Rücklagen des AWBs schmelzen

Müllgebühren im Landkreis steigen um ein Drittel an

Ein Müllmann schiebt zwei Mülltonnen.
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Weil die Kosten in verschiedenen Bereichen der Müllverwertung steigen und die Rücklagen des AWB schrumpfen, steigen nun auch die Müllgebühren für die Landkreis-Bürger in FFB. 
  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Landkreis – Gut ein Drittel mehr Müllgebühren müssen die Bürger des Landkreises Fürstenfeldbruck ab kommendem Jahr berappen. Der Werkausschuss des Landkreises setzt damit um, was bereits seit der letzten Gebührenkalkulation im Jahr 2017 diskutiert wird.

Die Grundgebühr für Restmüll steigt demnach für private Haushalte von 46 auf 61,80 Euro, für das Gewerbe von 65 auf 86,80 Euro. Dazu müssen die Bürger beispielsweise für eine 80/90-Liter-Tonne statt 77 nun 103,10 Euro berappen. Neu eingeführt wird eine 770-Liter-Tonne für 939,10 Euro Gebühren. Für einen 1,1-Kubikmeter-Container werden ab kommendem Jahr 1.341,60 Euro fällig. Bislang waren es 1.001 Euro.

Auch Gebühren auf Wertstoffhöfen werden teurer

Die Gebühr zum Beispiel einer 80-Liter-Wertstofftonne steigt von 34 auf 44,90 Euro. Und auch die kostenpflichtigen Anlieferungen an die großen Wertstoffhöfe und die Bauschuttdeponie Jesenwang werden teurer – zum Beispiel kostet die Abgabe von Altöl statt 30 Cent dann 50 Cent pro angefangenem Kilo. Außerdem fällt die Vergünstigung für Eigenkompostierung weg, stattdessen erhält jeder Bürger Bioabfallsäcke.

Rücklagen des AWBs schrumpfen

Es sei eine logische Entwicklung der Beschlüsse vergangener Jahre, sagte Landrat Thomas Karmasin (CSU) bei der Ausschusssitzung. „Die Erhöhung ist eine logische Konsequenz der Auflösung der Gebührenrückstellungen.“ Diese Rücklagen des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) schmelzen von fast 22 Millionen auf nur noch knapp 10,5 Millionen Euro zusammen. Grund sind gestiegene Kosten in verschiedenen Bereichen der Müllverwertung.

Weniger Erhöhung als prognostiziert

Maximilian Gigl (CSU) zeigte sich zufrieden, dass die Gebühren nicht so stark steigen, wie es 2017 prognostiziert worden war, als von einer Erhöhung um 48 Prozent die Rede war. „Jetzt sind es mit 34 Prozent doch wesentlich weniger.“ Jakob Drexler (UBV) verwies zudem darauf, dass die Gebühren zuletzt fünfmal in Folge gesenkt wurden, ehe sie nun wieder erhöht werden müssen.

Weiterhin keine Biotonne

Ingrid Jaschke (Grüne) sagte, man komme angesichts der Ausgabenerhöhungen nicht an einer Zustimmung zu den höheren Gebühren vorbei. Allerdings kritisierte sie auch einen Punkt: „Eine dieser Kostensteigerungen ist nicht besonders glücklich, nämlich die Kosten für die Ausgabe von Biosäcken statt einer Biotonne.“

Diskussion über Länge der Änderung

Die neuen Gebühren gelten vorerst für drei Jahre – ein Jahr weniger als in der Vergangenheit üblich. Grund sind die Unwägbarkeiten, die die Corona-Krise mit sich bringt und auf die man dann eventuell wieder reagieren muss. Sandra Meißner fragte nach, ob man angesichts der auch für die corona-gebeutelten Unternehmen steigenden Gebühren nicht nur für zwei Jahre hätte kalkulieren können. Doch AWB-Werkleiter Stefan Mayer ist das zu kurz. Er wolle den Unternehmern vielmehr auch Planungssicherheit geben.

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