Rettungspaket für das Freibad Mammendorf geschnürt - Freitzeitattraktion im westlichen Landkreis

Sie sind zuversichtlich, die Freizeitanlage Mammendorf vor einer Schließung bewahren zu können (von links): Referent des Kreistages für Struktur und ländlichen Raum, Hubert Ficker, Landrat Thomas Karmasin und Mammendorfs Bürgermeister sowie Kreisrat Johann Thurner. Foto: Dieter Metzler

Das Freibad Mammendorf, die Freizeitattraktion im westlichen Landkreis, wurde heuer 25 Jahre alt. Seit der Eröffnung im Jahre 1985 haben fast 2,5 Millionen Badegäste das Freibad besucht. Die Anlage muss dennoch aus dem Kreishaushalt jährlich mit 550.000 Euro subventioniert werden. Das veranlasste den Kreistag über die Schließung der Freizeitanlage, zu der ein Badesee und ein Jugendzeltplatz zählen, nachzudenken. Um die Freizeitanlage weiter zu erhalten formierte sich mit dem Bürgermeister von Mammendorf und Kreisrat Johann Thurner, dem Referenten des Kreistages für Struktur und ländlichen Raum, Hubert Ficker aus Landsberied sowie der Referentin des Kreistages für Sport, Freizeit und Erholung, Margit Quell aus Mammendorf, und Vertretern der Verwaltung eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE). Am 20. Oktober stellte die ARGE bei einem Pressegespräch im Landratsamt erste Ergebnisse ihres „Rettungspaketes“ vor.

Kreisreferent Ficker glaubt, dass die Maßnahmen den Kreistag überzeugen werden, Bad und Freizeitzentrum auf Dauer zu erhalten. „Freizeitwert gehört genauso wie eine ausreichende Breitbandversorgung und gute Mobilität durch den ÖPNV zu den wichtigsten Standortfaktoren für den ländlichen Raum“, so der Landsberieder. So wurde der Investitionsplan überarbeitet und Wege für eine Kostenreduzierung gesucht sowie Gespräche mit den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft geführt. Darüber hinaus soll ein Sponsoring aufgebaut und Mitte November ein Förderverein ins Leben gerufen werden. Die Gemeinde Mammendorf habe bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, berichtete Bürgermeister Thurner. So wurde beschlossen, zukünftig 50.000 Euro Betriebskosten und den Winterdienst zu übernehmen. Der Mammendorfer Landwirt Michael Neheider, der in unmittelbarer Nähe der Freizeitanlage eine Biogasanlage baut, stellt die Wärme kostenlos zur Beheizung des Schwimmbades zur Verfügung, berichtete Thurner. Bei den Kosten von ca. 100.000 Euro für die Verlegung der Leitung hofft Thurner auf eine Unterstützung durch den Erholungsflächenverein. Die Lösung komme gelegen, zumal die elektrische Wärmepumpe in die Jahre gekommen sei, so Thurner. Ein Freizeitbad kostendeckend zu betreiben, sei völlig unmöglich, meinte Kreisrat Ficker, es gelte, die Kosten in Grenzen zu halten. Um die Attraktivität der Anlage zu steigern, müsse man aber auch investieren, sonst würden die Besucher abwandern, so der Kreisreferent. Über zusätzliche Veranstaltungen und über Werbung und Kooperationen mit Firmen will man versuchen, die Einnahmeseite zu steigern. Die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft wollen ebenfalls ihr Scherflein beitragen, indem sie pro Einwohner einen Euro beisteuern, was bei rd. 15.000 Einwohnern einen Betrag in gleicher Höhe einbringt. In Anbetracht der angespannten öffentlichen Haushalte sei der Landkreis rechtlich verpflichtet, die nicht zum unbedingten Pflichtprogramm gehörenden Leistungen auf den Prüfstand zu stellen, stellte Landrat Thomas Karmasin den Ausführungen der beiden Kreisräte, Kreissportreferentin Margit Quell war verhindert, dem Pressegespräch voran. Gleichwohl freue er sich, dass sich sowohl eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe, als auch die betroffenen Gemeinden sowie ein Förderverein für die Erhaltung der Freizeitanlage einsetzen. Immer wieder zeigen Bürgerinnen und Bürger im Landkreis großes Engagement, rief Karmasin die beiden Beispiele zur Restaurierung des Churfürstensaals im Kloster Fürstenfeld und des Jexhofes in Erinnerung.

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