Kunstpreis des Landkreises im Kunsthaus vergeben

Werke aus Holz, Papier und Keramik

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Dirk Hoogen von der Sparkasse Fürstenfeldbruck, die Preisträger Attai Chen, Tamy Plank, Christine Kellerer und Landrat Thomas Karmasin (von links) bei der Eröffnung der diesjährigen Kunstausstellung des Landkreises Fürstenfeldbruck.

Skulpturen, Gemälde und Werke in allen möglichen Formen und Farben, abstrakt und konkret, beweglich oder starr sind im Kunsthaus ausgestellt. Im Rahmen der 18. Kunstausstellung wurde am 13. Oktober der Kunst- und Förderpreis vergeben, der von der Sparkasse Fürstenfeldbruck unterstützt wird. 

Fürstenfeldbruck – Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Die Kunstpreisträger heißen in diesem Jahr Christine Kellerer und Attai Chen, der Förderpreis ging an Tamy Plank. Die Künstler stellten in einem Pressegespräch ihre Werke und sich vor.

Prämiertes Werk "Compounding Fractions" gibt Rätsel auf

Attai Chen mit "Compounding Fractions".

Ein schwarzer Vogel oder doch eine Blume? Rätselraten hieß es für die Jury beim dreidimensionalen Werk mit dem Namen „Compounding Fractions“ von Attai Chen. Der 38-jährige Künstler mit israelischen Wurzeln aus Althegnenberg beschäftigt sich primär mit Schmuck, Objekten, Skulpturen und interessiert sich für den Raum zwischen ihnen und ihren Beziehungen zum menschlichen Körper. „Für mich ist wichtig, direkt mit dem Material zu arbeiten“, sagt Chen. Dass er diesmal Papier und Pappe miteinander verbindet, sei ein glücklicher Zufall gewesen. Mit Graphit schwärzte er Fotokarton und Papier und erschuf so ein dreidimensionales Modell. „Ich wusste bis zum Ende nicht, was entsteht.“ Einen Monat arbeitete er an dem Konstrukt an der Wand, das er mit Stäben verkleidete. „Das Spiel mit verschiedenen Materialien bringt mir die Ideen“, sagt er. Was sein Werk darstellen sollte, das war auch der Jury bei der Urteilsvergabe nicht ganz klar. War es ein imaginärer Wundervogel oder doch verbrannte Eisblumen? Chen stört das nicht: „Die Betrachter sollen denken, was sie wollen“, sagt er. Und auch der Jury ging es im Enddefekt weniger um das, was es darstellt, als um das Werk an sich: „Compounding Fractions“ entfaltet sich als dynamische Wandarbeit facettenartig in den Raum. Ein aus unzähligen Einzelformen zusammengesetztes Formenbündel scheint wie eine kostbare Pretiose vor der Wand zu schweben“, hieß es von den Mitgliedern der Jury.

Landwirtin mit kreativen Neigungen

Christine Kellerer mit "Akt".

Christine Kellerer ist nicht nur Landwirtin und Mutter, sondern nun auch Kunstpreisgewinnerin des Landkreises. Hatte sie als Mutter kaum Zeit, ihre kreativen Neigungen auszuleben, kann sie jetzt, da die Kinder groß sind, ihren Ideen freien Lauf lassen.

Das rechte Bein leicht gehoben, den rechten Arm über die Schulter, die linke Hand an der Leiste. So präsentiert sich „Akt“, eine 2,55 Meter große weibliche Skulptur aus Lindenholz, dem Betrachter. „Ich wollte Bewegungen und Spannungen einbringen“, sagt Kellerer. 14 Tage arbeitete die 55-Jährige an dem Körper. Die Gesichtszüge der namenlosen Frau beließ sie hierbei flächig, sodass sie nicht erkennbar sind. Das schien auch der Jury zu gefallen: „Der etwas überlebensgroße Akt überzeugte die Jury in seiner kargen Reduziertheit.“

Tamy Plank gewinnt Förderpreis

Tamy Plank mit "Agnes".

Die Transformation der Sprache in ein Objekt. Mit diesem Projekt punktete die 27-jährige Förderpreisgewinnerin Tamy Plank. In „Agnes“ übersetzte sie je einen Satz von jeder Seite aus Peter Stamms gleichnamigen Roman in eine kleine farbige Skizze. „Immer wenn mir eine Seite gefallen hat, habe ich ein Eselsohr in die Seite gemacht,“ sagt sie. Die Erasmusstudentin an der Königlich Dänischen Kunstakademie Kopenhagen und Künstlerin aus Olching wählte den Roman nicht ohne Grund: „Ich habe das Buch wegen der Sprache ausgewählt.“ Die Skizzen dienten ihr als Vorlage für kleine, glasierte Keramikarbeiten, die wie in einem „Schmetterlingskasten“ archiviert wurden. „Aus meinem Interesse für Archäologie sind vermutlich auch meine Freude am Sammeln, Sortieren und archivieren entstanden“, erklärt sie. In der Begründung der Jury heißt es: „Plank birgt eine poetische Keramikwelt im hölzernen Objektkasten und stellt diese zerbrechliche Welt zur Schau.“

Ausstellung noch bis 29. Oktober zu sehen

Die Jury setzt sich zusammen aus: Birgit Höppl (Kunsthistorikerin), Nikos Dettmer (Ehrenpräsident der Münchner Künstlergenossenschaft) und Guido Zingerl (Kunstpreisträger des Landkreises Fürstenfeldbruck). Begleitet wurden die Jurysitzungen von der stellvertretenden Landrätin Martina Drechsler sowie der Kreiskulturreferentin Christina Claus. Die Kunstausstellung mit 34 Ausstellern aus 110 Bewerbern ist noch bis 29. Oktober, jeweils Dienstag bis Samstag 13 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 11 bis 17 Uhr im Kunsthaus Fürstenfeldbruck zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Felix Hamann

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