Tattoo-Convention in Fürstenfeldbruck

Profis stechen unter die Haut

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Tätowierungen als Körperschmuck werden immer beliebter. Es gibt immer mehr Tattoo-Studios, und der Körperschmuck ist längst nicht mehr auf nur eine Szene beschränkt. Da ist es nur folgerichtig, dass auch in Fürstenfeldbruck nun erstmals eine Tattoo-Convention stattfand.

Fürstenfeldbruck - Rund 100 nationale und internatione Studios stellten in der Tenne des Veranstaltungsforums ihre Arbeit vor und stachen die Besucher sogar vor Ort. So zum Beispiel auch den 17-jährigen Julian Nanko aus Dachau, der sich von Mario Weißsteiner vom Estinger Studio „Body Industrie“ tätowieren ließ. Das Motiv: Ein Totenkopf mit einem Auge darü- ber. „Das steht für meine Großeltern“, erzählt der junge Dachauer. Sein Opa habe auch Totenköpfe gemocht, seine Oma hatte ebenfalls ein Auge tätowiert. Weißsteiner findet es gut, dass Nanko sich Motive statt beispielsweise der Namen tätowieren lässt. „Namen und Daten sind eher schwierig“, sagt der 28-jährige Tätowierer. Oft sei die erste Frage, ob jemand an dem gestochenen Datum gestorben sei oder für wen der Name steht. „Man sollte lieber ein Motiv auswählen, das für die Person steht.“ Kevin Schilling (30) vom Studio Headzone Tattoo aus Fürstenfeldbruck freute sich, dass er seine Kunst nun auch bei einer Messe in seiner Heimatstadt zeigen konnte: „So etwas hat in der Region definitiv noch gefehlt“, sagte er über die Tattoo-Convention. „Und dann noch in dieser Location – das ist natürlich super.“ Sein Tipp, um das richtige Tattoo-Studio zu finden: „Man sollte auf jeden Fall die Arbeiten anschauen.“

Wachstum der Szene bringt verschärfte Vorgaben

Denn die Auswahl an Studios ist mittlerweile riesig. „Die Szene ist eine richtige Industrie geworden“, sagt Arafat vom Brucker Tattoo-Studio „Body Art by Arafat“. Der 56-Jährige moderierte die Messe und betreibt selbst seit über 30 Jahren Tattoo-Studios – anfangs in München, später zusätzlich in Bruck und künftig auch in Abensberg (Landkreis Kelheim). „Tattoo ist längst kein Phänomen mehr“, sagt Arafat – selbstverständlich ein Künstlername. Die Kunden kämen aus allen Schichten der Bevölkerung, vom Gleisarbeiter über den Bänker bis hin zum Sportler. Das Wachstum der Szene bringe aber auch verschärfte Vorgaben mit sich. „Die Hygienevorschriften werden immer härter, die Studios sind fast besser kontrolliert als Ärzte – aber das ist auch gut so.“ 

Maori-Tattoos und besondere Bedeutungen

Auch bei den Besuchern kam die Convention gut an, wenngleich sich zum Beispiel Andreas Link (48) noch ein bisschen mehr Aussteller für den stolzen Eintrittspreis von 14 Euro gewünscht hätte. Der Grafrather ist ein Fan von Maori-Tattoos – Motiven mit mystischen Symbolen, die in Polynesien ihren Ursprung haben. Ihren rechten Arm bis hoch zur Schulter hat sich Tina R. (32) beim Augsburger Studio Zaki ink. Tattoo tätowieren lassen. Insgesamt drei Sitzungen wurden dafür benötigt. Das Motiv habe ihr zum einen gefallen. Zum anderen hätten Teile davon aber auch eine besondere Bedeutung, wie sie erzählt. So steht dort in schwarzer Tinte auch das Wort „Secret“ geschrieben. „Das steht für meine Tochter.“ 

Andreas Daschner

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