Seit 28. Juni bis 27. Oktober 2013 im Bauernhofmuseum Jexhof zu besichtigen 

Jexhof-Ausstellung:   Der Schinderhannes - Schurke oder Held? 

+
Neben der Guillotine Jexhof-Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob, stellvertretender Landrat Dr. Peter Braun, der Leiter des Hunsrück-Museums Dr. Fritz Schellack und Astrid Kellner vom Regio Augsburg Tourismus

Schöngeising – Seit  28. Juni bis 27. Oktober zeigt das Bauernhofmuseum Jexhof im Handwerkerstadel die Sonderausstellung „Der Schinderhannes – Schurke oder Held“. Die Ausstellung widmet sich dem Leben und dem grausigen Ende des Räubers aus dem Hunsrück sowie einigen seiner kriminellen Zeitgenossen zwischen Isar und Amper.

In einer lockeren Eröffnungsveranstaltung, „es ist doch erstaunlich, wie viele ehrliche Leute zu einer Räuber-Ausstellung erscheinen“, stellte der stellvertretende Landrat Dr. Peter Braun den ins Auge fallenden Zwiespalt zwischen den abscheulichen Straftaten des Schinderhannes auf der einen Seite und der sich im Laufe der Zeit daraus gebildeten Romantik auf der anderen Seite heraus, ähnlich wie die Räubergeschichten um den bayerischen Hiasl und den Räuber Kneißl aus der Region.

 „Doch, wenn man an heute denkt, dann sitzen die Schurken ganz wo anders“, meinte Dr. Braun in Anspielung auf die Kriminalität in der Wirtschafts- und Finanzwelt. Astrid Kellner, stellvertretende Tourismusdirektorin von Regio Augsburg Tourismus GmbH, stellte das Netzwerk „Räuberpfade“ vor. Zwölf deutsche Museen haben sich zusammengefunden, um Besucher gemeinsam auf „Räuberpfade“ zu führen. Museen zwischen Chiemsee und Nordsee, Hunsrück und Oberlausitz laden dazu ein, dunkle und aufregende Kapitel der „Geschichte von unten“ kennenzulernen.

 Man habe die Wanderausstellung des Museumswerks „Räuberpfade“, dem auch der Jexhof angehört, zum Anlass genommen, die vom Hunsrück-Museum in Simmern konzipierte Ausstellung um fünf Outlaws aus dem Land zwischen Isar und Amper des 18. Jahrhunderts aus der Region und der damaligen Zeit zu ergänzen, die nicht so populär wurden wie der Schinderhannes, stellte Jexhof Museumsdirektor Dr. Reinhard Jakob die Verbindung zur Ausstellung her. Der Schinderhannes ist nicht erst seit seiner Hinrichtung im Jahre 1803 in Mainz eine schillernde Figur der Deutschen Geschichte, berichtete abschließend Dr. Fritz Schellack, Leiter des Hunsrück-Museums, der eigens zur Ausstellungseröffnung angereist war.

 Die kriminelle Karriere des 1778/79 in Miehlen geborenen Schinderhannes begann 1795. 1799 glückte ihm die spektakuläre Flucht aus dem Simmerner Gefängnisturm. 1803 besuchten 40.000 Schaulustige die Hinrichtung. Doch nicht seine Taten, sondern die Literatur und Verfilmungen haben den Schinderhannes zur Legende gemacht, meinte Dr. Schellack und erinnerte an die Verfilmung mit Curd Jürgens und Maria Schell oder an Carl Zuckmayers Theaterstück, in dem der Schinderhannes zum Freiheitskämpfer hochstilisiert wird. „In Wahrheit war er aber ein brutaler Mörder, der einige Menschen auf dem Gewissen hat.“ Doch bereits mit der Hinrichtung begann die Legendenbildung, so Dr. Schellack, und „so wurde aus dem Hannes ein Guter.“ Musikalisch stimmte der Münchner Musikkabarettist Otto Göttler die zur Eröffnungsfeier erschienenen Besucher auf die Sonderausstellung ein. 

 Dieter Metzler 

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Drei Jahre Baustelle
Drei Jahre Baustelle

Kommentare