Josef Schmid (CSU) Ehrengast beim diesjährigen Neujahrsempfang der Brucker CSU

Münchens "Wirtschaftsbürgermeister" in Sorge um Debattenkultur

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v. li.: Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf, MdL Alex Dorow, Münchens 2. Bürgermeister Josef Schmid, stellvertr. Ortsvorsitzender Andreas Lohde, Brucks 2. Bürgermeister Erich Raff, stellvertr. Landrat Ulrich Schmetz

Fürstenfeldbruck – Als Ehrengast und Festredner beim diesjährigen Neujahrsempfang der Brucker CSU konnte der stellvertretende Ortsvorsitzende Andreas Lohde am 23. Januar im vollbesetzten Churfürstensaal des Klosters Fürstenfeld Münchens Zweiten Bürgermeister, Josef Schmid (CSU), begrüßen.

Musikalisch begleitet wurde der Empfang von einem Ensemble des Posaunenchors der Erlöserkirche Fürstenfeldbruck. Nach einem kurzen persönlichen Rückblick auf die Kommunalwahlen 2014 ging der Zweite Bürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt in seinen „Gedanken zum Neuen Jahr“ insbesondere auf die Münchner Zukunftsprojekte ein, die, so der 45-jährige gebürtige Münchner „auch Fürstenfeldbruck betreffen dürften.“ 

Ganz oben auf der Agenda stehe bezahlbarer Wohnraum für alle. Der CSU-Politiker kündigte einen „Wohnungs-Gipfel“ mit den umliegenden Landkreisen an. Schmid, der neben seinem Posten als Zweiter Bürgermeister auch das Amt des Wirtschaftsreferenten innehat, setzt sich für einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein und zugleich dafür, dass die Autos unter die Erde verbannt werden. So kündigte er an, dass heuer der fast 400 Millionen teure Tunnel unter dem Luise-Kiesselbach-Platz eröffnet wird. Als großes „Juwel“ bezeichnete Schmid den in die Jahre gekommenen Olympiapark. Hier bestehe ein Sanierungsstau von 500 Millionen Euro. Das Olympiastadion werde für 76 Mio. Euro saniert, damit auch in Zukunft große Rock- und Pop-Konzerte stattfinden können und es wird für 76 Mio. Euro ein großes Eissportzentrum errichtet. Auch will Schmid die Abwanderung der Kreativwirtschaft stoppen.

Für die Zukunft Münchens müsse man den Wettkampf mit Berlin aufnehmen. In den letzten Jahren sei einfach zu viel abgewandert. Ein Umdenken forderte Schmid von der Europäischen Union bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Die Asylbewerber seien willkommen, aber es gehe nicht, dass die europäischen Nachbarländer die Flüchtlinge „einfach nur durchwinken“. Den minderjährigen Flüchtlingen, die ohne Eltern nach Bayern gekommen sind, müsse man eine Zukunftschance bieten. In München fehlen jährlich 2.000 Auszubildende, ebenso bestehe Fachkräftemangel. 

Der Münchner „Wirtschaftsbürgermeister“ kündigte ein Programm an, um diesen Menschen zu helfen. Den zurückgetretenen Pegida-Organisator Lutz Bachmann bezeichnete Schmid als höchst zwielichtige Gestalt. Von einer Islamisierung Deutschlands sei man weit entfernt, „hier werde ein Spiel mit den Ängsten der Menschen“ betrieben“, lehnt Schmid die Pegida-Bewegung entschieden ab. Der Islam gehöre zwar zu München, bekräftigte Schmid den Bau des Islam-Zentrums (ZIEM) an der Dachauer Straße „er habe aber Bayern nicht geprägt, sondern das Christen- und Judentum“. Wer sich radikalisiere und eine Parallelgesellschaft aufbaue, der habe hier nichts zu suchen, sagte der Landtagsabgeordnete Alex Dorow (CSU) bei seinem Grußwort. Er mache sich Sorgen über die Debattenkultur. Man müsse mehr miteinander und nicht übereinander reden. Diese Forderung erhob auch der stellvertretende Ortsvorsitzende Andreas Lohde eingangs bei der Begrüßung. Wichtig sei der Dialog, so Lohde, nur wenn man sich austausche, könne man sich den Herausforderungen stellen.

Dieter Metzler

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