296. Willibaldritt in Jesenwang

Hoch zu Ross durch die Kirche

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Der Durchritt durch die Kirche nach der Segnung am Nordportal gilt als einmalig in Europa.
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Die traditionsreiche Reiter-Prozession zu Ehren des Heiligen Willibald lockte erneut tausende Besucher nach Jesenwang. Für den Freundeskreis St. Willibald war der 296. Willibaldritt zudem ein ganz besonders freudiges Ereignis, denn der Verein, der in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung den Pferdeumritt organisiert und im Frühjahr mit dem Heimatpreis Oberbayern ausgezeichnet wurde, feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Jesenwang - Als sich der Zug mit rund 300 Reitern, 14 Gespannen und vier Musikkapellen gegen 13.30 Uhr am Jesenwanger Gemeinschaftshaus in Bewegung setzte, säumten nicht nur zahlreiche Zuschauer den Weg der Reiter-Prozession an der Pfarrkirche St. Michael vorbei über die Römerstraße zur Willibaldkirche – auch die im Kastanienhain neben der kleinen gotischen Kirche vor den Toren Jesenwangs aufgestellten Biertischgarnituren waren bereits gut besetzt. 

Zu Ehren des Schutzpatron

Der Ursprung des Willibaldritts, der mittlerweile zu den größten Brauchtumsveranstaltungen mit Pferden in ganz Bayern zählt, geht auf ein Gelöbnis zurück, das die Jesenwanger Bauern im Jahre 1712 ablegten. Alten Chroniken zufolge grassierte damals in der Gegend eine Viehseuche, der hauptsächlich Pferde zum Opfer fielen. In ihrer Not baten die Menschen den Heiligen Wililbald um Hilfe und gelobten, im Gegenzug den Schutzpatron mit einem Festzug zu ehren, woraufhin es keine Vieherkrankungen mehr gegeben haben soll. Seither findet der Willibaldritt, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, jedes Jahr statt. 

Um die Kirche herum

Höhepunkt der alljährlichen Wallfahrt ist der Durchritt durch die Kirche, der als einmalig in Europa gilt. Nachdem der Zug die Kirche umrundet und sich auf der Wiese gesammelt hat, setzen sich als erstes die Reiter wieder in Bewegung. Durch das Spalier der Zuschauer kommend erhalten die festlich geschmückten Pferde am Nordportal den kirchlichen Segen, reiten durch die Kirche hindurch und durch das Südportal wieder heraus. Anschließend fahren die Gespanne um die Kirche herum. 

Restaurierter Wagen des Jexhofes fuhr mit

Erstmals nahmen heuer „De Allerscheenan“, bestehend aus elf Freunden, die sich dafür einsetzen, die bayerische Kultur und das Brauchtum zu fördern, mit einem eigen historischen Wagen teil, den sie Anfang 2018 im Rahmen einer Bestandsauflösung des Jexhofes erstehen konnten. In mühevoller Kleinstarbeit wurde der Wagen komplett zerlegt, vom Holzwurm befreit, geschliffen, gestrichen und geschmückt. Einige Teile mussten dabei auch ersetzt und detailgetreu neu hergestellt werden. Um das Gefährt würdevoll einzuweihen, gab es am Abend zuvor sogar eine Wagensegnung durch Militärdekan Alfons Hutter, der zum ersten „Ehren-Allerscheenan“ ernannt wurde und auch auf dem Wagen am Willibaldsritt teilnahm. „Der Wagen bekam sehr positives Feedback und viel Lob von den Zuschauern des Willibaldsritts“, sagte Rainer Schmid von „De Allerscheenan“. Für den Jesenwanger Gemeinderat „Ansporn, sich auch zukünftig aktiv für den Erhalt der bayerischen Kultur einzusetzen.“

Peter Fischer

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