Volksbegehren "Rettet die Bienen" der ÖDP

Das Artensterben endlich stoppen

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Maiken Winter (rechts) informierte die Besucher über das Artensterben.

Zum Auftakt des Volksbegehrens „Rettet die Bienen!“ referierte die Ornithologin Maiken Winter kürzlich in Fürstenfeldbruck über die Ursachen des Artensterbens und die Ziele des Volksbegehrens und stellte sich den Fragen der Zuhörer.

Fürstenfeldbruck – Das Volksbegehren wurde von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) initiiert, wird aber bereits von mehr als 70 Organisationen und Parteien unterstützt. Bei dem Volksbegehren geht es nicht nur um Bienen, sondern um den Erhalt der gesamten Artenvielfalt. Daher heißt der offizielle Name des Volksbegehrens: „Rettet die Bienen, Vögel und Schmetterlinge – stoppt das Artensterben.“

"Es ist fünf vor zwölf"

Maiken Winter sagte während ihres Vortrags: „Die Situation ist wirklich dramatisch. Viele Arten sind auf immer verschwunden. Es ist fünf vor zwölf! Das Volksbegehren ist die letzte Chance, um das Artensterben noch aufzuhalten.“ So sind beispielsweise 54 Prozent der Wildbienenarten vom Aussterben bedroht, sind 73 Prozent der Tagfalterarten bereits ausgestorben und sind seit 1965 65 Prozent der Vogelarten aus Bayern verschwunden. 

Zu frühe Mahd, zu viele Pestizide

Eine Hauptursache für den Artenschwund ist die intensive Landwirtschaft, insbesondere die häufige und immer früher durchgeführte Mahd von Wiesen, der Einsatz von Pestiziden und die Überdüngung. Die ÖDP fordert daher unter anderem ein Verbot von Pestiziden wie Glyphosat und Neonicotinoiden auf allen staatlichen Flächen in Bayern, eine Umwandlung von mindestens zehn Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Blühwiesen, eine spätere Mahd von Wiesen, eine bessere Ausbildung der Landwirte und eine ökologische Bewirtschaftung auf mindestens 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen. Um diese Forderungen durchzusetzen, soll das bayerische Naturschutzgesetz mit Hilfe eines Volksbegehrens (und gegebenenfalls eines späteren Volksentscheids) geändert werden.

Keine Zeit schinden

Die bayerische Staatsregierung hat auf das Volksbegehren reagiert und angekündigt, dass erst einmal Daten erheben müssen, um sich ein Bild der Situation zu verschaffen. Nach Ansicht des Diversitätsforschers Michael Schrödl von der Zoologischen Staatssammlung München sei es zwar immer hilfreich, Daten zu erheben, aber die Fakten lägen bereits auf dem Tisch; die Datenbasis reiche absolut aus, um zu wissen, dass der Artenschwund dramatisch ist. „Jetzt müssen wir handeln“, forderte Schrödl.

Bienenrettungsmobil ist unterwegs

Das Volksbegehren nimmt im Landkreis Fürstenfeldbruck nun Fahrt auf. So wurden an einem ersten Infostand innerhalb von drei Stunden bereits 150 Unterschriften gesammelt. Unterstützung bekommt die ÖDP im Landkreis vom Bienenrettungsmobil, mit dem die Partei bis September an diversen Infoständen im Landkreis Unterschriften sammeln will. „Mit dem Bienenrettungsmobil werden wir eine Tour durch den Landkreis machen und geben den Bürgern dadurch an fast allen Orten die Gelegenheit, sich für den Artenschutz einzusetzen.“

Weitere Termine und Unterschriften

Die nächsten geplanten Unterschriftensammlungen mit dem Bienenrettungsmobil: 21. Juli in Germering, 22. Juli in Fürstenfeldbruck. August-Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Unterschriften können auch bei folgenden Personen geleistet werden: Stadtrat Dieter Kreis, Wilhelm-Busch-Str. 7, Fürstenfeldbruck, Kreisrat Christian Holdt, Mitterfeldweg 28, Emmering und bei Kreisrat Max Keil, Hügelstr. 10, Puchheim. Hier erhalten Interessierte weitere Informationen zum Volksbegehren und können Unterschriftenlisten ausfüllen.

red

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