Prof. Gropper übernahm den Taktstock im Philharmonischen Chor

Über 30 Jahre befand sich der Philharmonische Chor Fürstenfeld in bewährten Händen von Heinz Große Boymann. Nun hat der im Juli des vergangenen Jahres 70 Jahre alt gewordene Dirigent den Taktstock an den 40-jährigen Professor Thomas Gropper weitergereicht. Dem Brucker Konzertpublikum wird sich Gropper erstmals mit der Aufführung des „Messias“ zum 250. Todestag von Georg Friedrich Händel am Sonntag, 3. Mai, um 15 Uhr in der Klosterkirche vorstellen.

„Ich werde den Taktstock jetzt nicht kraftlos fallen lassen“, meinte Große Boymann, der im Jahre 1976 die Leitung des Chores übernommen und sein 1968 gegründetes „Akademisches Kammerorchester“ mit in diese musikalische Ehe einbracht hatte. Er werde dem Chor als Ehrendirigent erhalten bleiben und habe damit auch noch ein gewisses Aufführungspotential, so Große Boymann. „Damit bin ich nicht ganz weg vom Fenster.“ Ein, zwei Konzerte im Jahr werde er nur noch in Absprache mit dem Chor und seinem Nachfolger dirigieren. Der frühere Chorleiter gestand ein, dass im Laufe der Jahrzehnte ein „gewisser Verschleiß“ nicht ausbleibe. Neue Impulse seien deshalb wünschenswert. Für diese soll nun Professor Thomas Gropper sorgen. Ein Wechsel nach so vielen Jahren gestalte sich häufig recht heikel, schilderte Große Boymann. Doch der Vorstand habe es glänzend verstanden, statt eines abrupten Wechsels an der Spitze des Chores einen allmählichen Wandel zu vollziehen. Die „Chemie“ habe sofort gestimmt, berichtete Große Boymann, der im Jahre 2002 für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, über seinen Nachfolger. Gropper, der Opern-, Konzertgesang und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater in München studiert hat und der 2001 zum Professor für Gesang, Sprecherziehung und Gesangsdidaktik an die Münchner Musikhochschule berufen wurde, ist auch für den Chor kein Unbekannter, mit dem er bereits mehrfach als Stimmbildner zusammengearbeitet hat. Er habe sich sehr gefreut, als ihm im vergangenen Sommer die Nachfolge von Heinz Große Boymann angetragen wurde, sagte Thomas Gropper. Durch die pädagogische Arbeit mit Einzelstimmen und Chören sowie durch Konzerterfahrung sei bei ihm der Wunsch entstanden, selbst ein Ensemble als Leiter zu formen und zu prägen. Erste Erfahrungen als Chorleiter habe er bereits mit seinem im Jahre 2005 gegründeten Kammerchor „Arcis-Vocalisten“ machen können. Aufgrund seines Werdegangs glaubt Gropper den Chor im Bereich der stimmtechnischen Entwicklung noch weiter voran bringen zu können. Gropper möchte auch das Repertoire des Ensembles gegebenenfalls um Barock- und A-Cappella-Aufführungen erweitern. Neben dem Wechsel am Dirigentenpult des Chores erfolgte parallel auch ein Wechsel an der Spitze des ebenfalls von Große Boymann geleiteten „Akademischen Sinfonieorchesters München“. Die Zusammenarbeit zwischen Chor und Orchester werde trotz des Wechsels auch weiterhin gewährleistet sein, sicherte Große Boymann zu. Die zweite Vorsitzende des Philharmonischen Chores Fürstenfeld, Claudia Frisch, hob abschließend nochmals den harmonischen Übergang vom alten zum neuen Dirigenten hervor. „Wir haben Mitglieder, die seit Bestehen des Chores dabei sind, da ist ein Dirigentenwechsel nach so vielen Jahren nicht unproblematisch“, schilderte Frisch die Situation. Hervorzuheben sei auch die humorvolle Chorleitung, über die beide Chorleiter verfügen und die alle zu schätzen wissen.

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