Welche Impfungen sind notwendig?

+
Dr. med. Thomas J. Krauter, Facharzt für Allgemeinmedizin in der Hauptstraße 18 in FFB, gibt wertvolle Tipps zum Thema Reiseimpfungen.

Fürstenfeldbruck – Auch wenn die Hauptferienzeit vorbei ist – Reiseziele in ferne, warme Länder sind gerade jetzt in der Herbst/Wintersaison besonders beliebt. Doch welche Impfungen gilt es für welche Reiseziele zu beachten? Dr. Thomas Krauter, Facharzt für Allgemein- und Experte für Reisemedizin in Fürstenfeldbruck, klärte über die wichtigsten Fragen zum Thema Impfempfehlungen für Fernreisen und im Allgemeinen auf.

„Zu den klassischen und den wichtigsten Reiseimpfungen gehören die Hepatitis A und Hepatitis B-Impfung“, beginnt Dr. Thomas Krauter. Hepatitis A-Viren können eine Infektion der Leber hervorrufen und gelten als weltweit verbreitet – besonders in Entwicklungs- ländern. „Da die Übertragung durch Nahrungsmittel und Trinkwasser erfolgen kann, ist diese Impfung die Wichtigste“, so der Experte. Bei Hepatitis B wird der Erreger durch Blut oder sexuelle Kontakte übertragen, was zu einer chronischen Infektion der Leber führen kann. Auch Typhus und Gelbfieber-Impfungen können – je nach Reisegebiet, Reisezeit und Reiseart – empfohlen werden. 

Dr. Thomas Krauter weist darauf hin, dass er die Entscheidung, ob geimpft werden müsse oder nicht, von verschiedenen Faktoren abhängig mache. „Es kommt immer auf den Reisestil des Reisenden an. Ob er mit dem Rucksack unterwegs ist oder sich in einem Wellness-Resort aufhält“. Sinnvoll ist eine Impfung gegen Typhus bei Reisen unter schlechten hygienischen Bedingungen und bei längeren Aufenthalten. Risikogebiete sind Südostasien, Südamerika und Afrika. 

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine durch Stechmücken übertragene Virusinfektion, die im äquatorialen Afrika, in Mittel- und Südamerika auftritt. Dr. Thomas Krauter macht außerdem auf die Japanische Enzephalitis aufmerksam, die ebenfalls durch Mücken – von Haustieren auf Menschen – übertragen wird. „Auch hier ist eine Impfung ratsam, vor allem bei Reisen in ländliche Gebiete Asiens und während der Regenzeit“, erklärt er. Bei der nicht impfbaren Malaria geht es vor allem darum, eine Expositionsprophylaxe (Maßnahmen zur Vermeidung von Insektenstichen) zu betreiben, bzw. Medikamente zur Malariaprophylaxe einzunehmen.

Bezugnehmend auf die allgemeine Impfberatung stehe das individuelle Risiko sowie die Krankengeschichte des Einzelnen im Vordergrund: „Ich betrachte den Menschen ganz- heitlich, verfolge seine Krankengeschichte und schätze dann sein Risiko zu erkranken ein“, so der Mediziner. Wichtig sei es vor allem, dass beim Gesundheitscheck der Impfausweis vorgelegt werde. „Bei unbekanntem Impfstatus sollte der Patient geimpft werden“, sagt Dr. Thomas Krauter. Eine Grundimmunisierung in Deutschland beinhaltet die drei Impfungen gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten. „Die Kinderlähmung ist heutzutage in Europa kein großes Thema mehr“. Bei älteren Leuten sei es generell sinnvoll, die individuelle Entscheidung, das individuelle Risiko sowie den optimalen Nutzen einer Impfung gegeneinander abzuwägen. Dies gelte vor allem für die Pneumokokken- und Grippeimpfung. „Wenn jemand anfällig ist und Impfungen nicht gut verträgt, sollte man eher zu anderen Mitteln greifen. Im Vordergrund steht dabei immer die individuelle Beratung mit dem Patienten zusammen“, so Dr. Thomas Krauter abschließend.

Nicole Burk

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte
Kandidatin zieht in den Wahlkampf
Kandidatin zieht in den Wahlkampf
Naturjuwele fusionieren
Naturjuwele fusionieren

Kommentare