Lizenzrechte für das Königliche Bier aus Bayern in 15 Ländern vergeben

Prinz Luitpold sondiert neue Auslands-Märkte

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Luitpold Prinz von Bayern, alleiniger Geschäftsführer der König Ludwig International, hat Lizenzrechte in 15 Ländern vergeben.  

Fürstenfeldbruck/Kaltenberg - Auch deutsche Brauereien setzen auf den Iran: Luitpold Prinz von Bayern sieht in Wirtschaftsbeziehungen mit dem alten Kultur-Land „eine enorme Chance für die nächsten Jahre“. Der Nachfahre des letzten bayerischen Königs Ludwig III. - er kontrolliert die König Ludwig International – will den iranischen Markt mit alkoholfreien Malzgetränken aus Bayern erobern. Neben dem Export in 60 Ländern hat die bekannte Brauerei Lizenzrechte in 15 Ländern vergeben. Darunter sind Indien, China, Kasachstan, Georgien und die Mongolei und in Zukunft auch Indonesien.

 Falls also jemand auf einem Kamel oder einem Dromedar von Deutschland auf der Seidenstraße nach Indien oder China reisen wollte – würde er überall auf der Wegstrecke sein „Königliches Bier aus Bayern“ vorfinden, scherzte der Prinz bei einem Gespräch mit dem Kreisboten FFB im Kaltenberger Schloss am 2. März.

70 Prozent der nationalen durch Fernsehwerbung bekannten Biere werden als Aktionsartikel im Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Wenn Premiumbiere um die 10 Euro pro Kiste angeboten werden, freut sich der Verbraucher. 1980 – so Prinz Luitpold – kostete eine Kiste Premium-Pils noch um die 24 Mark. Ein Preiskampf ähnlich wie auf dem Milchsektor. Bauern und Brauereien plagen nahezu dieselben Probleme, bestätigt der erfahrene Unternehmer, dessen König Ludwig Schlossbrauerei mit Sitz in FFB und Kaltenberg in Kaltenberg 100 000 Hektoliter Bier bis zur Filtration in voll automatisierten Anlagen produziert - mit nur fünf Personen. Das bedeutet: die Brauereien müssen unter hohem Kapitaleinsatz in hochmoderne Anlagen investieren um mit knappen Personal-Ressourcen die Herstellungskosten in den Griff zu bekommen. In Fürstenfeldbruck, wo die König Ludwig Brauerei in der großen automatisierten Abfüllanlage stündlich 50 000 Flaschen produziert, sind nur drei Mann für die Abfüllungen erforderlich.

Auch das Bier ist dem Zeitgeist unterworfen. Prinz Luitpold: „Man kann damit noch Geld verdienen. Aber die Söhne trinken immer das Gegenteil von dem, was ihre Väter getrunken haben. 1950 war dunkles Bier in Bayern vorherrschend. Bis 1960 wandelte sich der Markt fast komplett zu hellem. 1975 kam Pils in Mode, vor allem mit eleganten Pilspubs. 1990 wandelte sich der Markt zum Weißbier und heute geht es zurück zu hellen oder regionalen Spezialitäten. Wir konzentrierten uns auf Nischen. 1977 auf „König Ludwig Dunkel“ und wurden in dieser Nische von 1,5 % des Bayern-Biermarktes mit 50 % Marktanteil, Marktführer. Ähnlich bearbeiteten wir ab etwa 1982 den Weißbiermarkt, führten als einer der ersten, dunkles Weißbier und Weißbier vom Fass, ein. Auch damit ist heute König Ludwig Weißbier national eine der erfolgreichsten Marken. Heute wird bundesweit auch von ehemaligen Pilsbrauern „Helles“ forciert und Biermischgetränke kommen und gehen (der Tod einer Marke)."

Schloß Kaltenberg, Wohnsitz des Wittelsbacher-Prinzen, Standort der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg mit Hauptsitz in Fürstenfeldbruck.

Lieber als über den Bier-Export, der mit Flaschen und Fässern als Containerfracht nicht nur in die USA sondern auch in weitere 59 Länder erfolgt, spricht der Wittelsbacher-Prinz, studierter Jurist, über die Produktion seiner Biere im Ausland. In 15 Ländern mit vielversprechenden Märkten wurden Lizenzen vergeben, deutsche Braumeister oder in Deutschland geschulte ausländische Brauer brauen nach deutschem Reinheitsgebot. Mit Rohstoffen, die entweder im eigenen Land angebaut werden oder Importware (zum Beispiel in Indien und der Mongolei). Der Härtegrad des Wassers wird (wie auch in Deutschland) an die jeweilige Biersorte durch Austausch-Osmose angepasst. Dunkelbier, die Spezialität der König Ludwig Brauerei, verlangt nach hartem Wasser, wie es im Voralpengebiet vorkommt (Härtegrad 10), für helles Bier ist weiches Wasser (Härtegrad 2) erforderlich.

König Ludwig International ist vielen Märkten mit Lizenzen vertreten, so auch im bevölkerungsreichen China, in Indien, in der Mongolei, in Russland, wo gute Rohstoffe erzeugt werden, in Weißrussland, Georgien, Bulgarien, Großbritannien. Neu ist Indonesien, ein Land mit überwiegend muslimischer Bevölkerung, wo es schwer ist, eine Lizenz zu erhalten. Zum Glück konnte die Unternehmensgruppe auf ein dort ansässiges privates Unternehmen mit Lizenzrechten zurückgreifen und ist damit auf dem Markt präsent. Neue Märkte in weiteren Ländern würden sondiert, erklärt Luitpold Prinz von Bayern auf Nachfrage. Distribution erfordert ein Gefühl für Märkte und logistisches Geschick: Das Unternehmen hat sich deshalb an der früheren Seidenstraße von Deutschland bis China so positioniert, dass man auf dieser alten Route überall das „Königliche Bier“ aus Bayern in Lizenz genießen kann. Gebraut nach deutschem Reinheitsgebot, das jetzt 500 Jahre besteht. Dieses große Jubiläum feiert die König Ludwig GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Fürstenfeldbruck am 23. April auf dem Schloßgelände in Kaltenberg und am Tag danach mit interessierten Besuchern.

Hedwig Spies

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