Schnitzen, Bauen und Nähen für die Weihnachtskrippe - Max und Gabi Gassenhuber sind leidenschaftliche Krippenbauer

Der Krippenbau begleitet sie durchs ganze Jahr

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Diese alpenländische Weihnachtskrippe ist ein beliebter Klassiker.

Olching - "Eigentlich ist meine Frau die Krippenbauerin in der Familie. Ich greife ihr eher beim Technischen unter die Arme", erzählt Max Gassenhuber vom Verein der Schnitz- und Krippenfreunde Olching. Den Krippenbau mit Bemalung des Hintergrunds sowie die komplette Bekleidung der Figuren übernimmt meist Gabi Gassenhuber. Sie schnitzen beide mit großer Hingabe nicht nur Krippenfiguren, sondern auch Skulpturen und andere Gegenstände.

 Viele der bisher geschnitzten Kunstwerke sind im Haus der Gassenhubers aufgestellt oder hängen an der Wand. Im Keller gibt es eine kleine Werkstatt mit allen wichtigen Holz- und Schnitzwerkzeugen, verschiedenen Materialien wie Styrodur und Weichfaserplatten, die sich sehr gut für die Gestaltung von Landschaften und Gebäude eignen. Für die Krippenfiguren werden geschnitzte Köpfe, Hände und Füße auf vorgefertigte, bewegliche Modelle aufgesetzt. Anschließend bekommt jede Schnitzfigur noch die maßgeschneiderte Kleidung - genäht von Hobbyschneiderin Gabi.

Die Liebe zur Schnitzerei entdeckten die Gassenhubers im Jahr 1983, als sich Gleichgesinnte im Olchinger Pfarrheim zum gemeinsamen Schnitzen und Bauen von Weihnachtskrippen trafen. ,,Wir mussten die Figuren für die Jahreskrippe schnitzen. Damals habe ich es das erste Mal ausprobiert", erinnert sich Max Gassenhuber. Als ein Jahr später der Verein ,,Schnitz- und Krippenfreunde Olching" gegründet wurde, belief sich die Mitgliederzahl auf ca. 25 Personen. Aktuell sind es 34 Mitglieder im Durchschnittsalter von 72 Jahren. Bei den Treffen, die einmal wöchentlich im Pfarrheim stattfinden, entstehen Kerbschnitzereien, Reliefs, Statuen, bekleidete und kaschierte Krippenfiguren, Drechselarbeiten und vieles mehr. Die traditionellen und modernen Weihnachtskrippen, die mit viel Sachverstand und Können von den Vereinsmitgliedern angefertigt wurden, konnten zuletzt im Olchinger KOM (bis einschließlich 6. Dezember) bewundert werden.

Gabi und Max Gassenhuber bei der Krippenausstellung, die bis Anfang im Olchinger KOM stattfand.

Um auch die jüngere Generation für Weihnachtskrippen zu begeistern, bietet die Stadt Olching regelmäßig in den Ferien Krippenbaukurse für Kinder an: ,,Wir wollen den Krippenbau bei der Jugend ein bisschen fördern, weil das immer mehr verlorengeht", sagt Max Gassenhuber. ,,Heutzutage haben nur noch wenige Leute eine Weihnachtskrippe zu Hause stehen. Trotzdem ist die Weihnachtsdarstellung für die Christen die Menschwerdung Gottes und nicht ganz unwichtig", so der 69-Jährige.

Das Aufbauen von Weihnachtskrippen geht nachweislich auf den Heiligen Franz von Assisi zurück: Dieser hat erstmals im Jahr 1223 die Weihnachtsgeschichte mit lebenden Personen und Tieren nachgestellt. Nahe des Klosters Greccio wählte er eine Futterkrippe im Wald und nutzte die anschauliche Szenerie, um Gläubigen das Weihnachtsevangelium nach Lukas in Bildern näherzubringen. Dieses bildhaft dargestellte Geschehen der Heiligen Nacht gilt als Ursprung der traditionellen Krippendarstellung.

Nicht nur in der Weihnachtszeit sind Weihnachtskrippen für Max und Gabi Gassenhuber ein wichtiges Thema: ,,Bei uns beginnt die stade Zeit schon im Sommer", betonen sie. ,,Da fangen wir mit dem Bauen und Basteln an, weil die Materialien in der heissen Jahreszeit schneller trocknen". 

 Nicole Burk

 

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