"Kann uns die Polizei noch schützen?" war die Frage auf dem 53. Liberalen Gesprächskreis des FDP-Kreisverbandes Fürstenfeldbruck 

"Polizei arbeitet hart am Limit"

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von links nach rechts: - Dr. Peter Klotz, Stadtrat in Germering - Birgit Thomann, stv. Vorsitzende FDP-Kreisverband Fürstenfeldbruck - Peter Schall, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) - Alexander Weggartner, Kreisgruppenvorsitzender der GdP für Fürstenfeldbruck

Germering – „Kann uns die Polizei noch schützen?“ war die Frage auf dem 53. Liberalen Gesprächskreis des FDP-Kreisverbandes Fürstenfeldbruck am vergangenen Mittwoch. Die Antwort von Peter Schall und Alexander Weggartner von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) war ein klares „Ja“, dem jedoch ein ebenso deutliches „aber“ folgte.

 „Die Polizei geht weiterhin jeder Anzeige nach.“ Das war die gute Nachricht, die der Landesvorsitzende der GdP, Peter Schall, für die rund 30 Gäste in der Stadthalle in Germering dabei hatte. Allerdings käme auf die Polizei z.B. wegen des inzwischen auch nachts hohen Verkehrs oder der weggefallenen Sperrstunde immer neue Arbeit zu. Zudem würden Kollegen für die neu hinzugekommene und ansteigende Internetkriminalität abgestellt. Zwar verzeichne die offizielle Statistik einen Personalaufbau – dieser werde jedoch durch die neuen Aufgaben mehr als aufgezehrt. Darunter leide die Präsenz der Polizei auf der Straße und letztlich das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger.

Auch die Flüchtlingskrise bringe viel neue Arbeit mit sich. Zwar gebe es keinen messbaren Anstieg der Kriminalität. Bis auf ein paar Ruhestörungen und die ein oder andere Körperverletzung in den Flüchtlingsunterkünften gebe es keine Probleme, weiß Alexander Weggartner, Kreisgruppenvorsitzender der GdP für den Landkreis, zu berichten: „Was Sie manchmal bei Facebook über angebliche Straftaten von Flüchtlingen lesen können, ist alles Quatsch.“ So ist offenbar auch die Meldung zu bewerten, dass sich Flüchtlinge beim Lidl an der Hasenheide unaufgefordert zu den Einkaufenden ins Auto setzten. „Ich bin dem nachgegangen“, berichtete der Kreis- und Stadtrat Prof. Klaus Wollenberg: „Da ist nichts dran, aber die Geschichte schadet den Umsätzen des Supermarktes.“

Dennoch, ergänzt Peter Schall, hätte sich die Politik auf den Flüchtlingsansturm besser vorbereiten können. In Grenzregionen komme die Polizei kaum mit der geordneten Erfassung und Weiterleitung der Flüchtlinge hinterher, müsste aber allzu oft noch zusätzlich kurzfristig Schlafplätze für Neuankömmlinge organisieren oder sogar psychologische Hilfe leisten. „Man kann nicht einerseits sagen, wir schaffen das, und andererseits keinen Plan haben, wie wir das schaffen“, kritisiert auch die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Birgit Thomann. Die Polizei und auch die anderen Helfer vor Ort verdienten eine weit bessere Unterstützung, als sie von der Bundesregierung derzeit geleistet werde. Thomann ergänzte: „Der Vertrauensverlust, der in weiten Teilen der Bevölkerung entstanden ist, richtet sich nicht gegen die Polizei, sondern gegen die hilflose und abwartende Haltung der Politiker.“

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