. Mit den Leistungen der beteiligten 10 Vereinsmitglieder konnte er sehr zufrieden sein. Genauso wie es Dirk Hoogen in seiner Begrüßung für die Sparkasse Fürstenfeldbruck ausdrückte: „Das Wesen einer Person erfassen - das ist der GröbenArt sehr gut gelungen.“

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