In den letzten drei Jahren fast halbiert

Rückläufige Obdachlosenzahlen in Fürstenfeldbruck

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3,5 Millionen Euro investierte die Stadt für den Kauf des ehemaligen Hotels Hasenheide inklusive anschließender Umbaukosten zur Obdachlosenunterkunft.

Der Kauf des ehemaligen Hotels Hasenheide zur Unterbringung obdachloser Menschen lohnt sich für die Stadt – trotz höherer Umbaukosten, als ursprünglich kalkuliert. Dies geht aus einem Bericht hervor, den Doreen Höltl, im Rathaus zuständig für die Unterbringung der Wohnungslosen, dem Stadtrat vorlegte. Zudem konnte die Obdachlosenzahl im Brucker Stadtgebiet in den letzten zwei Jahren fast halbiert werden

Fürstenfeldbruck - Ende 2017 kaufte die Große Kreisstadt für knapp drei Millionen Euro das ehemalige Hotel Hasenheide zur Unterbringung obdachloser Menschen. Hinzu kamen Umbau- und Renovierungskosten von rund 460.000 Euro. So waren zur Brandschutzsanierung und Nutzbarmachung des Gebäudes als Obdachlosenunterkunft umfangreiche Abbruch- und Maurerarbeiten erforderlich. Auch wurden für einen barrierefreien Zugang ein Treppenlift sowie eine überbreite Außentreppe installiert. Bereits drei Monate nach Kauf der Immobilie wurde die Einrichtung von der Notschlafstelle der Caritas mit acht Plätzen bezogen, da der Mietvertrag am alten Standort in der Kapuzinerstraße auslief. 

Zwei Familien, drei Paar und neun Einzelpersonen bewohnen Unterkunft

Nach Abschluss der Baumaßnahmen im Oktober begann auch die Stadt mit der Obdachlosenunterbringung. Mittlerweile sind in der Einrichtung durch die Stadt 26 Personen untergebracht, wobei es sich um zwei Familien, drei Paare und neun Einzelpersonen handelt. Hierfür erhält die Stadt monatlich 12.400 Euro Miete, welche von den Bewohnern oder im Bedarfsfall von den Ämtern zu zahlen ist. Darüberhinaus werden diverse Stellplätze, eine Mitarbeiterwohnung sowie die Küche vermietet. Zusammen mit der Miete der Caritas belaufen sich die Einnahmen monatlich auf insgesamt 17.000 Euro. Demgegenüber stehen beträchtliche Einsparungen: Gab die Stadt in 2016 monatlich noch etwa 50.000 Euro für die Unterbringung in verschiedenen Fremdobjekten aus, sind es momentan nur noch 10.842 Euro. „Eine gute Sache, die der Stadt langfristig auch finanzielle Mittel erspart“, lobt CSU-Fraktionschef Andreas Lohde das Projekt. 

1.084 Beratungsgepräche wurde geführt

Jan Halbauer (Grüne) zeigt sich erfreut, „dass wir die einzige Gemeinde im Landkreis sind, in der die Zahlen sinken“ und lobt ausdrücklich auch das Konzept Höltls sowie die Arbeit ihres Teams. Lag die Zahl der Obdachlosen im April 2017 bei 130 Personen, sind es derzeit noch 67. Dass die Zahl nahezu halbiert werden konnte, liegt nicht zuletzt an einem intensiven Personaleinsatz – allein im letzten Jahr wurden 1084 Beratungsgespräche geführt – sowie unterschiedlicher Betreuungsmaßnahmen und einer strikten Trennung von Asyl und Obdachlosenunterbringung. 

Sieben Polizeieinsätze in den letzten 13 Monaten

Bedenken, mit der Einrichtung in der Hasenheide einen weiteren sozialen Brennpunkt zu schaffen, lassen sich nicht bestätigen. Laut Polizeistatistik kam es in den letzten 13 Monaten zu insgesamt sieben Einsätzen, wovon lediglich drei dem Haus zuzuordnen sind: ein Hausfriedensbruch, ein Drogenvergehen sowie ein Brandalarm wegen eines Wasserkochers.

 Peter Fischer

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