Minotaurus und Mittelalter

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Aktuell hat der Verein „Der Schildbrecher e.V.” 21 Mitglieder. Hier im Bild mit selbstgebautem Pranger.

Fürstenfeldbruck – Es geht um eine Art „Cowboy und Indianer”-Spiel für Erwachsene, um edle Ritter, Waldläufer oder Elben. Die Rede ist von dem Verein für erlebte Fantasie und Liverollenspiel „Der Schildbrecher”.

Gegründet wurde dieser im Jahr 2003 von 8 LARP-Begeisterten im Landkreis, die sich die Leidenschaft für Fantasie- und Mittelalterwelten teilen. LARP ist die Abkürzung für Live Action Role Play, was zu deutsch Live-Rollenspiel heißt. Dabei schlüpft man in die Rolle einer anderen Person (oder Wesens) und versetzt sich zusammen mit anderen Spielern in eine Fantasiewelt, um dort Abenteuer zu erleben. „Man kann es ungefähr mit der Welt von Herr der Ringe vergleichen”, sagt Gründungsmitglied Florian Weiss. „Wir spielen eine feste Geschichte und verkörpern verschiedene Charaktertypen. Jeder das, was er darstellen kann”.

Weg von Modernem 

Bei sogenannten „Cons”, das sind große Veranstaltungen von 50 bis mehreren tausend Personen, spielen die Teilnehmer eine mittelalterliche Welt samt Gewandungen, Zelten, Sprache etc. nach. Auch die Schildbrecher richten zwei- bis dreimal im Jahr Cons im kleineren Rahmen aus, die in der Region rund um das Vereinsheim in Eismerszell stattfinden. Bei den Cons wird eine feste Hintergrundgeschichte vorgeschrieben, an die sich die Spieler mit ihrer Rolle halten müssen. Es gilt, ein gewisses Ziel zu erreichen, wie beispielsweise die Befreiung von Gefangenen oder das Auffinden eines Schatzes. 

Nicht-Spieler-Charaktere dürfen sich als Statisten in die Geschichte einbringen. „Wir achten darauf, dass wir möglichst weit weg von der Zivilisation sind und nichts Modernes da ist”, erzählt Florian Weiss. „Zuschauer gibt es keine, wir machen das nur für uns. Spaziergänger im Wald, die uns sehen, sind meist sehr erstaunt”. Fast alle Gewänder und Ausrüstungsgegenstände fertigen die Schildbrecher selbst an – auch Rüstungen, Waffen und Lederarbeiten werden regelmäßig in ihrer Werkstatt von Hand angefertigt. „Wir treffen uns und basteln, wozu wir Lust haben. Kürzlich haben wir einen Pranger gebaut”, verkündet Florian Weiss stolz. 

Alle Waffen sind aus Schaumstoff und fest gepolstert, damit bei den Spielen niemand verletzt wird. Immerhin geht es manchmal ziemlich zur Sache. Kämpfen müsse man aber nicht können: „Es ist eine tolle Erfahrung, die Realität zu verlassen und in eine phantastische Welt einzutauchen”, sind sich die Schildbrecher einig, „ein tolles gemeinschaftliches Erlebnis fernab der Technik”.

Nicole Burk

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