Saatkrähen-Population in Puchheim: Geplante Vergrämungsmaßnahmen

Puchheim setzt auf Greifvögel gegen Saatkrähen

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Bereits vergangenes Jahr wurden aus den Krähennestern Eier entfernt - mit Erfolg. Die Population in der Innenstadt ging zurück

In Puchheim wurde 2008 eine Saatkrähenbrutkolonie im Schopflachfriedhof festgestellt. Seitdem hat sich die Zahl der Nester erheblich erhöht und der Brutbereich hat sich in das angrenzende Wäldchen ausgedehnt. Außerdem gibt es seither immer wieder Splitterbereiche. Bereits seit dem Jahr 2011 führt die Stadt verschiedene Vergrämungsmaßnahmen durch, die stets im Vorfeld von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden mussten.

Puchheim - Auch in diesem Jahr führt die Stadt Puchheim umfangreiche Maßnahmen durch, um die Saatkrähenproblematik in den Griff zu bekommen. Wie im vergangenen Jahr wird ein Falkner eingesetzt. Um Splitterkolonien zu verhindern, fliegen die Greifvögel seit Anfang Februar bis Ende März über die Bereiche, wo die Saatkrähen im vergangenen Jahr versuchten, Nester zu bauen. Der Falkner ist dabei auf die Unterstützung der Puchheimer Bürger angewiesen. Das Umweltamt der Stadtverwaltung bittet um Information, wenn an einer Stelle mehrere Saatkrähennester gebaut werden. Eventuell besteht dann die Möglichkeit, diese wieder zu entfernen. Sollte nur ein Nest gebaut werden, handelt es sich vermutlich um ein Rabenkrähennest. 

Stadt warnt davor, die Tiere zu füttern

Da Rabenkrähen keine Koloniebrüter sind, stellt dies kein Problem dar. „Auf keinen Fall sollte man die Saatkrähen füttern“, warnt die Stadt Puchheim Anfang Februar wurden zudem die BirdGards (das heißt Lautsprecheranlagen, die Saatkrähenpanikrufe abgeben) aktiviert, die am Rand der Hauptkolonie und einigen Splitterbereichen installiert wurden, um die Saatkrähen von diesen Bereichen fernzuhalten. Sollten trotzdem Nester in den Randbereichen der Hauptkolonie gebaut werden und trotz Einsatz der Greifvö- gel neue Splitterkolonien entstehen, wird die Stadt versuchen, diese wieder zu entfernen. Da die Hauptkolonie besonders geschützt ist, dürfen dort nur die Nester der Randbereiche entfernt werden und keine Greifvögel eingesetzt werden. Genehmigt ist jedoch das Entfernen von Eiern aus den Nestern der Hauptkolonie und den Splitterbereichen, um eine allmähliche Reduzierung der Individuenzahl zu erreichen. Die Ei-Entnahme ist für Anfang April geplant. 

Am Wäldchen an der Eichenauer Straße büteten etwa 40 Brutpaare

Im vergangenen Jahr zeigten die Vergrämungsmaßnahmen erhebliche Erfolge. Die Gesamtzahl der brütenden Saatkrähen ist deutlich zurückgegangen und am Wäldchen an der Eichenauer Straße brüteten etwa 40 Brutpaare. Vor allem die Besiedlung dieses Wäldchens kann als großer Erfolg betrachtet werden, da sich hier erstmals Krähen in einem unproblematischen Außenbereich angesiedelt haben. Der Schutz und die Etablierung dieser Neuansiedlung ist zusammen mit einer weiteren Reduzierung der Brutpaare Voraussetzung für das Erhalten einer Genehmigung für das langfristige Ziel der Stadt Puchheim, die allmähliche Vergrämung der problematischen Hauptkolonie am Schopflachwäldchen sowie Schopflachfriedhof in siedlungsfernere Bereiche. 

Problem: Brutgebiete der Saatkrähen fast ausschließlich innerhalb von Städten

Ende des 19. Jahrhunderts lebten in Bayern etwa 10.000 Saatkrähen-Brutpaare, im Jahr 1955 waren es nur noch 600. Erst seit der Unterschutzstellung der Singvögel durch das Bundesnaturschutzgesetz im Jahr 1977 kam es wieder zu einem Anwachsen der Population auf etwa 11.200 Brutpaare (2017). „Problematisch ist dabei, dass die Brutgebiete, die sich ursprünglich in offenen Landschaften mit Gehölzgruppen befanden, inzwischen fast ausschließ- lich innerhalb von Städten und Gemeinden zu finden sind. Dort werden sie oft als störend wahrgenommen und Vergrämungsmaßnahmen gefordert“, erklärt die Stadt Puchheim. 

red

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