54 Schulkinder der Schule Nord von der städtischen Sparmaßnahme betroffen

Linienbus statt Schulbus

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Die Bushaltestelle an der Theodor-Heuss-Straße, an der die Buchenauer Schulkinder aus dem Linienbus 840 aussteigen müssten, um die etwa 200 Meter weiter entfernte Schule Nord zu erreichen.

Fürstenfeldbruck – Den Schulbus, der bisher die Grundschüler aus der Buchenau zur Schule Nord befördert, will die Stadt aus Kostengründen einstellen. Die Kinder sollen ab kommendem Schuljahr die Strecke mit dem öffentlichen Linienbus zurücklegen. Dagegen protestieren die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler. Anfang März will sich die Stadt nun mit der Schulleitung, dem Elternbeirat der Schule Nord und den betroffenen Eltern im Rathaus bei einer Besprechung verständigen.

 

Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau empfahl auf Vorschlag der Verwaltung in seiner Sitzung am zweiten Februar einstimmig dem Stadtrat, die Schülerbeförderung vom Schulbussystem auf die Beförderung mit dem ÖPNV umzustellen, ausgenommen die Schüler aus Puch und Aich. Die Eltern der betroffenen Schüler waren bisher über die beabsichtigte Maßnahme nicht informiert worden. Als sie von der Umstellung der Schülerbeförderung auf den ÖPNV Wind bekamen, protestierten sie dagegen. Im Namen der protestierenden Eltern baten Florian und Yvonne Richter, die Stadträte Franz Höfelsauer (CSU) und Dr. Andreas Ströhle (Piraten) um Unterstützung.

Bereits vor zwei Jahren haben die Eltern erfolgreich der Einstellung des Schulbusses widersprochen. Die Argumente, die damals zur Ablehnung führten, haben sich in den vergangenen zwei Jahren nicht geändert, argumentieren die Elternsprecher jetzt. Die Sicherheit der Kinder müsse vor einer Kosteneinsparung rangieren, fordern sie, den Schulbus nicht einzustellen. Der auf der Strecke verkehrende Linienbus (MVV 840) sei am Morgen total überfüllt, halte unterwegs an acht verschiedenen Haltepunkten, und die Haltestelle liege über 200 Meter von der Schule Nord entfernt. Die besorgten Eltern befürchten gefährliche Situationen an den Haltestellen, beispielsweise, wenn es durch „lärmende Kinder“ zu Konfrontationen mit anderen Fahrgästen komme. In ihrem Schreiben erinnerten die Elternsprecher die Stadt auch daran, dass die Eltern der Schulkinder in der Buchenau vor einigen Jahren der Auslagerung der Kinder aus der total überfüllten Schule West in die Schule Nord nur zustimmten, nachdem eine Schulbusversorgung von Seiten der Stadt zugesagt wurde. Immerhin beträgt der Schulweg für die Kinder aus der äußersten Buchenau bis zur Schule Nord über vier Kilometer.

Derzeit wären 54 Kinder von der Maßnahme betroffen. Da die Stadt eine Beförderungspflicht für Grund- und Mittelschüler hat, sobald der Schulweg zwei bzw. drei Kilometer beträgt, hätte die Stadt nur die MVV-Tickets für die Schüler zu bezahlen. Die Stadt zahlt derzeit rund 145.000 Euro jährlich für die Beförderung der Schüler mit dem Schulbus. Bei Umstellung des Schulbusverkehrs auf den ÖPNV würde die Stadt nach Aussage der Verwaltung rund 36.000 Euro jährlich einsparen. Erfahrungsgemäß seien Kinder im Grundschulalter in der Lage, mit dem ÖPNV zu fahren, argumentiert die Rathaus-Verwaltung. Das habe sich bei Verspätungen oder Ausfall des Schulbusses gezeigt. Brucks dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) kann die Kritik nicht nachvollziehen. Man komme lediglich den gesetzlichen Vorschriften nach, die vorgeben, dass vorrangig der ÖPNV zu benutzen sei. Der Stein kam ins Rollen, nachdem im Rahmen einer kommunalen Prüfung beanstandet wurde, dass der Vertrag mit dem Busunternehmen Enders, der seit 2006 ununterbrochen besteht, längst schon hätte neu ausgeschrieben werden müssen. Das Vergaberecht bestimmt, dass Dienstleistungen grundsätzlich nach sechs Jahren neu auszuschreiben sind.

 Dieter Metzler

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