Verbindung von Praxis und Theorie

Schulleiterin und Architekt führen durch Neubau der Berufsschule Fürstenfeldbruck

In der Berufsschule gehen Theorie und Praxis Hand in Hand, teilweise im selben Raum.
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In der Berufsschule gehen Theorie und Praxis Hand in Hand, teilweise im selben Raum.
  • Maximilian Geiger
    VonMaximilian Geiger
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Fürstenfeldbruck – 150-jähriges Bestehen und Einweihung des Neubaus – zwei außerordentliche Ereignisse für die Staatliche Berufsschule in Fürstenfeldbruck, die gemeinsam am 16. Juli mit einem Festakt gefeiert wurden, coronabedingt jedoch nur im kleinen Rahmen. Dennoch konnten Bürger per Livestream an der Veranstaltung von zuhause aus teilnehmen. Schon einen Tag früher luden Schulleiterin Andrea Reuß und Architekt Franz Balda die Presse zu einem Rundgang durch die Räumlichkeiten ein.

Auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend, folgt der Neubau, der den 1956 eingeweihten und in die Jahre gekommenen Altbau ersetzt, einer inneren Logik. So besteht das dreigeschossige Gebäude aus drei, zueinander versetzt angeordneten Kuben, die jeweils einen offenen Innenhof umschließen. An diesen drei Innenhöfen, die zum Verweilen, Tischtennis und Kicker spielen einladen, können sich die knapp 2.400 Schüler und etwa 120 Lehrer orientieren. Zudem sind die im Gebäude beheimateten Fachbereiche – Elektrotechnik, Gesundheit, IT, Körperpflege, Metall/Kfz und Wirtschaft – durch Abkürzungen und Farbcodes, die die Wände und Treppenhäuser zieren, leicht zu finden. Sichtbeton, Glas und Holz dominieren das Bild des gesamten Gebäudekomplexes.

Den Schülern und Lehrern stehen nun neben Praxisräumen und Werkstätten integrierte Fachunterrichtsräume sowie vier Klassenzimmer für Berufsvorbereitungsklassen zur Verfügung. Auch der Technikzweig der Fachoberschule wurde mit vier Werkstatträumen in das Gebäude eingefügt.

Berufsschule in den öffentlichen Raum holen

Raumhohe Fenster im Erdgeschoss bieten Einblick in die verschiedenen Werkstätten und integrierten Fachunterrichtsräume. Diese sollen als Aushängeschild für die Schule dienen, denn Straße und Bürgersteig führen direkt an ihnen vorbei. Ziel war es „die Berufsschule in den öffentlichen Raum zu holen“, berichtet Architekt Balda.

Zudem steht im gesamten Gebäude eine hochwertige IT-Infrastruktur – Whiteboards, Beamer, Laptops und PCs – zur Verfügung. Ein Umstand, der es vielen der Lehrer ermöglichte, den Unterricht trotz Corona in den Räumen der Schule und mit dem dortigen, praxisorientierten Material fortzuführen – per Livestream zu den Schülern nach Hause.

Andrea Reuß präsentiert eine Übungspuppe für Zahnmedizinische Fachangestellte in einem der integrierten Fachunterrichtsräume.

Um den laufenden Schulbetrieb während der Bauphase zu gewährleisten, wurde das Gebäude in enger Abstimmung zwischen Schulleitung und Architekturbüro so konzipiert, dass eine Realisierung in zwei Bauabschnitten erfolgte. Besonders Schulleiterin Reuß zeigt sich nun höchst erfreut, denn „wer kann schon seine eigene Schule mitgestalten?“ Das neue Schulgelände wurde bereits mit dem Schuljahr 2020/21 vollständig in Betrieb genommen.

Verbindung von Theorie und Praxis


Wichtig für den Neubau war es Reuß und Balda, eine enge Verbindung von Praxis und Theorie herzustellen. Und so bieten die integrierten Fachunterrichtsräume die Möglichkeit, das soeben theoretisch Gelernte gleich praktisch anwenden zu können. Dies gewährleiste eine Standardisierung des Gelernten, immerhin werden in den unterschiedlichen Betrieben auch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Die Endabrechnung für das Projekt ist derzeit noch nicht abgeschlossen, denn teilweise sind die Außenanlagen noch zu gestalten. Insgesamt waren die Kosten in einem Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2015 auf etwa 44 Millionen Euro festgelegt worden. Durch Unkalkulierbarkeiten, vor allem beim Abbruch des alten Gebäudes, werde man jedoch „ein bisschen drüber“ kommen.

Dennoch sei das investierte Geld, jede Anspannung und jede Anstrengung in den letzten Jahren den Aufwand wert gewesen. Und so kann das Gebäude „gut altern“ und viele weitere Generationen an Schülern auf ihre Berufe vorbereiten, da sind sich Reuß und Balda sicher.

Maximilian Geiger

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