Gegen "Tarifflucht" und "Vertragsbruch"  – Fremdvergabe der Paketzustellung an neue Tochtergesellschaft der Post bringt Gewerkschaft in Stellung 

800 Postler bei Warnstreik in FFB

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Rund 800 gewerkschaftlich organisierte Postler und Postlerinnen zogen am 1. April durch Fürstenfeldbruck. 

Fürstenfeldbruck –  So manches  Päckchen mit Osterhasen und die Briefe blieben in Bayern wegen des   Warn-Streiks der Postbediensteten aus. Nur Beamte  (30% der Postmitarbeiter) waren noch im Dienst.  Fast 95 Prozent aller zum Streik aufgeforderten Postbediensteten beteiligten sich an dem Streikaufruf der ver.di. Rund 800 gewerkschaftlich organisierte Postlerinnen und Postler zogen am 1. April  mit Transparenten und  Trillerpfeifen durch Fürstenfeldbruck und versammelten sich im Marthabräu. "Wer Wind sät, erntet einen Orkan,"  kommentiert  ver.di-Mitglied Anton Hirtreiter diesen Warnstreik, bei dem  es um den Vorwurf der "Tarifflucht" und des "Vertragsbruchs des Postvorstandes" wegen der Fremdvergabe der Paketzustellung an die neue Post-Tochter geht.  

Die Postbediensteten - vom Verwaltungsangestellten bis zum Paketzusteller -  sind zu 75% gewerkschaftlich organisiert, manche der aussterbenden Spezies  der Postbeamten auch, aber diese dürfen sich nicht am Streik beteiligen.  Auslöser der vorösterlichen Warnstreiks in Fürstenfeldbruck und München (nach Mittwoch, 1. 4.  am Gründonnerstag  erneut von Fürstenfeldbruck aus) ist der Vorwurf des Vertragsbruchs der Post wegen der Fremdvergabe der Paketzustellung. Die Gewerkschaft befürchtet, dass vielen Postlerinnen und Postlern mit befristeten Verträgen nur noch die Alternative bei der seit 1. März etablierten Tochtergesellschaft der Post bleiben wird - mit deutlichen finanziellen Lohn-Einbußen zwischen 3000 und 13 000 Euro im Jahr. Bisher wurden die Gehälter von Postbediensteten im Tarifvertrag der Post alle zwei Jahre hochgestuft. Während sich die Dividende um 6% erhöht hat und der Postvorstand sich über eine saftige Gewinnspanne freuen kann,  befürchten die Postler und Postlerinnen durch die Fremdvergabe von Paketzustellung an die Post-Tochter  eine Aushöhlung des Tarifs und eine 20-prozentige Einkommenseinbuße.  Für die Gewerkschaft  ein klarer "Vertragsbruch". 

„Mit der Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung schaffen wir einen Ausgleich für die wegfallenden Arbeitsplätze, die an die Delivery GmbH gehen und sorgen für eine spürbare Arbeitsentlastung insbesondere bei den Brief- und Paketzustellern“, so Hirtreiter weiter. Um den Postverantwortlichen „Musik“ zu machen, findet am 2. April 2015 um ca. 11.30 Uhr vor dem Postgebäude in der Arnulfstraße 195 in München eine zentrale Streikveranstaltung statt. Die ver.di Landesbezirksleiterin Luise Klemens wird zu den Streikenden sprechen und klare Positionen an die Verantwortlichen der Deutschen Post AG und hier an den regionalen Geschäftsbereich Süd der Deutschen Post AG richten.

In Fürstenfeldbruck hatten sich am 1. April Postbedienstete aus Augsburg, Freising, Rosenheim und München versammelt. Am 2. April machten  sie sich wieder von Fürstenfeldbruck  aus mit Bussen auf den Weg,   um von dort aus zur zentralen Streikveranstaltung in München vor dem Postgebäude Arnulfstraße 195 zu gelangen. 

  „Das sollte dem Postvorstand zu denken geben“, so Luise Klemens, ver.di Landesbezirksleiterin Bayern. „Die Postlerinnen und Postler setzen damit ein deutliches Zeichen gegen die Tarifflucht und den Vertragsbruch des Postvorstandes“, so Anton Hirtreiter von ver.di Bayern: „Ostern steht vor der Tür – Die PostlerInnen auch!“ 

Hedwig Spies

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