Start von "Wohnen für Hilfe"

Symbiose zwischen Alt und Jung

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Bei der Vorstellung des Projekts „Wohnen für Hilfe“ (von links): Student Davit Kvaratskhelia, Wohnungsgeberin Veronika Linker, Regionalmanagerin Rike Strohmeyer, Geschäftsführerin Seniorentreff Neuhausen Marion Schwarz und Verena Bauer, Ansprechpartnerin für „Wohnen für Hilfe“ im Landratsamt.

Fürstenfeldbruck – Azubis und Studenten finden meist keine bezahlbare Wohnung, allein lebende Senioren dagegen müssen oft in ein Heim, weil sie im Alltag Hilfe brauchen. Beide Problem-Situationen sollen nun von einem Projekt im Landkreis behoben werden. „Wohnen für Hilfe“ startete bereits im April und wurde nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Eckdaten zu Wohnen
für Hilfe

• Ein Quadratmeter Wohnraum ist eine Stunde Hilfe im Monat 

• Pauschale für Nebenkosten

• Mietdauer mindestens ein Jahr 

• Vier Wochen Probezeit 

• Zwei beziehungsweise vier Wochen Kündigungsfrist 

• Feste Vereinbarung der Hilfeleistungen 

• Pflegeleistungen sind ausgeschlossen

„In Zeiten des demografischen Wandels und der zunehmenden Wohnungsnot sind neue Wohnkonzepte von grundlegender Bedeutung“, betonte Johann Wieser, stellvertretender Landrat. Im neuen Projekt gehe es vor allem um Menschlichkeit, Toleranz und Akzeptanz. „Wohnen für Hilfe“ vermittelt Wohnpartnerschaften zwischen Senioren und jungen Menschen. Ältere Menschen stellen freien Wohnraum zur Verfügung, im Gegenzug erhalten sie von Studierenden oder Auszubildenden Unterstützung im Alltag. In der Regel gelte: pro Quadratmeter Wohnraum ist eine Stunde Hilfe im Monat zu leisten. Diese Hilfe kann in Form von Haus- oder Gartenarbeit erfolgen, aber auch darin bestehen, sich gegenseitig Gesellschaft zu leisten. Rike Strohmeyer, Regionalmanagerin des Landkreises Fürstenfeldbruck, berichtete über die Entwicklung des Projektes „Wohnen für Hilfe“ im Landkreis. Es sei gelungen, eine Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zu erhalten und eine Vermittlungsstelle im Landratsamt einzurichten, die Sozialpädagogin Verena Bauer seit April ausfüllt. Bauer stellte das Projekt mit den wichtigsten Fakten zum Projekt vor. 


Wünsche von Senioren und junge Menschen werden verglichen

Marion Schwarz, Geschäftsführerin des Seniorentreff Neuhausen e.V., ist schon seit vielen Jahren im Bereich „Wohnen für Hilfe“ tätig: „Wir haben immer wieder Anfragen aus dem Kreis Fürstenfeldbruck und sind deshalb froh, dass das Landratsamt nun die Vermittlung übernimmt.“ Aktuell betreue ihr Verein 77 Wohnpartnerschaften in München und dem Umkreis. Natürlich gab es noch offene Fragen: Was ist, wenn der junge Erwachsene im Urlaub ist? Wenn er Freunde mitbringen will? Veronika Linker und der bei ihr wohnende Student Davit Kvaratskhelia beantworteten diese gerne. „Man kann über alles reden“, sagte Linker gelassen. Beide Parteien müssten nur von Anfang an klar sagen, was sie wollen und was nicht. Bauer versicherte, dass die Wünsche und Bedürfnisse von Senioren und jungen Menschen genau verglichen werden und so geeignete „Paare“ gefunden werden. Beim Projekt gehe es aber nicht nur, um die Win-Win-Situation, wie alle Beteiligten betonten, sondern auch um das familiäre Miteinander. Interessierte am Projekt können sich an Verena Bauer, Email: wohnen-fuer-hilfe@lra-ffb.de oder Telefon 08141/519-5632 wenden. 

Miriam Kohr

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