MS-Kontaktgruppe auf Jahresausflug

Mit der Cessna über den Ammersee

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Die Rotoren rattern und die Flieger starten. Neben Hobbyfliegern wird an diesem Tag am Flugplatz Jesenwang auch eine Gruppe starten, bei denen manche noch gar nicht geflogen sind oder es schon eine ganze Weile her ist. Die Multiple Sklerose (MS) Kontaktgruppe Fürstenfeldbruck veranstaltete ihren Abschlussausflug zum Flugplatz, wo diesmal neben Kaffee und Schnitzel nach langer Zeit wieder ein Rundflug über den Ammersee auf der Agenda stand.

Mit bis zu 200 Stundenkilometern schiebt sich das amerikanische, einmotorige Leichtflugzeug durch die Lüfte. Autos, Waldstücke, Seen, Bäche, Straßen und Häuser wirken in rund 600 Metern Höhe wie Spielzeuge in einer Miniaturlandschaft. Während im Süden das Kloster Andechs auf dem Berg thront, spiegeln sich die Wolken im dunkel-türkisfarbenen Wasser. Inmitten des Sees, gleitet ein kleiner Segler und zerteilt die Wellen mit seinem Bug, durch die Kopfhörer dröhnt leise das Brummen des Propellers, während das Flugzeug rhythmisch im Wind wippt. 

Wasser-Karaffen und startende Flieger

„Für manche ist das ein einmaliges Erlebnis“, erzählt die Leiterin der MS-Kontaktgruppe Sigrid Straube. Auch sie wird heute fliegen und das obwohl sie Höhenangst habe. Doch bis dahin ist noch Zeit. Jetzt sitzt sie zusammen mit 24 Betroffenen der Kontaktgruppe und Mitgliedern des Stammtisches in Gröbenzell im Biergarten des Fly-Inn am Flugplatz und beobachtet die ankommenden und startenden Flieger. Obwohl Sonnenschirme aufgestellt wurden, ist es heiß und die bereitgestellten Wasser-Karaffen auf den Tischen sind fast geleert. „Wir kommen regelmäßig hier hin“, erzählt Straube. Doch statt wie sonst von der Ferne aus den Fliegern mit den Augen bis zum Horizont zu folgen, werden sie heute selbst einmal in das Cockpit steigen und die Aussicht von oben genießen. Für manche bedeutet diese Vorstellung nicht nur Vorfreude: „Ich hoffe einfach, da fliegt jemand, der das schon öfter gemacht hat“, sagt der 47-jährige Martin Fischer. Der Flug in einer Cessna, einem Leichtflugzeug, ist für den Puchheimer eine ganz neue Erfahrung. Anders sieht es da bei Michaela Fitzek aus, sie flog schon im Teenager-Alter, ebenfalls von diesem Flugplatz. 

Kontaktgruppe und Flugplatz - eine starke Bindung

„Pro Cessna fliegen zwei Betroffene und ein Pilot“, erklärt Heinz Bassner von Pro Luftfahrt Jesenwang, dem Verein, der diesen Ausflug überhaupt erst möglich machte. „Wir bieten jedes Jahr Freiflüge für soziale Gruppen an“, erzählt Bassner. Die Bindung zwischen der Kontaktgruppe und dem Flugplatz sitzt tief und reicht bis ins Jahr 1976. „Damals wurde die Gruppe von Ruth Feiger gegründet“, erzählt Straube. Da Feigers Ehemann Pilot am Flugplatz war, kam so auch der Kontakt mit Max Walch, dem mittlerweile verstorbenen Gründer des Flugplatzes und der Familie zustande, der bis heute anhält. Neben den MS-Betroffenen durfte auch die 15-jährige Melanie Fischer ihre Mutter Martina begleiten. 

„Die Seen sahen schön aus“, bilanziert sie anschließend. „Es war auf jeden Fall schön, aber auch ein bisschen laut“, schließt sich die Mutter an. Mit einem „fröhlichen guten Gefühl“ startet die 66-jährige Crista Schönecker aus Maisach: „Geflogen bin schon, aber mit einer großen Maschine“, sagt sie. 

Hamann

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