Rinderidylle wie in Urzeiten im Fußbergmoos – Esmeralda ist das jüngste Mitglied der Heckrinder-Herde

Rinderidylle im Fußbergmoos. Foto: G. Miller

Erst einige Tage alt ist Esmeralda (ganz vorne), das jüngste Mitglied in der Heckrinder-Herde im Fußbergmoos. "Mutter Edda" wacht mit Argusaugen beim "mittäglichen Widerkauen" auf den jüngsten Sproß der vierbeinigen Landschaftspfleger des Landesbundes für Vogelschutz (LBV). Entspannter sieht es "Estrella", die auf das 6 Wochen alte Stierkalb "Achat" (im Hintergrund) schon weniger aufpassen muss, denn dieser durchstreift mittlerweile von Zeit zu Zeit auch ganz selbständig das Weidegelände.

Bei beiden Kälbern fällt die natürliche Tarnfarbe auf, die bei Gefahr eine farbliche Einheit mit dem Gelände bildet und dadurch für die wehrlosen Kälber das Überleben in freier Wildbahn sichern würde. Da aber im Fußbergmoor keine Gefahr mehr droht, denn die Tiere sind ordnungsgemäß eingezäunt und werden von ehrenamtlichen "Rinderhirten" betreut, bleibt es bei der Herbstidylle wie auf unserem Bild festgehalten. Die sogenannten Heckrinder sind in den 1920-er Jahren aus einem Rückzüchtungsversuch des Auerochsens entstanden. Damals hatten die beiden Zoodirektoren Lutz und Heinz Heck versucht, die Gene des Auerochens zu sichern, der schon im Mittelalter ausgerottet worden war. Der Auerochse hat viele Jahrhunderte das Landschaftsbild in ganz Europa geprägt. Im Fußbergmoos sind die Heckrinder als Landschaftspfleger "tätig", denn sie fressen den Aufwuchs. Dadurch kann der natürliche Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere erhalten werden. Dies wäre nämlich nicht mehr der Fall, wenn der Aufwuchs nicht dezimiert werden würde. Dann hätte der Aufwuchs nämlich eine gewisse düngende Wirkung und das würde eine Veränderung von Fauna und Flora zur Folge haben. Mit der Haltung der Heckrinder versucht der Landesbund für Vogelschutz als Halter der Tiere die natürliche Situation wie in Urzeiten zu simulieren, denn damals haben die wild lebenenden Auerochsen von Natur aus dazu beigetragen, den Aufwuchs klein zu halten, um den natürlichen Kreislauf zu sichern. Das wird mit dem Weideprojekt im Fußbergmoos wieder angestrebt. Weitere Informationen: Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Fürstenfeldbruck, Alois-Harbeck-Platz 3, 82178 Puchheim, Tel. 089/ 800 1500 oder über`s Internet: www.lbv-ffb.de

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