Prominenter Besuch aus der Ukraine anlässlich des 900. Todestages von Edigna

Zur Premiere der 6. Edigna-Spiele 2009 und zum überlieferten 900. Todestag der ‚Pucher Dorfheiligen’ begrüßte Edigna Kellermann im neuen Bühnenanbau zahlreiche kirchliche Würdenträger und politische Mandatsinhaber auf Bundes-, Landes- und Kreisebene sowie im Brucker Bereich zu Hause. Zu ihrer und aller Pucher großen Freude gehörte dazu Friedrich Kardinal Wetter, bereits 1989 Schirmherr der Edigna-Spiele.

Der Edigna-Schirmherr 2009, Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel, war mit dem amtierenden Leiter der Münchner Staatskanzlei, Siegfried Schneider, anwesend, dazu die Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt. Eine besondere Auszeichnung erfuhr der Abend durch den Besuch von Petro Yushchenko, Bruder des ukrainischen Staatspräsidenten, in Begleitung des Münchner Generalkonsuls seines Landes. Beide übergaben Bilder der Edigna-Eltern und ihres Großvaters als Erinnerungs-geschenke. Die Aussage „Eine europäische Selige“ im Spiel-Begleitbuch wurde im Festgottesdienst von Erzbischof Dr. Reinhard Marx nachdrücklich bestätigt, verbindet Edigna doch in ihrer Herkunft und ihrem Wirken Deutschland mit Frankreich und der Ukraine. Ihre Bewunderung für die neue Spiel-Auffassung zur Ortsheiligen gab Edigna Kellermann in ihrem Dank an den Autor und Regisseur Marcus Everding zu verstehen: „Eine neue, großartige Erfahrung von uns allen, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen.“ Everding gab dies nach dem Spiel in einer bühnenreifen Stegreifrede an alle Mitwirkenden vor und hinter dem Vorhang zurück. OB Sepp Kellerer sparte nicht mit Lob an den Edigna-Verein überhaupt und damit an dessen Vorsitzende: „Du hast es wieder einmal geschafft! Was wir als Stadt nicht schaffen, auf die oberbayerischen Seiten der Tagespresse zu kommen - der Edigna-Verein schafft das leicht!“ Schirmherr Dr. Goppel sah die Selige Edigna von altersher als zuständig bei Seuchen und Diebstahl, „da könnte sie auch heute noch beistehen. Das Spiel in Puch ist das Gegenteil zum Gegenwärtigen, ein Wunder gegen das aktuelle Geschehen in unserer Welt.“ Auch Staatskanzleiminister Schneider bekannte, vom Edigna-Fieber angesteckt worden zu sein, „der Name Edigna bekam auf einmal für mich persönliches Gewicht.“ Landrat Karmasin fasste sich in seinem Grußwort für den Landkreis äußerst kurz: „Die hohen Herren haben wohl gesprochen, allein es fehlt der Scheck!“ Für beides war man ihm dankbar. Die Hauptgestalterin der beiden, vorzüglich gelungenen Begleitbroschüren zum Spiel, Kulturreferentin Dr. Birgitta Klemenz, resümierte ihre persönliche Erfahrung mit dem Brucker Ortsteil Puch in der Feststellung „Ein ganzes Dorf begeistert sich. Gibt es eine schönere Beschreibung für Gemeinschaft?“ Marcus Everding hatte seinem Spiel die Wahrheiten der Biblischen Bergpredigt nach Matth. 5,6 vorangestellt: „Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit.“ In seinen Gedanken zum Spiel äußerte er allgemein „Theater ist ein stetes Wagnis. Theater mit Laien - ein riskantes Unterfangen. Theater mit historischem Thema - ein schwieriger Versuch, Vergangenes einzufangen.“ Folgerichtig sieht der Regisseur für sich und alle Mitwirkenden, dass am Ende des Abends nicht ein Spiel stehen solle, „dem man nette Bemühungen um ein hehres Thema bescheinige“. In Abkehr vom bisherigen Bühnengeschehen seit 1959 steht 2009 nicht Edigna im Mittelpunkt aller Aktionen, sondern die um sie herum handelnden Personen. In fünf Spielszenen kämpfen Menschen um ihre persönlichen Interessen: Eheleute, Adelige, Hassprediger, Bauern, Priester und ganz besonders Schlaue, die nach Edignas Ableben Profit aus ihrem heilendes Öl absondernden Lindenbaum schöpfen wollen. Zu Beginn des Spiels, nach einem in völliger Finsternis gesprochenen Psalm 42, entbrennt ein heftiger Disput um die Person Edigna, die als angebliche Königstochter aus Frankreich kam, dort nicht zwangsverheiratet werden wollte und auf einem Ochsenkarren zur hohlen Linde nach Puch fand, wo sie für 35 Jahre bis zu ihrem Tode blieb, „denn zu Puch hat sie gelebt, gewirkt, geholfen …“ Der Jesuitenpater Rader, der um 1600 an einem Buch über die Selige Edigna schreibt und dies später dem bayerischen Kurfürsten Maximilian übereignet, bescheinigt seinem zweifelnden Mitbruder Robert „Ihr wollt nur wissen und nicht glauben!“ Das Handlungsgerüst des Edigna-Spiels 2009 wird mit von 20 Dorf-Kindern getragen, die laufend das Bühnenbild mit ihren Bildtafeln verändern. Sie rufen im Prolog alle nacheinander zur Edigna, nennen ihre eigenen Namen, berichten aus ihrer Sicht zum Leben der Seligen. Den Epilog enden sie mit dem Versprechen „Heute sind wir Kinder, morgen dem entwachsen. Sodann sind andere Kinder, die für uns hier stehen, damit das Spiel erneut beginnen kann und Künder werden für die, die kommen..“ Die Edigna tritt in diesem Moment hinzu und fragt in den Saal „Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?“ Weitere Spieltermine im Pucher Gemeinschaftshaus am Sportplatz: Sa/So 14./15. und 21./22. März, jeweils 14 und 18.30 Uhr. Kartenreservierungen unter 08141-349966. E-Mail: info@edigna-puch.de

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