Mit Machete und Gummistiefeln

+
Sarah Perchtold hier bei der täglichen Pflanzarbeit mitten im Dschungel.

Fürstenfeldbruck – Seit Mitte Juni ist die 19jährige Sarah Perchtold aus Fürstenfeldbruck wieder zu Hause. Drei Wochen lang war sie im Regenwald von Costa Rica, um dort zusammen mit der Umweltorganisation „Arbofilia“ 500 Bäume zu pflanzen. Geschafft hat sie aber um einiges mehr, erzählt sie.

Angefangen hat alles mit dem freiwilligen ökologischen Jahr, das Sarah nach ihrem Abi vor einem Jahr bei Pro REGENWALD begonnen hat. Diese Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Wälder in ihrer natürlichen Vielfalt zu schützen und zu bewahren. Über das Projekt „München sammelt 10.000 Bäume“, das Pro REGENWALD ins Leben gerufen hat, kam Sarah auf die Idee, sich selbst auf den Weg nach Costa Rica zu machen und mit „Arbofilia“ zusammen die geplanten Bäumchen zu pflanzen. 

Um die Kosten für 500 Setzlinge zu decken (etwa 3.000, - Euro für 500 Setzlinge à 6 Euro) startete sie einen Spendenaufruf auf der Spendenplatform www.betterplace.org. (Der genaue Link dazu lautet: www.betterplace.org/p18632). „Bis jetzt sind knapp 2.000 Euro eingegangen. Den Rest möchte ich auf jeden Fall noch zusammen bekommen“, sagt die engagierte Frau. Selbstverständlich geht der gesamte Betrag an die Organisation „Arbofilia“ in Costa Rica und kommt Sarahs Projekt zugute. Rückblickend erzählt Sarah von ihren Erlebnissen in den Tropen: „Die Zeit in Costa Rica war toll“, schwärmt sie. „Die Station, auf der ich arbeitete, befindet sich am süd-östlichen Rande des Carara Nationalparks. Der dortige Korridor ist ein Ort, wo noch sehr große Artenvielfalt herrscht, aber durch Rodung und Plantagenbau gefährdet ist“. Sarah und vier andere Deutsche wohnten während dieser Zeit auf der Station, die nach außen offen ist und mitten im Dschungel liegt. Einkaufen konnte man nur in „Orotina“, einem Dorf etwa 2 Stunden entfernt. 

Unter der Leitung von Miguel von „Arbofilia“, ging es für die Neuankömmlinge an die Arbeit. „Wir haben an einem Vormittag bis zu 150 Kakaosetzlinge gepflanzt. Auch Cashew- und Guavakerne haben wir eingesetzt, damit sie als Bäume später den Kakaobäumen Schatten spenden können“. Aufgrund des täglichen Regens ab dem frühen Nachmittag, musste die Gruppe schon um 5 Uhr morgens aufstehen , gegen 5.30 frühstücken und um 7 Uhr anfangen. Sarah erklärt, dass die Pflanzarbeit nicht nur körperlich, sondern auch psychisch ziemlich anstrengend war: „Wir hielten ständig nach Schlangen Ausschau und mussten aufpassen, dass man ihnen beim Einpflanzen nicht begegnet“, erzählt sie. „Deswegen trugen wir immer eine Machete - für den Ernstfall. Die Machete ist wichtig für den Costa Ricaner, ein absolutes Muss“. 

Auch Gummistiefel, langärmelige Oberteile (wegen der Mücken), eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz gehörten zu Sarahs Grundausrüstung im Regenwald. Besonders faszinierend fand Sarah die Pflanzstelle direkt am Fluss, in dem sie auch gerne badete. „Anfangs hatte ich schon etwas Panik, dass ein Tier an meinem Fuß knabbern könnte. Es gab aber nichts zu befürchten“. Außerdem hat ihr die wissenschaftliche Arbeit, die der Dokumentation über die Entwicklung der jungen Bäume dient, besonders gut gefallen. Das Zusammenspiel von Natur und Tierwelt hat Sarah nachhaltig beeindruckt - so sehr, dass sie eines Tages wieder kommen möchte: „Ich habe wenig vom gesamten Land gesehen. Ich möchte auf jeden Fall nochmal hin und die Nationalparks besuchen“. Ihre Pläne für die Zukunft? „Politikwissenschaft studieren mit Nebenfach Soziologie“, so Sarah. „Ich bin aber generell sehr offen“.

Nicole Burk

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Drei Jahre Baustelle
Drei Jahre Baustelle

Kommentare