Regionaler Genuss erinnert an amerikanische Tradition

Likör und Whiskey: Neue Destillerie in Eichenau eröffnet

Zwei Einmachgläser der Eichenauer Destillerie mit Gläsern im Vordergrund, vier Herren im Hintergrund.
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Die Produkte der Eichenauer Destillerie sind gemäß der amerikanischen Tradition in Einmachgläsern abgefüllt.

Eichenau – Ein Stück vom „American Way of Life“ haben Markus und Alex Schnell nach Eichenau gebracht. Ihre neue Destillerie in der Brucker Straße 1b im Eichenauer Gewerbegebiet hat jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr und jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr für den Brennereiverkauf von Whiskey und Likören geöffnet.

Mit einem Schnellkochtopf an Markus Schnells Wohnort in Olching hat alles angefangen. Den haben wir für erste Versuche umfunktioniert“, erzählt Sohn Alex. Man habe viel probiert und selbst getestet, so Schnell junior zu den ersten Schritten ihres Produkts, das sie „Bavarian Moonshine“ nennen.

Dass das alles ganz legal gelaufen ist, betont Schnell junior nur vor dem geschichtlichen Hintergrund, der ein wenig geheimnisvoll daherkommt und auch verrucht. Zwischen 1920 und 1933 herrschte in den Vereinigten Staaten ein Verbot für die Herstellung und Verkauf von Alkohol. Dies geschah in dieser Prohibitionszeit allerdings umso mehr im Verborgenen.

Farmer brannten da ihren Schnaps schwarz. Die Produktionsstätten verlegten sie in Wälder und arbeiteten da nachts. Am liebsten taten sie das bei Vollmond, um gute Lichtverhältnisse zu haben. Daher kommt auch der Name „Moonshine“. Doch das war nicht die einzige Maßnahme gegen das Entdeckt werden. „In Fässer hat man das nicht abgefüllt, das wäre zu auffällig gewesen“, erklärt Sohn Schnell. Deshalb füllte man das Gebräu in Einmachgläser.

In der Eichenauer Destillerie setzt man diese Tradition bewusst fort, wie die amerikabegeisterten Schnells erzählen. „Wir lieben die Lebensart dort“, so Vater Markus. Die Erfahrungen und Erlebnisse aus vielen Reisen habe man mit nach Deutschland gebracht – wie den Moonshine.

Gemeinde Eichenau begeistert

Von Seiten der Gemeinde Eichenau zeigt man sich begeistert, wie Bürgermeister Peter Münster bestätigte: „Wir haben jetzt neben dem Pfefferminzmuseum ein zweites Geschenk, das wir Besuchern mitgeben können.“ Es werde ein Markenzeichen werden, ist sich das Gemeindeoberhaupt sicher.

Ein paar Schritte dazu mitgeholfen hat das Germeringer Brauhaus, das bereits recht erfolgreich eine Nische in regionalen Produkten gefunden hat. „Wir haben nach jemandem gesucht, der Maische macht“, so Daniel Vitt, einer der Geschäftsführer des Brauhauses, der zusammen mit seinem Kollegen Holger Dietz bei der Eröffnung der Eichenauer Destillerie anwesend war. Künftig werde man die Produkte aus Eichenau bei Verkostungen mit ins Angebot nehmen. Ähnlich machen es die Eichenauer.

Rund 70.000 Euro haben die Schnells in ihr Stück vom „American Way of Life“ investiert. „Ohne fremden Investor und ohne Bank“, wie Markus Schnell betont. Herzstück ist der 250 Liter fassende Kessel. Hersteller ist eine im baden-württembergischen Eislingen beheimatete Fachfirma.

Mehr Informationen zur Destillerie gibt es noch im Internet unter www.bavarian-moonshine.com

Hans Kürzl

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