Großes Interesse an der Betriebsführung des Brucker Schlachtshofs mit Geschäftsführer Max Keil – Mangel beim Metzger-Nachwuchs

Tag der offenen Tür im Schlachthof: "Das Tierwohl steht an oberster Stelle"

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Brucker Schlachthof-Betriebsleiter Alexander Hill (li.) und Geschäftsführer Max Keil freuten sich über die große Resonanz am „Tag der offenen Tür“.

Fürstenfeldbruck – Nur selten bietet sich die Gelegenheit, einen Schlachthof von innen zu besichtigen. Am 13. September nutzten viele Besucher das Angebot des Brucker Schlachthofs zu einer Betriebsführung im Rahmen eines „Tags der offenen Tür“. Betriebsleiter Alexander Hill zeigte sich über das große Interesse sehr angetan. In der Zeit von 10 Uhr bis 13 Uhr führten die Mitarbeiter des Schlachthofs eine Besuchergruppe nach der anderen durch den Schlachthof Am Kugelfang 3 in der Hasenheide.

 Es sei höchste Zeit, in die Offensive zu gehen, meinte der Geschäftsführer des Brucker Schlachthofs, Max Keil, als er bei der im Vorfeld des „Tags der offenen Tür“, abgehaltenen Pressekonferenz auf das Misstrauen der Verbraucher gegenüber der Fleischwirtschaft zu sprechen kam. Die Metzgerinnung im Landkreis und der Schlachthof wollen mit einigen gezielten Aktionen in den kommenden Wochen den Wert der regionalen Strukturen herausstellen. So informiert nach dem „Tag der offenen Tür“ die Metzgerinnung auf der FFB-Schau vom 8. bis 12. Oktober in Olching über die Verarbeitung in der „gläsernen Wurstküche“ und mit einem Gewinnspiel unter dem Motto „1.000 Gründe beim regionalen Metzger einzukaufen“ werden wertvolle Einkaufsgutscheine auf der FFB-Schau verlost. 

Mit der Aktion wollen die Metzger die Gründe erfahren, warum viele Kunden beim regionalen Metzger einkaufen. Bei den Rundgängen am „Tag der offenen Tür“ wurden die Besucher in erster Linie über die verantwortungsbewusste und schonende Behandlung der Schlachttiere, sowie über den hygienisch einwandfreien Umgang mit dem Lebensmittel Fleisch aufgeklärt und informiert. So erfuhren die Besucher, dass jährlich im Brucker Schlachthof etwa 10.000 Schweine, 1.200 Rinder und 1.000 Schafe geschlachtet werden.

Betriebsführung im Schlachthof FFB.

 „Das Tierwohl steht bei uns an erster Stelle“, wiederholt Betriebsleiter Hill immer wieder. Man habe keinen Druck, so und so viele Tiere zu schlachten. „Wir gehen mit den Tieren bis zur letzten Sekunde sehr schonend um“, betonte auch Keil. Ein Vorteil sei auch, dass man fast nur mit Selbständigen arbeite, die selbst eine Metzgerei haben. „Die wissen, dass man mit den Tieren gut umgehen muss, ansonsten kann man viel kaputt machen.“ Der Brucker Schlachthof, der im Juli 1998 eröffnet wurde, ist ein Zusammenschluss von regionalen Metzgern, Landwirten, Direktvermarktern und Verbrauchen. Er gilt als Erfolgsmodell mit stetig steigendem Kundenstamm. Derzeit zählen 600 Betriebe aus den Regionen Landsberg, Aichach, München, Starnberg und aus dem Landkreis zum Kundenkreis. Das liegt nach Aussage von Geschäftsführer Keil zum einen an dem Qualitätsmanagement und zum anderen an der zentralen Verkehrsanbindung. Doch nicht nur der Kampf um die Gunst der Kunden bereitet der Fleischwirtschaft Sorgen, sondern auch der große Mangel an Metzgernachwuchs bereitet Probleme. 23 Betriebe existieren im Landkreis, informierte der Obermeister der Metzgerinnung, Engelbert Jais. Heuer werden nur zwei Lehrlinge freigesprochen. „So stirbt die Kultur-Metzgerei aus“, so Jais. Er würde sofort zwei Metzger und fünf Verkäuferinnen einstellen. Das Berufsbild sei in den 80ziger Jahren stehengeblieben, ergänzte dazu Stefan Ulbricht vom Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk. Doch dabei muss ein Metzgerlehrling nicht einmal unbedingt das Schlachten lernen. Der Metzger heutzutage ist vielmehr Ernährungsfachmann. Obwohl die Ausbildungsvergütung zwischen 530 Euro im ersten Lehrjahr, 630 Euro im zweiten und 800 Euro im dritten Jahr beträgt, streben die Schulabgänger mehr in „Büroberufe“, meinte Schlachthofs-Betriebsleiter Hill, der den frühen Arbeitsbeginn mit als Grund sieht, warum niemand Metzger werden will. 

Dieter Metzler

 

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