Präsident des Deutschen Bundestags zu Besuch in Fürstenfeldbruck - Thema Ehrenamt

Die, die auf den letzten Drücker kamen, erhielten nur noch einen Stehplatz, so viele Ehrenamtliche waren ins Veranstaltungsforum Fürstenfeld geströmt, als Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Professor Dr. Norbert Lammert, im kleinen Saal begrüßte. Der – protokollarisch – zweite Mann im Staat war auf Einladung Hasselfeldts nach Fürstenfeldbruck gekommen, um das ehrenamtliche Engagement der vielen, sich freiwillig in den Dienst des Gemeinwohls stellenden Bürgerinnen und Bürger aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Dachau zu würdigen.

Als „Kitt“, der unsere Gesellschaft zusammenhalte, bezeichnete Hasselfeldt die vielen, sich freiwillig in sozialen, kulturellen, sportiven, kirchlichen und politischen Einrichtungen engagierenden Menschen. Ein Drittel der deutschen Bevölkerung übe eine ehrenamtliche Tätigkeit aus. Dafür sei ihnen zu danken. Brucks zweiter Bürgermeister Johann Schilling, der dem als Kunst- und Kulturexperten bekannten Bundestagspräsidenten ein Buch über das Kloster überreichte, meinte, „ohne ehrenamtliches Engagement würden wir alle hier nicht sitzen“. „Wir Brucker sind stolz auf unser Klosterareal.“ Was die Deutschen ehrenamtlich leisten, könne niemand bezahlen, führte Lammert bei seinem Vortrag den über 300 Gästen vor Augen. Geschätzte fünf Milliarden Stunden pro Jahr engagiere sich die Bevölkerung ehrenamtlich, durchschnittlich 16 Stunden im Monat. Volkswirtschaftlich betrachtet kämen da 35 Milliarden Euro zusammen, doppelt so viel wie beispielsweise die Land- und Forstwirtschaft jährlich umsetzt. Dass die Bundesrepublik heute wieder zu den stabilsten, wohlhabendsten und angesehensten Staaten in der Welt zähle, sei letztlich auch ein Verdienst von Hunderttausenden, die vor 60 Jahren, als das Land wirtschaftlich, politisch und vor allem moralisch am Boden lag, sagten „wir packen das an“. Die Vitalität und Humanität einer Gesellschaft hänge auch davon ab, was freiwillig ohne jeden Rechtsanspruch geleistet werde, so Lammert. Vor seinem Auftritt besichtigte Lammert unter der Führung der ehemaligen Brucker Kulturreferentin Renate Lohde bei einem Rundgang das Klosterareal und trug sich anschließend ins Goldene Buch der Großen Kreisstadt ein.

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