Bilanz für 2017

Brucker Stadtbibliothek landesweit auf Platz drei

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Der digitale Wandel und ein verändertes Mediennutzungsverhalten fordert die Stadtbibliothek zu neuen konzeptionelle Ansätzen mit entsprechenden Angeboten auf.

Diana Rupprecht, Leiterin der Brucker Stadtbibliothek, präsentiert im Kultur- und Werkausschuss den Jahresbericht 2017. Bestand und Ausleihe waren im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig, dafür steigt die Zahl der Veranstaltungen und Besucher. Auch Kooperationen mit Schulen und Bildungseinrichtungen für Erwachsene werden immer wichtiger.

Fürstenfeldbruck – Bestand und Ausleihe waren im letzten Jahr leicht rückläufig. Mit knapp 363.000 Ausleihen in 2017 lagen die Zahlen um 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hinzu kommen noch über 33.000 sogenannte digitale Ausleihen – dabei handelt es sich beispielsweise um eBooks oder das Abrufen bestimmter Online-Angebote – gegenüber 28.000 im Vorjahr. „Dieser Trend ist heutzutage bei allen Bibliotheken festzustellen, nicht nur in Bruck“, betont Rupprecht bei der Vorstellung ihres Jahresberichts vor dem Kultur- und Werkausschuss. „Wir bewegen uns damit immer noch auf einem hohen Niveau“. Bei einem landesweiten Leistungsvergleich bayerischer Bibliotheken ähnlicher Größenordnung belegte die Brucker Einrichtung in 2016 immerhin den dritten Platz.

Digitaler Wandel führt zu neuem Nutzungsverhalten

Der digitale Wandel und ein verändertes Mediennutzungsverhalten erfordern neue konzeptionelle Ansätze mit entsprechenden Angeboten. Die Zahl der klassischen Bibliotheksbenutzer, die sich ihre Bücher oder CDs ausleihen, geht stetig zurück. Verantwortlich hierfür sind eBooks und Streaming-Dienste, die sich besonders bei Jugendlichen großer Beliebtheit erfreuen.

Aber nicht nur Literatur, Musik oder Filme werden vermehrt online konsumiert. In allen Bereichen unseres Alltags hat der digitale Wandel Einzug gehalten. Durch das allzeit verfügbare Internet und die immer attraktiveren Streaming-Angebote hat sich auch die Art des Medienkonsums stark verändert. Mit Smartphone und Tablet sind Informationen oder Unterhaltung jederzeit verfügbar. Um für Besucher attraktiv zu bleiben, müssen entsprechende Angebote geschaffen werden.

Zusammenarbeit mit Schulen immer wichtiger

Neben der Entwicklung neuer digitaler Ideen setzt Rupprecht vor allem auf Kooperationen und Veranstaltungen. Bereiche wie Leseförderung oder die Bibliothek als Treffpunkt und Kommunikationsort zu etablieren, gewinnen immer mehr an Bedeutung. So wurde Ende letzten Jahres eine Kooperationsvereinbarung mit allen Brucker Grund- und Mittelschulen abgeschlossen, denn „Lesen bleibt auch im 21. Jahrhundert eine Schlüsselqualifikation“, so die Bibliotheksleiterin. Sie sieht die Bibliothek neben der Schule als weitere Bildungseinrichtung, die den Schülern Freude am Lesen vermitteln will. Auch ist es wichtig, Kindern in Zeiten einer schier grenzenlosen Informationsflut, Lese- und Recherchekompetenzen beizubringen, das heißt Texte verstehen und auf ihre Relevanz und Seriosität hin bewerten zu können. Ein „ganz großes Lob, gerade für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ erhielt Rupprecht von Alexa Zierl (Die Partei und Frei).

Lesepreis für Turmgeflüster

Lobenswert erwähnt wurde auch Christine Dietzinger, die bereits seit Jahren den Lese- und Theaterclub „Turmgeflüster“ in der Aumühle organisiert. Für Ihre erfolgreiche Arbeit erhielt sie im letzten Jahr den Deutschen Lesepreis.

Ausleihen teurer, versäumen billiger

Einstimmig beschloss der Ausschuss zum 1. Juni eine Gebührenanpassung. Die Jahreskarte für Erwachsene kostet dann 18 statt zuvor 15 Euro. Der ermäßigte Satz für Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung, Bezieher von Grundsicherung und Inhaber der bayerischen Ehrenamtskarte beläuft sich künftig auf neun Euro (bisher 7,50 Euro). Dafür wurde die Säumnisgebühr für DVDs – entsprechend aller anderen Medien – auf 20 Cent pro Tag (bisher ein Euro) verringert. Für Zierl beläuft sich die Erhöhung in einer akzeptablen Größenordnung: „20 Prozent hören sich erstmal hart an, aber die absoluten Zahlen von drei beziehungsweise 1,50 Euro jährlich“ findet sie angesichts des großen Angebots durchaus gerechtfertigt.

Peter Fischer

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