Premiere: Edigna Spiele in Puch

Edigna zwischen früher und jetzt

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40 Laienschauspieler aus der Gemeinde Puch übernahmen wieder die Rollen.

„Wir schreiben das Jahr zweitausendundneunzehn,“ hallt eine tiefe Stimme aus einer der Ecken des finsteren Theatersaales. Nur einzelne Kerzen spenden ein wenig Licht, so dass die Zuschauer die Umrisse der hölzernen Bühne kaum ausmachen können. Doch die düstere Stimmung, die zu Beginn der Premiere des Stücks „Ex voto Edigna – Was vom Baum blieb“ – Ein Spiel über Zeit und Gegenwart – herrschte, wandelte sich schnell. Denn es wird deutlich, dass dieses Jahr die seit 1959 im zehnjährigen Turnus stattfindenden Edigna-Spiele, ganz im Zeichen der Moderne stehen.

Fürstenfeldbruck/Puch - Im Gegensatz zu den vorherigen Gedenkspielen erleben die Zuschauer die Geschichte der Edigna, Tochter von Heinrich I. von Frankreich und Anna von Kiew, 947 Jahre nach ihrer Ankunft in Puch. Trotz des enormen Zeitsprungs bleibt das Stück der Legende treu und präsentiert, die junge Frau, die angeblich bis zu ihrem Tod in einer alten Linde lebte, als Wohltäterin, die stets den Menschen half und ihnen zuhörte. Edigna heißt nun Catherine, entledigt sich gleich zu Beginn der Aufführung ihres Smartphones, trägt Turnschuhe und möchte den Menschen einfach ein wenig Zeit schenken. 

40 Laienschauspieler aus der Gemeinde Puch

Auch wenn die Geschichte in das 21. Jahrhundert versetzt wurde, einiges hat sich nicht verändert. Wie bereits in den vergangenen Jahren übernehmen 40 Laienschauspieler aus der Gemeinde Puch die Rollen und auch Markus Everding fungiert – wie 2009 – als Autor und Regisseur. Das Stück selbst setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Während des ersten Teils überliefern vier in weiße Gewändern gekleidete Chronisten im Kerzenschein, wie Edigna während des 11. Jahrhunderts ihr Leben verbrachte. Der zweite Teil spielt in der Gegenwart, ganz zeitgemäß, auf einer Bank an einer Bahnstation. 

Elemente der heutigen Zeit mit alter Geschichte gepaart

Die junge Catherine lässt sich mit einem großen Koffer in der einen, und der Bibel in der anderen Hand auf der Bank nieder und macht während des Stücks die unterschiedlichsten Bekanntschaften. Doch egal welche Person sich neben Catherine setzt, sie legt stets ihre Bibel zur Seite und spricht mit den Menschen. Mit dieser scheinbar kleinen Geste schenkt sie den Menschen etwas unfassbar Wertvolles: Zeit. Die Thematik scheint zu gefallen, wie auch der in Puch ansässige Thomas Herber betont: „Ich bin ohne Erwartungen gekommen, aber ich war positiv überrascht. Mir hat es gefallen, dass die Elemente der heutigen Zeit mit der alten Geschichte gepaart wurden.“ Die Premiere ebenso wie die nachfolgenden Edigna-Spiele konnten allerdings nur durch zahlreiche helfende Hände realisiert werden. Die Schauspieler trafen sich seit November jedes Wochenende, um zu proben. Und auch hinter den Kulissen waren die Helfer fleißig, denn auch Broschü- ren, Flyer und Plakate mussten angefertigt, verteilt und aufgehängt werden. 

Edigna-Spiele noch bis 17. März

Trotz der harten Arbeit hebt die erste Vorsitzende des Edigna-Vereins, Edigna Kellermann, vor allem die Freude hervor. „Menschen lernen sich kennen, ganze Familien wirken mit und auch wenn die Proben manchmal hart waren, es war immer eine tolle Stimmung,“ erzählt die 65-jährige. Zur Feier der Premiere waren auch die Präsidentin des bayerischen Landtages und Schirmherrin der diesjährigen Edigna-Spiele, Ilse Aigner, Oberbürgermeister Erich Raff und der ukrainische Generalkonsul, der ein Grußwort des ukrainischen Außenministers verlas, zu Gast. Die Edigna-Spiele finden bis 17. März samstags und sonntags jeweils um 14 und um 18.30 Uhr statt. Aufführungsort ist das Gemeinschaftshaus in Puch. Der Eintritt kostet für Erwachsene 17 und für Kinder bis 15 Jahre acht Euro. 

Julia Huß

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