Laut Statistik ist jedes 5. bis 6. Kind ein Schrei-Baby – Eine Arbeitsgemeinschaft im Landkreis FFB berät mit Caritas und Diakonie

5 Jahre Schrei-Baby-Beratung

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Von li: Sonja Jaeschke mit den drei Fachberaterinnen Carla Sauer -von Kirchbach, Susanne Schwarz und Sylvia Scholpp-Stadler

Fürstenfeldbruck - Laut Statistik ist jedes 5. bis 6. Kind, das auf die Welt kommt, ein Schreibaby. Die Eltern fühlen sich oft allein gelassen und von ihrer Umwelt nicht verstanden. Nervlich enorm belastet, können sich Mutter und Vater in ihren elterlichen Kompetenzen und ihrer Beziehung zum Kind sehr verunsichert fühlen. Hier setzt die Arbeitsgemeinschaft Schreibabyberatung im Landkreis Fürstenfeldbruck an: Dieses Angebot wird seit dem Jahr 2010 als Kooperationsprojekt der Caritas und der Diakonie FFB durchgeführt. 

 Die drei Kooperationspartner sind die Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen (Diakonisches Werk), die Ökumenische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche für den Landkreis Fürstenfeldbruck in Gröbenzell sowie die Brucker Elternschule. Dadurch ist ein breit gefächerter Zugang und ein wohnortnahes Beratungsangebot für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr gewährleistet. ,,Die über 400 Beratungsgespräche im vergangenen Jahr zeigten, das von Anfang an Bedarf da war", berichtet Carla Sauer -von Kirchbach vom Diakonischen Werk FFB in Gilching.

Die dreifache Mutter Sonja Jaeschke hat sich wegen ihres jüngsten Sohnes (heute 3 Jahre) an die Beratungsstelle gewandt: ,,Als Ben 2 Wochen alt war, habe ich mir Hilfe geholt. Er schrie immerzu", erzählt sie rückblickend. Auch ihre beiden älteren Söhne (8 und 5 Jahre) waren Schreibabys. ,,Man schafft es nicht, sein Kind zu beruhigen und fühlt sich mit allem überfordert. Außerdem leidet man unter exzessivem Schlafmangel. Bei Ben reagierte ich sofort und rief bei der Beratungsstelle an", so Sonja Jaeschke. Das Angebot richtet sich an Eltern mit Kindern von null bis drei Jahren, die exzessiv schreien, Ein- und Durchschlafprobleme haben oder andere Regulationsstörungen zeigen. Die ersten Lebensmonate ihres Kindes erleben viele Eltern mit Situationen, die sie verunsichern oder an den Rand der Verzweiflung bringen. Denn wenn Kinder nicht essen wollen, nicht schlafen können, heftig trotzen und unstillbar schreien, sind die Eltern anhaltend unter Stress. ,,Unsere Beratung zielt darauf ab, die Eltern zu entlasten, in ihrer elterlichen Kompetenz zu stärken und damit zu einer sicheren Eltern-Kind-Beziehung beizutragen", erklärt Carla Sauer -von Kirchbach. ,,Wir besprechen mit den Eltern eine feste Tagesstruktur, bei der viel Schlaf und Ruhe für das Kind im Vordergrund steht. Ganz wichtig ist es, dass das Baby nicht zu viel Stimulation bekommt". Auch komme das familiäre Umfeld zur Sprache und wer die Eltern zu Hause unterstützen könne.

Für Sonja Jaeschke war die Schreibabyberatung eine wichtige Stütze: ,,Es ist gut zu wissen, dass einem zugehört wird und man hier Hilfe bekommt". Abschließend weisen die Beraterinnen darauf hin, dass der Kontakt zwischen Mutter und Kind nicht abreißen dürfe und die positiven Momente immer wieder verdeutlicht werden müssen.

Die Beratungen richten sich an Familien aus dem Brucker Landkreis und sind kostenfrei!

Arbeitsgemeinschaft Schreibabyberatung im Landkreis FFB Buchenauerstr. 42 82256 Fürstenfeldbruck Tel: 08141/ 363 423 23 www.schreibabyberatung-ffb.de

 

Nicole Burk

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