Prinz Luitpolds Gedanken zum neuen Jahr in Gröbenzell - Sorge wegen stetig wachsenden Ausverkauf deutscher Unternehmen durch arabische Ölstaaten

„Cross National Happiness“, so lautete die Botschaft, die Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold von Bayern den 290 Gästen beim Neujahrs-Empfang der Gröbenzeller CSU überbrachte. Bei seinem Festvortrag „Gedanken zum neuen Jahr“ zitierte der weitgereiste bayerische Prinz den König von Bhutan. In einem der ärmsten Länder der Welt, das stolz auf seine Tradition und Kultur ist, zähle nicht das Bruttosozialprodukt, sondern in erster Linie Zufriedenheit, so Luitpold.

Man müsse wieder mehr Mut und Vertrauen ins eigene Land haben, appellierte der Prinz an die anwesenden Gäste aus Politik und Wirtschaft, darunter u. a. Bundestags-Vizepräsidentin Gerda Hasselfeldt, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, Gröbenzells Bürgermeister Dieter Rubenbauer sowie den neuen CSU-Landesgeschäftsführer Bernhard Schwab aus Gröbenzell. National müsse die Politik vor allem lernen, langfristige Ziele mehr zu schätzen und vor kurzfristige zu stellen, meinte Luitpold, wenn das auch für die gewählten Volksvertreter im Hinblick auf eine Wiederwahl ein schwieriges Unterfangen darstelle. „Wenn wir überleben wollen, müssen wir umdenken“, forderte Luitpold auf, sich wieder mehr auf die Werte und Kultur des Abendlandes zur Bewältigung der Wirtschaftskrise zu besinnen. Politikverdrossenheit und Selbstzufriedenheit seien fehl am Platz. Als eine große Gefahr bezeichnete Prinz Luitpold die immer stärker werdende Verlagerung der wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Westen in den Osten, insbesondere von China und Indien, die durch die Krise erst so richtig deutlich wurde. Mit großer Sorge beobachte er den stetig wachsenden Ausverkauf deutscher Unternehmen durch die arabischen Ölstaaten. Immer stärker zu einem wirtschaftlichen Zentrum in der muslimischen Welt avanciere die Türkei, so Prinz Luitpold weiter. Als Beweis nannte er die im vergangenen Jahr intensivierten Handelsbeziehungen zwischen dem Iran und der Türkei. Aber auch andere islamische Staaten, beispielsweise aus der ehemaligen Sowjetunion, orientierten sich Richtung türkische Hauptstadt. Der Gröbenzeller CSU-Ortsvorsitzende Thomas Eichler, der eingangs die Vita des Prinzen kurz Revue passieren ließ, bedankte sich für die „wegweisende“ Rede. „Sie haben uns aus dem Herzen gesprochen“, so Eichler. Fasziniert waren die Gäste vom Auftritt des „Kinderduos Franziska und Katharina“, die von ihren Müttern auf der Gitarre und dem Akkordeon begleitet wurden. Mit ihren glockenreinen Stimmen avancierten die beiden Mädchen zu den Stars des Neujahrs-Empfangs und stahlen Seiner Königlichen Hoheit regelrecht die Schau. Nach mehreren Zugaben begleitete sie langanhaltender Applaus aus dem Bürgersaal.

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