"Aus eigener Kraft"  – Besichtigung einer Biogasanlage, Solarfeld und Müllverbrennungsanlage Geiselbullach 

Kreis Frauen Union besuchte Produzenten für regenerative Energie im Landkreis 

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Die Biogasanlage der Familie Neheider in Mammendorf war die erste Station. Das Foto entstand im Bullenstall.

Fürstenfeldbruck –  Um den Ausbau sog. Erneuerbarer Energien wird auch im Landkreis Fürstenfeldbruck gerungen. Deswegen informierte die Kreis-Frauen Union über die Vielfalt regenerativer Energieerzeugung im Landkreis. Unter dem Motto „Aus eigener Kraft“ besichtigten an einem Nachmittag rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Biogasanlage Neheider in Mammendorf, das Solarfeld bei Malching und die Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach im Rahmen einer Rundfahrt. Landrat Thomas Karmasin erörterte während der Busfahrt den Stand der Entwicklung regenerativer Energien im Landkreis.

 „Wir können es uns nicht leisten weiterhin so unbeschwert Energie zu verbrauchen, ohne dafür zu sorgen, sie nachhaltig zu erzeugen. Vor Ort produzieren ist besser, als über lange Wege den Strom zu transportieren. Deshalb sind wir alle gefordert uns für verschiedene Formen der Energiegewinnung zu öffnen und nicht nach dem „ St. Floriansprinzip“ zu handeln! Wir müssen gemeinsam neue Wege beschreiten!“ so der Landrat. Die Biogasanlage der Familie Neheider in Mammendorf war die erste Station. 2010 spezialisierte sich die Landwirtsfamilie auf Bullenmast und Erzeugung von Biogas. Der täglich anfallende Mist der Rinder, Gülle und zugekaufter Mais erzeugen genug Strom und Wärme zur Belieferung des angrenzenden Lebensmitteldiscounters, zweier Möbelhäuser und des Mammendorfer Freibads. Bei zwei unterschiedlichen, niedrigen Temperaturen verfaulen die Feststoffe, Gas entsteht, das entweder sofort in Energie umgewandelt, oder in einem Pufferspeicher für kurze Zeit zwischengelagert wird. Für diesen Prozess benötigen die Biogasanlage keine Chemie oder andere Zusatzstoffe. Besonders fasziniert waren die Gäste vom Kontrollzentrum mit Steuerungsanlage für Fütterung, Gülleabfuhr und Motorsteuerung der Beschickungsanlage. 

Auf engem Raum werden alle notwendigen Arbeitsschritte vollautomatisch dirigiert, bedürfen aber einer ständigen Überwachung durch die Betreiber. Bei Kaffee und Kuchen, zu dem die Familie Neheider der Gruppe einlud, wurde diskutiert und Fragen von den Betreibern der Biogasanlage kompetent beantwortet. Während des Halts „Solarfeld“ bei Malching erläuterte Monika Hösch, Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt der CSU Fürstenfeldbruck sowie FU-Mitglied, wie effektiv die gesamte Anlage Energie produziert. Im Einvernehmen mit den Naturschutzverbänden entstand hier eine Anlage, deren jährlicher Ertrag bei ca. 5400 MWh liegt. Dies entspricht dem Stromverbrauch von 1380 Familien.

 Unter den Sonnenkollektoren haben sich inzwischen seltene Insekten und andere Kleinlebewesen angesiedelt. Hösch führte aus, dass durch die Energieerzeugung vor Ort lange Überlandstromtrassen nicht mehr nötig wären und die Wertschöpfung, wie z.B. die Gewerbesteuer, vor Ort bliebe. Nachteil der Solarfelder sei die mangelnde Grundlastfähigkeit, also keine konstante 24 Stunden-Stromlieferung. 

Der dritte Tagesprogrammpunkt war die Müllverbrennungsanlage Geiselbullach.

Im Gegensatz dazu, liefert die Mülverbrennungsanlage Geiselbullach (GfA) beständig Energie – der dritte Tagesprogrammpunkt der Kreis Frauen Union. Geführt von den beiden Vorständen, Dr. Thomas König und Georg Hennig-Cardinal von Widdern blickten die Teilnehmer hinter die Kulissen dieses Kommunalunternehmens. Die Anlage produziert 24Std.täglich Strom und Wärme. Wertvoller Abfall aus Haus- und Sperrmüll wird mit gigantischen Greifern in die Verbrennungskammern geladen. Da die Befeuerung ohne Zusatz von Öl oder anderen fossilen Brennstoffen erfolgt, wird Energie CO² neutral erzeugt. So werden das Wohngebiet „Schwaigfeld“ sowie das Gewerbeareal Bergkirchen mit Fernwärme beliefert, wie Dr. König erläuterte. 

„Tigerprawns aus Bergkirchen“ das ist bald keine Utopie mehr“ so der Geschäftsführer der GfA, Dr. König. Dort entsteht aufgrund der angebotenen Fernwärme ein Garnelenzuchtbetrieb. 

Der weitere Ausbau des Fernwärmenetzes sichere eine zukunftsfähige Versorgung der umliegenden Kommunen und Gewerbegebiete. Die wachsende Müllmenge, laut König, ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, sei im Fall der Müllverbrennungsanlage ein dringend benötigter Rohstoff zur Energiegewinnung. Laut der FU-Kreisvorsitzenden Gabriele Off-Nesselhauf werde die Frauen Union in den nächsten Jahren besonders um Unterstützung für Projekte der regionalen Energieerzeugung werben. 

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