Schüler erleben Wirtschaft hautnah

P-Seminar des Carl-Spitzweg-Gymnasiums vermarktet selbst produzierte Wachstücher

Die 14 Schüler des P-Seminars mit ihrer Lehrerin Caroline Simon (links außen). In den Händen halten die 
Schüler die selbst produzierten Wachstücher.
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Die 14 Schüler des P-Seminars mit ihrer Lehrerin Caroline Simon (links außen). In den Händen halten die Schüler die selbst produzierten Wachstücher.

Germering – Eine eigene Schulfirma gründen, eigene Produkte entwickeln und diese gewinnbringend zu vertreiben, das war die Vision, die Caroline Simon, Lehrerin für das Fach Wirtschaft und Recht am Carl-Spitzweg-Gymnasium, für ihre zwölfte Klasse hatte. Im Rahmen eines Projekt-Seminars zur Studien- und Berufsorientierung entwickelte sie hierfür gemeinsam mit 14 Schülern ein Konzept.

Anfangs stand die Frage, welches Produkt es überhaupt sein soll. „Uns war es wichtig, dass wir unser Produkt selbst produzieren können und nicht zu einem außenstehenden Dienstleister auslagern müssen, zudem sollte es umweltfreundlich, regional und leicht herzustellen sein“, erzählt ein Schüler des Seminars. Die Wahl fiel schließlich auf Wachstücher als eine Art umweltfreundlicher Frischhaltefolie-Ersatz, etwa zum Verpacken von verderblichen Lebensmitteln. Hierfür werden Stofftücher in die passende Größe geschnitten, mit Bienenwachs beträufelt und schließlich gebügelt, bis das Tuch von einer gleichmäßigen Wachsschicht geschützt wird. Die Stofftücher und das Bienenwachs bezieht die Klasse hierfür regional von einem Germeringer Imker und einem Laden in Gilching.

Wirtschaft realitätsnah zugänglich machen

Genau wie in einer richtigen Firma teilen sich die Schüler für die Realisierung des Projekts in verschiedene Ressorts auf. So gibt es einen Vorstand, ein Team für die Finanzen, eins fürs Marketing und eins für die Produktion. Anderthalb Jahre, bis Anfang Februar 2021, haben sie Zeit für ihr Vorhaben. Begleitet wird das Projekt durch die „Junior Programme - Wirtschaft erleben“ des deutschlandweit agierenden Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, dessen Anspruch es ist, Jugendlichen das Thema Wirtschaft realitätsnah zugänglich zu machen. Die Schüler sollen so die Grundprinzipien unternehmerischen Handelns kennenlernen und sich soziale und fachliche Kernkompetenzen aneignen.

Ein eigenes kleines Unternehmen

Nachdem die Schüler ihr Konzept gemeinsam entwickelt hatten, schritten sie zur Tat. Die Kosten mussten kalkuliert, das Material besorgt und die Werbung angekurbelt werden. Neben einem eigens für das Unternehmen entworfenem Logo und einem Instagram-Auftritt wurde ein Werbefilm gedreht. Vorfinanziert wird das Projekt durch Anteilscheine, die für je zehn Euro erworben werden können. Und auch an die Stadt Germering ist die Klasse mit der Bitte um Sponsoring herangetreten. Diese bekundete bereits Interesse an dem Projekt. Auch Sozialabgaben und Lohn für die investierte Zeit müssen die Schüler zahlen. Für 50 Arbeitsstunden gibt es obendrein ein Zertifikat der Junior Programme. „In Hinblick auf die Zeit nach dem Abitur sicherlich kein Nachteil solch ein Zertifikat im Lebenslauf vorweisen zu können“, versichert die Lehrerin.

Produktions- und Verkaufsphase

Derzeit befindet sich das Projekt in der Produktions- und Verkaufsphase. Etwa zwei bis drei Stunden dauert es, um acht Tücher anzufertigen. Von den angestrebten 150 Tüchern, stehen bereits 30 zum Verkauf bereit. Sie haben verschiedene Motive und können im Doppelpack für je neun Euro erworben werden. „Ursprünglich sollten die Wachstücher bei den Schul-Weihnachtskonzerten verkauft werden, doch auf Grund der derzeitigen Corona-Pandemie ist das leider nicht möglich“, erklären die Schüler. Und so hoffen sie auf das Weihnachtsgeschäft. Interessierte können sich direkt unter der Email-Adresse biwatu.junior@gmail.com an die Seminarteilnehmer wenden. Zusätzlich überlegen sie, an den Germeringer Wochenmarkt heranzutreten, um auch dort ihre Tücher zu vertreiben.

Geiger

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