Ein schmuckes Kleinod

Sanierung eines denkmalgeschützten Arbeiterwohnhauses

Ein ehemaliges Arbeiterhaus mit Klinkerfassade bei der Versuchsstation Roggenstein.
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Das Staatliche Bauamt Freising hat zusammen mit dem Münchner Architekten Markus Meßenzehl ein ehemaliges Arbeiterhaus bei der Versuchsstation Roggenstein saniert.
  • vonMaximilian Geiger
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Olching – Die Versuchsstation Roggenstein bei Olching ist mit rund 300 Hektar die größte von insgesamt fünf landwirtschaftlichen Forschungsstationen der Technischen Universität München. Zu dieser Forschungseinrichtung gehören auch mehrere Arbeiterwohnhäuser, die 1919/20 erbaut wurden. Eines davon hat das Staatliche Bauamt Freising nun in Zusammenarbeit mit dem Münchner Architekten Markus Meßenzehl saniert.

Bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden geht es immer darum, die Anforderungen der Denkmalpflege mit den Wünschen des Bauherrn oder Nutzers in Einklang zu bringen. Das gilt besonders bei Gebäuden, in denen nach der Sanierung Menschen wohnen und die auf einen bestimmten Mindestkomfort nicht verzichten wollen und sollen.

Ein gelungenes Beispiel hierfür ist die Sanierung eines ehemaligen Arbeiterhauses, das zur Versuchsstation Roggenstein der Technischen Universität München gehört. Dort, nördlich von Eichenau im Landkreis, untersuchen Wissenschaftler aus Weihenstephan auf rund 300 Hektar neue Pflanzenzüchtungen, Dünge- und Bodenbearbeitungsmethoden in der Praxis. In den Jahren 1919 und 1920 wurden ein paar hundert Meter von der Versuchsstation entfernt mehrere Arbeiterwohnhäuser gebaut. Im Laufe der Zeit wurden sie teilweise modernisiert, die Eingriffe waren aber nie so stark, als dass sich der ursprüngliche Charakter grundlegend verändert hätte.

Und genau diesen Charakter wieder herauszuarbeiten, innen wie außen, war das Ziel der Sanierung eines der Arbeiterhäuser. „Wir wollten behutsam mit dem Bestand umgehen“, sagt Markus Meßenzehl. Viele originale Bauteile wie die Kastenfenster, die Klinkerfassade, Fensterläden, einzelne Türen und auch der Holzfußboden wurden so aufbereitet, dass sie dem Originalzustand entsprechen. Wo die Originalbauteile nicht mehr vorhanden waren, wurde entsprechender Ersatz angefertigt und eingebaut.

Handwerkliches Können gefragt

Handwerkliches Können war vor allem bei der Sanierung der Fassadenklinker und beim Sockel gefragt: Ausbrüche an den Klinkern wurden mit Putz und Lasur kaschiert, um ein einheitliches Fassadenbild herzustellen. Der Sockel aus Stampfbeton wiederum musste umfassend instandgesetzt werden.

Die Innenräume sind nun deutlich komfortabler als vorher: Aus zwei kleinen Wohneinheiten in dem Gebäude wurde eine größere. Die alten Tapeten wurden vorsichtig abgezogen und schadhafte Putzstellen ausgebessert. Anschließend erhielten die Zimmer neue Tapeten und einen neuen Anstrich. Die kompletten Elektroleitungen wurden ausgetauscht und eine neue Gasheizung mit Heizkörpern eingebaut. Aus Denkmalschutzgründen wurden die neuen Leitungen aber „auf Putz“ verlegt. Die Holzböden wurden geschliffen und geölt, die Treppe gereinigt und ein neues Bad eingebaut. Zudem erhielt ein Raum Anschlüsse für eine Küche.

Das Dach erhielt eine Wärmedämmung, anschließend kamen die alten Ziegel wieder aufs Dach. Und zu guter Letzt ersetzt ein Holzzaun den alten Maschendrahtzaun um das Gebäude.

red

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