Amtsgericht leitet Verfahren an Landgericht weiter

Gericht: Zwei junge Erwachsene attackieren Ex-Freund ihrer Cousine

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Auch mit einem Schlagring sollen die Angreifer den Ex-Freund attackiert haben.

Wöchentliche Besuche bei der Fürstenfeldbrucker Polizei und die Abgabe des Reisepasses wegen Fluchtgefahr – so lautete der Beschluss von Richter Johann Steigmayer gegen einen der Angeklagten. Er soll zusammen mit einem weiteren Familienangehörigen dem Ex-Freund ihrer Cousine aufgelauert, ihn mit einem Messer bedroht und geschlagen haben – auch mit einem Schlagring. Da dieser Angriff wohl brutaler ablief, als zunächst angenommen, fällt das Urteil nicht mehr in die Zuständigkeit des Amtsgerichtes und wird an das Landgericht München II. überwiesen.

Landkreis - Angefangen hatte scheinbar alles damit, dass die beiden Angeklagten eine Wasserpfeife sowie ein Tablet vom Ex-Freund ihrer Cousine holen wollten. Doch für den Ex-Freund endete diese Begegnung im Krankenhaus.

Laut des Geschädigten warteten die beiden Angeklagten im Dezember 2017 vor seiner Wohnungstür. Als er zum Wäschewaschen gehen will, passen sie ihn ab. Während der eine ihn im Schwitzkasten hält, verpasst ihm der andere mehrere Schläge gegen die Nase, Gesicht und unter anderem auch in den Bauch. Dabei könnte auch ein Schlagring eingesetzt worden sein. Anschließend drücken die Angreifer den Geschädigten in die eigene Wohnung, um ihn zur Rede zu stellen. Während einer der beiden Angeklagten die Wohnung nach einer Wasserpfeife – diese gehörte mutmaßlich seiner Cousine – und einem Tablet vom Vater der Ex-Freundin durchsucht, unterhält sich der andere mit dem Geschädigten in der Küche. Hier gelingt es dem Geschädigten einen Hilferuf an seinen Bruder zu senden, bevor ihm die Angreifer das Handy abnehmen. 

Erst im Krankenhaus kommt er zu sich

Anschließend packten sie den Geschädigten am Kragen und drängten ihn zu seinem Auto. Dort bedrohten sie ihn zunächst mit einem zuvor aus der Küche entwendeten Küchenmesser und schlugen erneut auf ihn ein, als er fliehen will. Er wird bewusstlos. Erst im Krankenhaus kommt der Mann, der unter Epilepsie leidet, wieder zu sich. Als die von seinem Bruder zuvor alarmierte Polizei die Wohnung aufsucht, fehlten zudem noch 2.500 Euro. Die Staatsanwaltschaft geht daher von Diebstahl mit Waffe aus. Auch zwei Jahre später habe er noch immer an den Folgen des Zusammentreffens zu leiden: „Ich bekomme durch das rechte Nasenloch schlechter Luft, als durch das linke“, schildert der junge Mann. Daneben habe er unter psychischen Problemen gelitten, wie Verfolgungswahn. Den Richter interessiert vor allem, ob der Geschädigte gesehen hat, ob die Männer bewaffnet waren. „Ich habe etwas Schwarzes zwischen den Fingern gesehen“, erwidert der Angeklagte. Der Vorsitzende hält daraufhin einen schwarzen Schlagring hoch, von dem die Angeklagten behauptet hatten, dass er nicht ihnen gehöre. Der Geschädigte nickt: „Es sah so aus“. Die Frage, ob er jemals einen Schlagring besessen habe, verneint er.

Sachverständiger kann nicht bestätigen, ob ein Schlagring eingesetzt wurde

Der Geschädigte berichtet, dass er auch bedroht wurde und belegt das mit einem Video, in dem zwar niemand spricht, jedoch jemand gegen seine Tür hämmern soll. Als Motiv vermutet der Mann, der mittlerweile nicht mehr in Bayern wohnt, Rache für die Ex-Freundin. Ein Sachverständiger der Rechtsmedizin kann zwar nicht belegen, dass er mit einem Schlagring verletzt wurde, kann aber auch nicht das Gegenteil beweisen. „Schläge gegen das Jochbein und mit der Faust von vorn und unten sind vom Befund her möglich“, sagt er. Für das Gericht reicht das. Nach einer über drei Stunden langen Verhandlung liege der Entschluss nahe, dass ein Schlagring zum Einsatz gekommen sein muss. 

Landgericht München II wird den Fall übernehmen

Da laut Steigmayer einer der Angeklagten mit einem Schlagring – einer Schlagwaffe – zugeschlagen habe, sei nun nicht mehr das Amtsgericht, sondern die nächst höhere Instanz zuständig. Der Richter verweist das Verfahren an das Landgericht München II. Weiter ergeht der Beschluss, dass gegen den mutmaßlichen Schlagring-Angreifer Haftbefehl wegen Fluchtgefahr gegen Auflagen ergeht. So muss er sich von nun an wöchentlich bei der Polizeiinspektion in Fürstenfeldbruck melden und seinen türkischen Reisepass abgeben. 

Hamann

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